Emirates: iPhones ausspioniert – durch Ex-NSA-Hacker

20. Mai 2019 | by Jochen Siegle

Emirates hacken iPhones

Der Golfstaat sollen hunderte iPhones ausspioniert haben. Ausgeführt haben die Angriffe auf die Apple Smartphones offenbar ausgerechnet ehemalige Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes NSA.

Hacker sollen einem Bericht der Nachrichtenagentur «Reuters» zufolge im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) iPhones von Regimekritikern, Staatsführern und Journalisten ausgelesen haben. Besonders pikant: Durchgeführt wurden die Angriffe auf iPhone-Besitzer wohl von mehreren ehemaligen Mitarbeitern des US-Geheimdienstes NSA.

Laut dem Bericht sollen insbesondere Zielpersonen im Nahen Osten ausspioniert worden sein, aber auch verschiedene Personen in Europa. Die eingesetzte Spionage-Software heisse «Karma» und sei nicht in den Emiraten entwickelt worden. Das Land habe das Programm aus dem Ausland zugekauft.

Hacking-Tool Karma

Kama soll insbesondere eingesetzt worden sein, um Zugriff auf Textnachrichten, E-Mails und Fotos zu erlangen, wie Reuters in Berufung auf mehrere anonym gebliebene Ex-Agenten und eine Hackerin namens Lori Stroud berichtet. Die Angreifer hätten so aber auch Passwörter ausspionieren können, mit denen dann weitere Attacken durchgeführt worden seien.

Ex-NSA-Mitarbeiterin Stroud soll lange für die NSA und später für den NSA-Auftragnehmer Booz Allen Hamilton tätig gewesen sei, für den auch Whistleblower Edward Snowden gearbeitet hat.

Hunderte Personen betroffen

Der Golfstaat habe die Dienste der Hacker über ein Cybersecurity-Auftragsunternehmen in Anspruch genommen, das mehr als ein Dutzend ehemalige NSA-Mitarbeiter für geheimdienstliche Missionen angeheuert hatte. Mit Karma soll das Hacker-Team Hunderte von iPhone-Besitzern ausspioniert haben.

Der iPhone-Hersteller hat sich bislang noch nicht zu dem Bericht geäussert. Vermutet wird, dass eine Schwachstelle in iMessage ausgenutzt wurde. Unklar ist, ob Karma nach wie vor von den Vereinigten Arabischen Emiraten eingesetzt wird.

Abhörprobleme bei Facetime

Apple hat derzeit mit einem anderen massiven Abhörproblem zu kämpfen. Ein Fehler im Videochat- und Telefonie-Dienst Facetime ermöglicht es, Angerufene zu belauschen und zu sehen, bevor diese den Anruf überhaupt entgegennehmen. Der Fehler betrifft die Facetime-Gruppenfunktion in Apples Mobilbetriebssystem iOS 12. Der Konzern hat die Funktion des Dienstes vorübergehend deaktiviert.

Die Funktion erlaubt Gruppenanrufe mit bis zu 32 Nutzern und ist seit Ende Oktober mit der iOS-Version 12.1 verfügbar. Das Problem ensteht, wenn ein Kontakt bei einem Gruppenanruf oder -chat ausgewählt wird und der Anrufende sich selbst als weitere Person hinzufügt.

In den USA ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen der Facetime-Sicherheitspanne.

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