[Bahn] Opposition kritisiert Übernahmepläne der Deutschen Bahn

XXXXX Logo
Bei Verkehrsexperten von SPD und Grünen stoßen die Pläne der Deutschen Bahn zum Kauf ihres britischen Konkurrenten Arriva auf Kritik. Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann sagte der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe) laut Vorabbericht: «Das wäre eine Fehlentscheidung und ein erster Wortbruch von Bahnchef Rüdiger Grube, der immer betont hat, er wolle erst einmal sein Brot- und Buttergeschäft stärken.» Es gebe genügend unerledigte Hausaufgaben für die Bahn im eigenen Land. «Das passt mit einer solchen Milliardenübernahme nicht zusammen», sagte Hermann.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Uwe Beckmeyer, verwies auf den Schuldenberg der Bahn in Höhe von mehr als 15 Milliarden Euro. «Da stellt sich schon die Frage, ob die Bahn nicht mit ihrem eigenen Geld im großen Stil erst einmal das deutsche Schienennetz im Auge behalten muss», sagte Beckmeyer dem Blatt. Er zeigte aber auch Verständnis für die Bahn-Pläne. «In Deutschland sind bereits viele Wettbewerber auf Schienen unterwegs. Nun versucht die Bahn, auf deren Märkten einen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen», sagte er.

Der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sagte: «Wenn wir Wettbewerb wollen, können wir nicht zulassen, dass sich der größte Player weiter vergrößert.» Es habe auch keinen Sinn, eine ausländische Bahn zu kaufen, wenn man den eigenen Markt vernachlässige. In Deutschland sei das Bahnsystem chronisch unterfinanziert. «Wir brauchen Geld für den Güterverkehr, die Anbindung der Seehäfen und andere Strecken. Dort sollte die Bahn zuerst investieren», sagte Neumann der Zeitung.

tf/arie

___________________________________

>> Alle Artikel zum “Schwerpunkt Bahn” bei MotorFieber

Begeistert von diesem Artikel? Follow us on Twitter!

Antwort schreiben