
Was biodynamische Winzer tun, klingt oftmals merkwürdig: Sie pflanzen Reben nach dem Mondkalender und vergraben Kuhhörner mit Mist an einer Weinbergsecke. Eine wachsende Anzahl von Betrieben in Deutschland betreibt die besondere Spielart des ökologischen Weinbaus – selbst Spitzenbetriebe wie der des Präsidenten des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP), Steffen Christmann. «Wir sind keine blauäugigen Träumer», sagt Christmann. Die Biodynamik helfe ihm dabei, gute, ausdrucksstarke Weine zu produzieren.
Der Anthroposophie zufolge enthält der in dem Horn vergrabene Mist nämlich mehr bakteriologische Aktivitäten als gewöhnlicher Mist, was auf die Pflanzen im Weinberg belebend wirken soll. Von dem so gewonnenen Mist werden dann 100 bis 150 Gramm eine Stunde lang in 60 bis 70 Liter lauwarmes Wasser eingerührt und so zu Dünger verarbeitet, «Kuhkiesel» genannt.
Der Hornmist wirke wirklich, beteuert Christmann, der Boden sei tatsächlich lebendiger und fruchtbarer. Auch helfe der Kuhkiesel den Pflanzen in der Reifezeit im Herbst. Homöopathische Dosen von Wirkstoffen reichten aus, der Pflanze die Information zu Wachstum und Reife zu übermitteln. mehr »