
Wenn Weltkonzerne den Regenwald retten oder indigene Völker schützen wollen, ist Vorsicht angebracht. Biertrinken beispielsweise schützt keinen Baum. Doch was Google Earth zum Erdgipfel Rio+20 präsentiert, klingt interessant. Gemeinsam mit dem Amazonas-Volk der Surui hat die Firma eine Art Natur- und Kulturkarte von Lebensraum der Surui auf die Beine gestellt. Und zwar nicht allein vom Weltraum aus.
In einem fünf Jahre währenden Projekt hat Google den Surui gezeigt, wie sie Android-Smartphones für die Dokumentation ihres Alltags nutzen können. Fotos von Pflanzen und Tieren stellen die nun zusammen, Bilder ihrer Dörfer und von sich selbst. Sogar 3-D-Animationen kann man sich im Film „Trading Bows and Arrows with Laptops“ anschauen. 7:17 Minuten, die sich lohnen (auch wenn der Titel mit Pfeil und Boden sehr nach Edlem Wilden klingt.)
Ziel ist nicht, ein Stickeralbum einer exotischen Region zu schaffen, sondern die Aufmerksamkeit auf Regenwald und Indigene zu lenken. Die Surui wollen illegale Rodungen verfolgen und anprangern. Nach wie vor ist Amazonien nämlich ein Land, wo ein Menschenleben wenig zählt, wenn es um Profit geht. Vor wenigen Jahren war die Region noch völlig unberührt, jetzt gleicht sie einem Flickenteppich voller Rodungen.
Das Projekt kam zustande, als Surui-Chief Almir 2007 in den USA war und Kontakt zu Google aufnahm. Sozusagen eine Google-Suche aus dem Amazon(as).
Bedenkt man, dass die Surui erstmals 1969 Kontakt zu unserer Zivilisation hatten, kann man nur staunen, wie ambitioniert sie mit GPS und Geo Tagging umgehen. Rebecca Moore von Google nennt die „erste Kultur-Karte“ aus ihrem Haus „wirklich bahnbrechend“. Jetzt soll das Projekt auf zwei weitere Amazonas-Völker ausgeweitet werden.
[Website der Surui] [Link] [via]
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