Strom zu teuer? Kein Problem, Leute. Sagt zumindest Rainer Brüderle. Ihr solltet einfach öfters mal den Anbieter wechseln. Wenn das mal nur so einfach wäre … Nicht nur den Verbrauchern, sondern auch dem deutschen Wirtschaftsminister Brüderle sind die neuen Strompreise anscheinend ein Dorn im Auge – Rainer Brüderle (der FDP-Politiker) fordert nun die Verbraucher zum Wechsel des Anbieters auf.
«Die Verbraucher sollten die angekündigten Strompreiserhöhungen zum Anlass nehmen, sich günstigere Stromanbieter zu suchen», sagte Brüderle heute dem «Hamburger Abendblatt». Dadurch könne der Wettbewerbsdruck auf die Stromwirtschaft erhöht werden.
Außerdem sieht der Wirtschaftsminister in den Preiserhöhungen einen Fall für die Wettbewerbskontrolle. Es stehe den Kartellbehörden frei, Untersuchungen einzuleiten oder eine Missbrauchskontrolle durchzuführen, sagte Brüderle.
Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Claudia Kemfert, sagte der «Passauer Neuen Presse», der einzige Preistreiber bei Strom sei derzeit die Förderung erneuerbarer Energien. «Dieser Effekt rechtfertigt allerdings nur Preiserhöhungen von maximal bis zu fünf Prozent«, fügte sie hinzu. Die angekündigten Steigerungen von teils zehn Prozent und mehr seien nicht nachzuvollziehen.
Im Prinzip müssten sinkende Großhandelspreise für Strom eher zu Preisnachlässen führen, erklärte Kemfert, zumal Erhöhungen der Großhandelspreise in der Vergangenheit auch immer flugs an die Kunden weitergegeben worden seien. «Der Wettbewerb im Strommarkt funktioniert noch längst nicht», urteilte Kemfert. [tf/gre/ddpa]
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