
Der Münchner Siemens-Konzern verabschiedet sich komplett aus dem Atomgeschäft. Das erklärt Unternehmenschef Peter Löscher in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin “Der Spiegel”. “Das Kapitel ist für uns abgeschlossen”, bekräftigt Löscher gegenüber dem Blatt. Die Entscheidung, sagte der Siemens-Chef, sei die “Antwort” seines Unternehmen “auf die klare Positionierung von Gesellschaft und Politik in Deutschland zum Ausstieg aus der Kernenergie” nach der Atomkatastrophe von Fukushima. mehr »






Baden-Württemberg bietet ein Kohlekraftwerk als Kaltreserve für künftige Stromengpässe an und vermeidet damit wohl, dass ein altes Atomkraftwerk in Bereitschaft gehalten werden muss. Die Genehmigung für Block 3 des Kohlekraftwerks Mannheim könne bis Ende Oktober erteilt werden, teilte das Umweltministerium in Stuttgart am Freitag der Bundesnetzagentur mit. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Frage nach einer atomaren Kaltreserve – beispielsweise das AKW Philippsburg I – nun vom Tisch sei, hieß es.
Der Energiekonzern Eon will das nach einem Transformator-Ausfall abgeschaltete Atomkraftwerk Brokdorf allein mit dem verbliebenen zweiten Stromumwandler wieder anfahren. Zuvor sollten aber Messungen zeigen, ob dieser voll funktionsfähig ist, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Nur unter dieser Voraussetzung werde Eon beantragen, Brokdorf mit maximal halber Leistung wieder ans Netz zu nehmen. Es sei nicht ungewöhnlich, ein Kraftwerk mit nur einem Transformator zu fahren, ein Beispiel sei der Atommeiler Unterweser. Die Ergebnisse des Messprogramms dürften voraussichtlich in der nächsten Woche vorliegen.
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Die großen Stromkonzerne in Deutschland bereiten Verfassungsklagen gegen die Bundesregierung vor, um das Atomgesetz zu kippen und anschließend womöglich milliardenschwere Schadensersatzforderungen stellen zu können. Dazu haben die Konzerne nach Informationen des Nachrichten-Magazins “Der Spiegel” namhafte Anwaltskanzleien engagiert und sich mit entsprechenden Gutachten gewappnet. ![[Energiewende] Auch EnBW lässt Altmeiler vom Netz](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/05/atomkraft_demo_akw-neckarwestheim_6_cc_by_20_ccf_buendnisgruene.jpg)
![[Greentech] Osteuropabank fordert mehr Energieeffizienz](http://www.ebrd.com/images/photos/mirow/Bosnia1.jpg)
Der langjährige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) rät den Großkonzernen zum Mitmachen bei der Energiewende, statt mit Klagen gegen den Atomausstieg vorzugehen. “Ich bin sehr davon überzeugt, dass eine konstruktive Mitarbeit auch im wirtschaftlichen Interesse der Konzerne sein wird”, sagte der Vorsitzende der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingesetzten Ethikkommission für den Atomausstieg der Deutschen Presse-Agentur.
![[Greentech] Studie: Energiewende in Deutschland gefährdet Wettbewerbsfähigkeit keinesfalls. Basta.](http://photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2011/05/TUEV-TUV-SUED-Windenergie-2.jpg)
Eon-Chef Johannes Teyssen fordert die Bundesregierung auf, die Kosten des Atomausstiegs nicht nur den Energiekonzernen aufzubürden. “Den vollständigen Umbau des Energiesystems gibt es nicht zum Nulltarif. Und es ist die gesamte Gesellschaft, die die Folgen und Kosten tragen muss”, schreibt er heute morgen in einem Gastbeitrag für das “Handelsblatt”. “Deutschland geht jetzt den Weg des politisch Wünschenswerten – weitgehend unabhängig davon, was sicherheitstechnisch geboten oder energiewirtschaftlich sinnvoll ist.”
Drei Monate nach Beginn der Natur- und Atomkatastrophe in Japan ist die Lage im Atomkraftwerk Fukushima weiterhin außer Kontrolle. Die Regierung bestätigte am Montag, dass es bereits kurz nach Beginn der Katastrophe in den Reaktoren 1 bis 3 des AKW zu Kernschmelzen gekommen war. Die in den ersten fünf Tagen seit dem Megabeben und dem Tsunami in Fukushima am 11. März freigesetzte Radioaktivität sei mit 770.000 Terabecquerel doppelt so hoch gewesen wie zunächst geschätzt, gab die Atomaufsichtsbehörde am Montag bekannt. Unterdessen erwägt die Regierung, wegen der langfristigen Strahlenbelastung noch mehr Menschen außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone zum Verlassen ihrer Häuser aufzufordern. 
Nach den Zugeständnissen der Bundesregierung an Länder und Opposition zeichnet sich ein breiter Konsens über die schwarz-gelbe Energiewende ab. Die Signale aus der SPD standen am Wochenende auf Zustimmung. Die Grünen warteten zunächst noch ab, zeigten sich aber unter anderem damit zufrieden, dass die Regierung nun doch stufenweise aus der Atomenergie ausstiegen will. Die Abschaltjahre für die einzelnen Kernkraftwerke stehen nach dpa-Informationen inzwischen fest.







