
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert ein Comeback der Interregio-Zugverbindungen. «Die Bahnkunden brauchen eine Alternative zu den ICE-Zügen, die nicht so schnell, etwas weniger komfortabel, dafür aber preiswerter sind«, sagte der Bahnexperte des Bundesverbandes, Holger Krawinkel, der «Berliner Zeitung» (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. »Ich denke da vor allem an umsteigefreie Verbindungen in mittelgroße Städte und zu touristischen Zielen.»
Die Deutsche Bahn hatte die zuschlagsfreien Interregio-Züge aus dem Fahrplan gestrichen. Ihre Konkurrenten bieten inzwischen ähnliche Verbindungen an, allerdings seltener als früher die Bahn.
Krawinkel sagte, die Interregio-Verbindungen könnten mit Hilfe von Regionalisierungsmitteln finanziert werden, die der Bund den Ländern für die Bestellung des Nahverkehrs zur Verfügung stellt. «Untersuchungen zufolge könnte rund eine Milliarde Euro davon zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn die jährlich sieben Milliarden Euro Regionalisierungsmittel erstens vollständig zweckgebunden und zweitens effizienter eingesetzt würden», sagte Krawinkel.
Der Verbraucherschützer kritisierte, Bund und Bahn hätten in den vergangenen Jahren zu sehr auf teure Prestigeprojekte gesetzt. Die seien aber nicht immer von hohem Nutzen. Einerseits unterschreibe Bahnchef Rüdiger Grube das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, andererseits beschwere er sich, dass es zu wenig Geld für das Schienennetz gebe. “Das passt nicht zusammen», urteilte Krawinkel. Auf wichtigen Verbindungen wie zwischen der Nordsee und den Alpen passiere zu wenig.
tf/mei/ddp
___________________________________
>> Alle Artikel zum “Schwerpunkt Bahn” bei MotorFieber
Begeistert von diesem Artikel? Follow us on Twitter!












