Neuer VW Touareg: Volkswagen speckt seinen SUV ab – und feiert Hybrid-Premiere

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Volkswagen hat den Touareg abgespeckt. Trotz deutlich mehr Platz und neuen innovativen Technologien ist die zweite Generation des SUV um mehr als 200 Kilo leichter geworden. Doch damit nicht genug: Als erster Serienhybrid des Konzerns geht der Allradler auch besonders sauber an den Start.

Einen Großteil der Gewichtsreduzierungen haben die Volkswagen-Ingenieure durch geringere Blechdicken sowie Veränderungen am Fahrwerk – jeweils etwa 70 Kilo – erreicht. Und auch ansonsten wurde wohl bei jedem noch so kleinen Ventil geprüft, ob es statt neun nicht nur sieben Gramm wiegen könnte. Detailarbeit, die sich gelohnt hat. Je nach Ausführung bringt der Touareg nun nur noch zwischen 2035 und 2240 Kilo auf die Waage. Das entspricht einer Reduzierung um bis zu 222 Kilo – und die spart Sprit.

Doch was wäre eine Diät, wenn sie nicht auch äußerlich sichtbar würde. Hier haben die Designer ganze Arbeit geleistet. Der seit 2002 produzierte Kraftprotz hat sich zu einer immer noch muskulösen, aber nun wesentlich eleganteren Version gemausert. Neben einer deutlichen Taillierung der Seitenansicht sind die veränderten Abmessungen verantwortlich für die neue Optik. Bei einer Länge von 4,80 Metern (plus 41 Millimeter), 1,94 Metern in der Breite (plus zwölf Millimeter),
aber nur noch 1,71 Meter in der Höhe (minus 17 Millimeter) erscheint der Viertürer gestreckter als ehedem. Mit dem Längenwachstum hat der Radstand zugelegt. Das kommt dem Platz für die Insassen und dem Kofferraumvolumen zugute. Die Reisenden in der zweiten Reihe können ihre Beine noch entspannter ausstrecken als zuvor. Erst wenn die jetzt um bis zu 160 Millimeter in der Länge verschiebbare Rücksitzbank in ihre vorderste Position gebracht wird, sinkt die Kniefreiheit auf Golf-Niveau.

Durch die neue Variabilität der Bank kann das Volumen des Gepäckabteils je nach Bedarf und mit einem Handgriff von 580 auf 660 Liter erweitert werden. Klappt man zudem die Lehne um, dann kann der Touareg maximal 1642 Liter und damit 72 Liter mehr als bisher aufnehmen. Ärgerlich ist dabei allerdings, dass mit der Rundumerneuerung nicht ein raffinierterer Mechanismus für das Umklappen gefunden wurde. So bleibt nicht nur eine kleine Schräge im Ladeboden bestehen, sondern es tauchen dort auch zwei kleine Kuhlen auf, wenn die Rückbank nach vorne gerückt wird.

Tadellos ist dagegen die Anmutung des Innenraums. Die gewählten Materialien wirken allesamt hochwertig. Die Verarbeitung ist dem ersten Eindruck nach bestens. Für noch mehr Komfort an Bord des Touareg Hybrid und des V8 TDI sorgen von nun an Komfortsitze mit pneumatisch einstellbaren Seitenwangen. Zudem sind Sportsitze im Angebot.

Erstmals bei VW ist nun eine Hybridversion erhältlich. Den von Audi stammenden V6 TSI-Benzindirekteinspritzer (333 PS) mit Kompressoraufladung haben die VW-Techniker mit einem 46 PS starken Elektromotor kombiniert. Bis zu Tempo 50 kann der SUV rein elektrisch fahren, maximal zwei Kilometer weit. Der Benziner schaltet sich zu, sobald mehr Leistung benötigt wird. Die Batterie (Nickelmetallhydrid) wird durch die beim Bremsen gewonnene Energie immer wieder aufgeladen.

Besonders sparsam fährt es sich mit dem Hybrid im Stadt- oder Stop-and-go-Verkehr. Doch selbst auf der Autobahn bringt die neue Touareg-Technik Vorteile. Wenn der Fahrer bei bis zu Tempo 160 den Fuß vom Gaspedal nimmt, schaltet sich der V6 ab. Zeitgleich wird das Triebwerk von der Acht-Gang-Automatik abgekoppelt. Dadurch rollt der Wagen länger bei gleichbleibender Geschwindigkeit weiter – er «segelt» ohne jeglichen Spritbedarf. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 8,2 Litern an. Gut zwei Liter mehr standen nach ersten Testfahrten auf Landstraßen und Autobahnen auf der Uhr – selbst das ist allerdings noch ein guter Wert.

Einsparungen gibt es aber laut VW auch bei den übrigen Antriebsmöglichkeiten. Die decken eine Leistungsbandbreite von 240 bis 340 PS ab und schlucken zwei bis 2,8 Liter weniger als zuvor. Zum Alteisen gehört der einst imageträchtige V10 TDI. Den bärenstarken Diesel ersetzt fortan ein V8-Selbstzünder, dessen maximales Drehmoment (800 Newtonmeter) dem Zehnzylinder in Sachen Durchzugskraft, Laufruhe und Souveränität wohl in nichts nachsteht.

Eine Weltpremiere feiert im neuen Touareg das sogenannte «maskierte, kamerabasierte Dauerfernlicht» (Dynamic Light Assist/450 Euro). Hinter dem komplizierten Begriff verbirgt sich die Möglichkeit, das Licht der Bi-Xenonscheinwerfer auch bei ständig eingeschaltetem Fernlicht so zu variieren, dass es den Gegen- oder vorausfahrenden Verkehr nicht blendet und doch so viel Lichtausbeute wie möglich bietet. Ab Tempo 65 schiebt sich der eigene Lichtkegel sogar an einem vorausfahrenden Fahrzeug vorbei – ohne dass dieses durch den hellen Schein gestört wird. Ein deutlicher Sicherheitsgewinn auf nächtlichen Straßen.

Mehr Sicherheit – das verspricht Volkswagen mit dem ebenfalls erstmals eingesetzten Umfeld-Beobachtungs-System. Mittels vier Kameras kann der Fahrer sich die komplette Umgebung des Geländewagens auf dem zentralen Touchscreen anzeigen lassen. Als sehr hilfreich erweist sich diese Technik an engen Durchfahrten, unübersichtlichen Stellen im freien Gelände oder beispielsweise bei der Ausfahrt aus einer Garage, die auf einen Gehsteig mündet. Dieses Extra ist auf der keineswegs abgespeckten Optionenliste mit einem Aufpreis von 1130 Euro zu finden. An manchen Stellen hat die Sparpolitik dann eben doch ein Ende.

tf/mei/ddp

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