Food | Plastikmüll im Essen: Wissenschaftler warnen vor Plastikteilen in Lebensmitteln und Trinkwasser

November 17th, 2013

Honig und Trinkwasser sind teilweise durch mikroskopisch kleine Plastikkugeln verunreinigt. Es besteht der Verdacht, dass diese aus Pflegeprodukten wie Duschgelen, Peelingcremes oder Zahnpasta stammen können. Das haben Recherchen des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ im NDR Fernsehen ergeben. Das sogenannte Mikroplastik gelangt demnach über das Abwasser in die Umwelt und verteilt sich dort.

Experimente an Miesmuscheln hätten gezeigt, dass die Partikel sich im Gewebe einlagern. Dort bildeten sich anschließend Entzündungen. Die zumeist aus Polyethylen hergestellten Mikroplastik-Teilchen sollen den Produkten zu einem mechanischen Reinigungseffekt verhelfen. Unter anderem werden die Mikroplastikteilchen in Pflegemitteln mit Peelingeffekt und speziellen Zahncremes eingesetzt.

Bei manchen Produkten beträgt der Anteil der Plastikkügelchen am Gesamtinhalt bis zu zehn Prozent. „Wir können davon ausgehen, dass das Mikroplastik überall in der Atmosphäre zu finden ist“, so Gerd Liebezeit vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Die Vermutung: Das Plastik gelangt über die Luft auch in Lebensmittel. Der Wissenschaftler hat in 19 untersuchten Honigen Fasern und Plastikfragmente gefunden, in vier Proben befanden sich außerdem Plastikkügelchen. Auch in Regenwasser ist Plastikmaterial entdeckt worden, wie es in Kosmetika verwendet wird. Liebezeit fordert deshalb: „Die Verwendung von Plastikteilchen in Kosmetik- und Reinigungsprodukten sollte verboten werden.“

Das Bundesumweltamt erklärte auf Anfrage, dass bereits Forschungsaufträge vergeben worden seien, die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die Umwelt untersuchen sollen. Die Behörde erklärte weiter, dass es eines freiwilligen zeitnahen Ausstiegs aus der Verwendung von Mikroplastik bedürfe.

Die mit den Recherchen der „Markt“-Redaktion konfrontierten Hersteller der Pflegemittel räumten einen Handlungsbedarf ein. Sie kündigtenan, in naher Zukunft auf den Einsatz von Plastik in ihren Produkten verzichten zu wollen.

+ Link: Photo: twicepix via Flickr/cc]

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Von Silvia Kling • Abgelegt unter News, Life

Comments (1)

  1. Swin Tigra sagt:

    Feinstaub in der Luft, Nanopartikel im Trinkwasser und in der Nahrung und überall erhöhte radioaktive Hintergrundstrahlung. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen unerklärliche Krankheitssymptome zeigen. Krebs und Tumore sind ständige Wegbegleiter des modernen Menschen und fast schon zu so etwas wie einer Modekrankheit geworden. Für das Problem der Überbevölkerung ist das ein guter Lösungsansatz, was aber wird sein, wenn alle Erkranken? Mutieren wir, sterben wir, oder leiden wir einfach vor uns hin?Leider triffen diese Bedrohungen auch alle anderen höheren Lebewesen. Wahrscheinlich stirbt alles höhere Leben auf diesem Planeten bald aus. Gut gemacht, Homo Sapiens!

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