[Feature] Der neue Audi R8 Spyder – Traumwagen der Extraklasse

März 6, 2010 | Author: MotorBlog.de | am

Filed Under: MotorNews, cabrio

Audi

Es gibt Dinge im Leben, die bringen Menschen zum Träumen. Audi hat das mit dem neuen R8 Spyder geschafft. Die offene Version des Zweisitzers besitzt absolute Traumwagenqualitäten.

Satt und förmlich vor Kraft strotzend steht der jüngste und teuerste Ingolstädter Spross auf der Straße. Dabei verzichtet die langgestreckte Aluminium-Karosserie gänzlich auf übertriebene Aggressivität. Alles ist auf Dynamik ausgelegt. Das Heck des Spyder zieren zwei silbern glänzende Bänder mit Öffnungen zur Lüftung des Mittelmotors. Die seitlichen Lufteinlässe sind nicht wie beim Coupé abgedeckt, sondern liegen wie offene Kiemen hinter den Türen.

Als Haube über dem Passagierabteil setzt Audi ein klassisches Stoffdach ein, das geöffnet komplett im Heck verschwindet. Trotz hervorragender Dämpfungseigenschaften wiegt das Verdeck gerade einmal 42 Kilo. Die Heckscheibe ist nicht in das Dach integriert, sondern fährt elektrisch nach oben. Auf Knopfdruck kann sie aber auch versenkt werden. Damit dient das hintere Fenster entweder als zusätzliches Windschott oder mutiert bei geschlossenem Verdeck zur Luftluke. Noch schöner ist es aber, das gesamte Dach zu öffnen. Nur 19 Sekunden dauert der Vorgang und ist bis Tempo 50 möglich. Ein Vorgang, der die Blicke der Passanten garantiert auf sich zieht.

Wer den Supersportler nicht sieht, der hört ihn. Ein kleiner Druck aufs Gaspedal genügt. Mit tiefem Grollen macht der Zehnzylinder auf sich aufmerksam. Kraftvoll oder bissig, wie von Ferne grummelnd oder mit drohendem Fauchen ist der Mittelmotor zu vernehmen – doch stets so tariert, dass der Geräuschpegel niemals krawallig wirkt. Bei autoaffinen Naturen breitet sich wohliges Kribbeln in der Magengegend aus. Die 525 Pferdestärken des 5,2-Liter-Aggregats sind bereit. Bereit, den Wagen in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu bringen. Bereit für eine bis zu 313 Kilometer pro Stunde schnelle Fahrt – wenn es Terrain und Verkehr erlauben. Auf eine Abriegelung beispielsweise bei Tempo 250 hat Audi verzichtet. Keine Frage: Die dargebotenen Werten flößen Respekt ein.

Umso größer ist die Überraschung, wie gelassen und selbstverständlich der offene R8 sich im normalen Verkehr bewegt. Selbst entspanntes Cruisen löst dank der Souveränität des Triebwerks immense Fahrfreude aus. Es ist schlichtweg gut zu wissen, was man könnte, wenn man wollte. Für ein alltagstaugliches Handling sorgt das straff abgestimmte Fahrwerk in Kombination mit dem Allradantrieb Quattro. Der Zweisitzer klebt auch in schnellen Kurven auf der Straße. Die Lenkung reagiert prompt und direkt auf die Wünsche des Fahrers. Die Kulissenschaltung des Sechs-Gang-Getriebes unterstreicht den sportlichen Charakter des R8 Spyders – mehr geht eigentlich nicht bei einem Straßenrenner.

Dass sich die Audi-Techniker aber doch immer noch das gewisse Etwas mehr einfallen lassen, wird durch die Weltpremiere des Gurtmikrofons für die Freisprechanlage deutlich. Drei in das Band eingelassene Knopfmikros, die selbst beim Auf- oder Abrollen des Gurtes nicht stören, erlauben es, selbst bei offener Fahrt problemlos zu telefonieren. Nach Angaben des Herstellers wird dieses sinnvolle Extra in anderen Audi-Cabrios bald ebenfalls zu bestellen sein.

Mit einem Aufpreis von 550 Euro inklusive der Bluetooth-Vorrüstung gehört diese Neuheit neben dem Fernlichtassistenten für 135 Euro zu den günstigeren Optionen der überraschend kurzen Aufpreisliste. Das eigens für den nur 100 Liter großen Laderaum gestaltete Kofferset schlägt da mit 5600 Euro schon heftiger zu Buche. Für Keramikbremsen muss der Gegenwert eines Dacia (8820 Euro) investiert werden. Wer sich für den Parkpiloten samt Rückfahrkamera entscheidet, zahlt noch einmal 1540 Euro. Doch das alles fällt bei einem Anschaffungspreis von 156 400 Euro für den R8 Spyder wohl kaum wirklich ins Gewicht. Zudem macht Audi die Gegenrechnung auf und verweist auf die gegenüber dem 12 000 Euro günstigeren Coupé verbesserte Basisausstattung. Unter anderem sind LED-Scheinwerfer, Bang-und-Olufsen-Soundanlage, Ledersitze und das große Navigationssystem generell mit an Bord.

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, muss sich noch ein Jahr gedulden. Dann bietet Audi den Spyder mit einem 4,2-Liter-V8-Triebwerk an, immerhin 420 PS stark. 30 000 Euro weniger dürfte der kleine R8 Spyder dann kosten – und noch immer das Zeug zu einem absoluten Traumwagen haben.

tf/mei/ddp

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