![[Energiewende] Turbo-Ausstieg: Deutsche Atomkraftwerke gehen stufenweise vom Netz](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/03/AKW-Atomkraftwerk_Neckarwestheim_640_wikimedia_cc_-thomas_springer.jpg)
Rasche Einigung zwischen Bund und Ländern: Die 17 Atomkraftwerke in Deutschland sollen bis 2022 in klar festgelegten Stufen abgeschaltet werden. Jedem AKW werde ein “Endproduktionsdatum” zugeordnet, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Gespräch mit den Ministerpräsidenten am Freitag in Berlin. Über die dauerhafte Stilllegung der acht bereits abgeschalteten AKW hinaus wurden die Jahre 2015, 2017, 2019 und 2021 sowie 2022 vereinbart. Die zunächst in der schwarz-gelben Koalition erwogene Abschaltung vieler AKW auf einmal erst 2021/2022 lehnten die Länder ab. Eine Reserve für den Fall von Stromengpässen in den nächsten beiden Wintern soll möglichst nicht durch ein Atomkraftwerk abgedeckt werden. mehr »






Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat klargemacht, dass jedem Atomkraftwerk ein Enddatum zugeordnet und somit eine stufenweise Abschaltung bis 2022 garantiert wird. Das sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten in Berlin. 
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Die Bundesregierung sieht der Klage des Energiekonzerns Eon gegen die Atomsteuer gelassen entgegen. Jedem Unternehmen stünden in einem Rechtsstaat wie Deutschland Mittel und Wegen offen, diese Rechtsauffassung deutlich zu machen, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch in Berlin.
![[Atomkraft] SPD: Kurt Beck zweifelt an parteiübergreifendem Atom-Konsens - Übertragung von Laufzeiten](http://techfieber.de/img/lo/spd.jpg)
Nach der Entscheidung der Regierungskoalition über einen Atomausstieg bis spätestens 2022 beraten heute (Montag) in Berlin die Parteien über den Abschied von der Kernkraft. Der Großteil der Meiler soll nach dem Willen der Bundesregierung schon bis 2021 vom Netz. Falls es Probleme bei der Energiewende gibt, sollen die letzten drei Meiler jedoch erst 2022 abgeschaltet werden. Diese Anlagen werden als “Sicherheitspuffer” angesehen. Das vereinbarten die Spitzen von Union und FDP in der Nacht zum Montag im Kanzleramt. ![[Atomkraft] Koalition beschließt Aus für acht Alt-Meiler - Atom-Ausstieg bis spätestens 2022](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/03/atomkraft_nein_danke_studien-akw-ausstieg.jpg)
![[Energiewende] Schwarz-Gelb will Atomausstieg bis 2022](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/05/akw-atomkraft_radioaktiv-endlager-atom-muell_ccf_2e14.jpg)
Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hat den raschen Atomausstieg der Bundesregierung kritisiert und auf die Gefahren für die deutsche Industrie hingewiesen. In einem Interview mit der “Bild-Zeitung” (Montagausgabe) sagte Zetsche: “Es gibt einige Risiken für den Industriestandort Deutschland. Die Abkehr von einer bezahlbaren Energieversorgung ist klar ein Risiko.” Die Entscheidungen der Politik nach der Atomkatastrophe in Japan seien “sehr stark von Emotionen geprägt” gewesen.
Der Aufsichtsrat des Essener Energiekonzerns RWE hat nach Informationen des Nachrichten-Magazins “Der Spiegel” für Anfang August überraschend zu einer Sondersitzung geladen. Einziger Tagesordnungspunkt: Die Energiewende und somit auch die umstrittene Rolle von RWE-Chef Jürgen Großmann. Großmann steht nicht nur wegen seines kompromisslosen Pro-Atom-Kurses in der Kritik. Ihm wird auch angekreidet, dass er bereits seit Monaten versucht, ausländische Fusionspartner zu finden, auch um den Konzern ein Stück weit aus der Abhängigkeit der deutschen Politik zu lösen, wie “Der Spiegel” in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet.
Das Ende der sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland scheint beschlossene Sache zu sein. Die Umweltminister von Bund und Ländern sprachen sich am Freitag einhellig dafür aus, dass die vor 1980 ans Netz gegangenen Meiler keinen Strom mehr produzieren dürfen. Damit schickten sie eine klare Botschaft nach Berlin, wo am Sonntag bei einem Treffen der Koalitionsspitzen eine Entscheidung erwartet wird. FDP-Chef Philipp Rösler möchte jedoch, “dass ein bis zwei Kraftwerke für eine gewisse Zeit im kalten Stand-by-Modus bleiben und nicht sofort rückgebaut werden”.
Jeder zweite Bundesbürger ist für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie. Nach dem jüngsten ZDF-Politbarometer plädieren 50 Prozent dafür, die deutschen Kernkraftwerke so schnell wie möglich abzuschalten. 35 Prozent favorisieren einen Ausstieg bis 2021, wie ihn einst die rot-grüne Bundesregierung geplant hatte. Nur 13 Prozent wollen nach der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen an der von Schwarz-Gelb im Herbst beschlossenen Laufzeitverlängerung bis 2035 festhalten.
Mit dem bevorstehenden Aus für die älteren Kernkraftwerke könnte das Stromnetz in Süddeutschland in diesem Winter in eine kritische Lage geraten. Wenn die Sonne nicht scheine, kein Wind blase und auch noch die belastete Nord-Südleitung ausfalle, würden an einem kalten Wintertag Kapazitäten in einer Größenordnung von rund 1000 Megawatt fehlen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Freitag in Bonn. Deshalb wäre es klug, sich für einen solchen Notfall die Option zu erhalten, Kernkraftwerke aus dem Moratorium wieder aufschalten zu können. 







