
Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom hat nach einem Bericht der “WirtschaftsWoche” den traditionsreichen Windrad-Bauer Fuhrländer aus dem Westerwald übernommen. Rosatom sei über Tochterunternehmen in die deutsche Windkraftbranche eingestiegen, berichtet die Wirtschaftszeitschrift in ihrer neuen Ausgabe.
Unternehmensgründer Joachim Fuhrländer habe seine gesamten Anteile an ein Konsortium um den ukrainischen Metallkonzern Energomaschspetsstal verkauft, der zum Rosatom-Konzern gehört. Die russisch-ukrainischen Investoren halten dem Bericht zufolge nun knapp 80 Prozent an Fuhrländer. mehr »
![[Atomkraft] Atomares Endlager: Areva-Boss fordert rasches Handeln](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/04/akw-atomkraft_radioaktiv_4_ccf_gruene_bawue_k.jpg)
Der Deutschland-Chef des nukleartechnischen Konzerns Areva drängt auf eine rasche Entscheidung über ein atomares Endlager. “Die Endlager-Frage hat für die Branche in Deutschland die größte Priorität”, sagt Stefan vom Scheidt der “Welt am Sonntag”: “Ein neues Geschäftsfeld in Deutschland wird natürlich der Rückbau der Kernkraftwerke sein”, sagte vom Scheidt.
Die Entscheidung, Kernkraftwerke stillzulegen, sei kein Endpunkt. “Deswegen ist es schon sehr wichtig für uns und die Betreiber, dass die Politik klar sagt, wann der Rückbau beginnen kann. Schließlich müssen auch unsere Mitarbeiter eine Perspektive haben.” mehr »

Gefahrenstufe 7: Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima auf die höchste Stufe angehoben. Das gab die Atomaufsichtsbehörde in Tokio am Dienstag bekannt. Der Unfall hat damit jetzt die Einstufung 7, was bisher nur die schwere Tschernobyl-Katastrophe hatte.
Japan hatte am Vortag angekündigt, weitere Gebiete evakuieren zu lassen. Unterdessen wurde Japan am Morgen erneut von starken Nachbeben erschüttert. Ein Erdstoß der Stärke 6,4 vor der Küste der Provinz Chiba ließ auch Häuser im benachbarten Tokio wackeln. Es gab aber keine Berichte über Verletzte oder Schäden.
Die Anhebung der Schwere des Atomunfalls in Fukushima auf die Gefahrenstufe 7 bedeutet, dass es Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld gibt. mehr »
Deutschland kann nach Ansicht des Ex-Bundesumweltministers Klaus Töpfer rasch aus der Kernenergie aussteigen, ohne negative Folgen für die Wirtschaft zu verursachen. Töpfer ist Vorsitzender der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung, die an diesem Montag ihre Arbeit aufnimmt.
Im Radiosender hr-info sagte Töpfer: “Wir werden es belegen, dass eine wirtschaftlich starke Nation wie Deutschland diese Stärke auch behalten kann. Indem wir ohne Kernenergie auskommen, belasten wir keine anderen Umweltbereiche zusätzlich, wie etwa das Klima.”
Teile der Wirtschaft hätten erkannt, welche riesigen Möglichkeiten eine grüne Technologiewelle böte. “Das sind große Chancen für zukunftsorientierte Arbeitsplätze”, sagte Töpfer in hr-info. Stadtwerke beispielsweise setzten schon heute auf dezentrale Energieerzeugung. mehr »
![[Atomkraft] Öko-Institut: Alte AKWs sind für Stromversorgung völlig unbeutend](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/03/oeko-institut_freiburg.jpg)
Die geplante Abschaltung der sieben vor 1980 in Betrieb genommenen Atommeiler ist nach Experten-Ansicht für die Stromversorgung in Deutschland völlig unerheblich. “Deutschland hat genügend andere Kraftwerkskapazitäten”, sagte Christof Timpe vom Öko-Institut in Freiburg am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.
Baden-Württemberg etwa importiere zwar jährlich rund 15 Prozent Strom. Dieser Import werde sich durch bald stillgelegte Meiler wie Neckarwestheim I oder Philippsburg I aber nur unwesentlich erhöhen. “Der Wegfall von Kapazitäten kann leicht mit Hilfe anderer fossiler Kraftwerke – Kohle oder Gas – aufgefangen werden.” mehr »
In der Auseinandersetzung um die Endlagerung von Atommüll in Deutschland zeigt erstmals ein Ministerpräsident eines südlichen Bundeslandes Entgegenkommen. Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte der “Süddeutschen Zeitung” (Freitagsausgabe), man müsse überall in Deutschland geeignete Endlager suchen, sollte sich erweisen, dass Gorleben aus technischen Gründen nicht machbar sei.
Der CDU-Politiker Bouffier, der auf dem bevorstehenden Bundesparteitag der Christdemokraten zu einem von vier Stellvertretern Angela Merkels gewählt werden soll, betonte, sollte Gorleben ungeeignet sein, müsse man selbstverständlich nach Ersatzstätten suchen. “Es kann ja wohl nicht sein, dass wir das St. Floriansprinzip zur Grundlage unserer Politik machen”, sagte Bouffier. Bislang hatten die süddeutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen stets ein neues Suchverfahren für ein Endlager abgelehnt. mehr »
Der britische Bestseller-Autor Ian McEwan bereut es, früher gegen Atomkraft protestiert zu haben. Gigatonnen Kohlendioxid seien seitdem in die Atmosphäre geblasen worden, klagt er in einem Interview mit der “Frankfurter Rundschau”.
“Ich halte Kernkraft für das kleinere Übel. Wir werden den Klimawandel nicht durch Tugend und privaten Konsumverzicht aufhalten.” Der Schriftsteller rügt auch die Ökobewegung. Diese sei “ein Sammelbecken für alle Arten semireligiöser und selbstgeißelnder Triebe. Ein Teil von ihr sei zutiefst antirational und antiwissenschaftlich.” Gerade die deutsche Umweltbewegung habe starke romantische Elemente, aber Selbstkasteiung löse die Probleme nicht. mehr »
Biblis ist und bleibt ein Sonderfall in der Diskussion um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. Reaktorblock Biblis A, seit 1974 am Netz, ist Deutschlands ältester Atommeiler, Biblis B ist nur zwei Jahre jünger. Die beiden Druckwasserreaktoren am südhessischen Ufer des Rheins haben eine lange Geschichte von Pannen.
Laut dem vereinbarten Atomausstieg hätte Biblis A 2009 vom Netz gehen sollen, Biblis B 2010, doch lange Stillstände und die Übertragung von Reststrommengen retteten beide Blöcke in die Laufzeitverlängerung. Bis 2020 sollen sie Strom liefern dürfen. mehr »
Zehntausende Menschen haben am Samstag im Berliner Regierungsviertel gegen die weitere Nutzung der Atomenergie protestiert. Die Demonstration richtete sich besonders gegen den Plan der schwarz-gelben Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. Die protestierenden Atomkraft-Gegner umzingelten symbolisch mit einem langen Protestzug Reichstag und Kanzleramt. Die Veranstalter nannten die Zahl von rund 100 000 Teilnehmern. Die Polizei gab dazu keine Auskunft. Beobachter schätzten deutlich mehr als die 40 000 bis 50 000 Menschen der Demonstration vor einem Jahr in Berlin. mehr »
Der Energiekompromiss der schwarz-gelben Bundesregierung stößt bei Opposition, Atomkraftgegnern und den Kommunen zunehmend auf Widerstand. Vor der heute beginnenden zweitägigen Klausur der Unions-Fraktionsspitze in Berlin steht vor allem die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke weiter im Mittelpunkt der Kritik.
“Ich glaube, diese Entscheidung ist schlecht für den Wettbewerb in den Energiemärkten”, sagte der Chef der Stadtwerke Hannover, Michael Feist, der in Hannover erscheinenden “Neuen Presse” (Mittwoch). Die deutschen Stadtwerke fürchten Milliardenverluste, weil sie sich in der Vergangenheit auf Investitionen in Öko-Energien und Kraftwerkparks konzentriert hatten. mehr »
Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Einigung der schwarz-gelben Koalition auf eine Verlängerung der Atomlaufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre als “schwarzen Tag für Deutschland” kritisiert.
“Eine unverantwortliche Entscheidung”, sagte Atomexperte Tobias Münchmeyer am Sonntagabend in Berlin. Allein tausende Tonnen an zusätzlichem Atommüll würden dadurch anfallen. mehr »
Nach monatelangem Atom-Poker haben sich die Spitzen von Union und FDP am Sonntag auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die 17 Atommeiler sollen im Schnitt 12 Jahre länger am Netz bleiben als bisher geplant – gestaffelt nach älteren und jüngeren Kraftwerken. Das teilten Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Abend nach knapp zwölfstündigen Verhandlungen im Kanzleramt mit. mehr »