Schummeleien bei Facebook Video Abrufen

19. Mai 2019 | by Jochen Siegle

facebook video abrufe schummeln

Mit größerem Ausmaß als bisher angenommen soll über ein Jahr lang Zahlen zu Facebook Video Abrufe falsch angegeben und dies verschwiegen haben.

Das soziale Netzwerk hat sich 2016 eine Klage wegen fehlerhaften Angaben zu den Abrufen von Werbevideos auf seiner Plattform eingeheimst. Nun werfen die Kläger Facebook vor, den Fehler der Facebook Video Abrufe – Statistiken schon viel früher erkannt und über ein Jahr lang nicht korrigiert zu haben.

Geklagt hat eine Gruppe von Anzeigenkunden in Kalifornien. Die durchschnittliche Verweildauer von Nutzern bei Facebook Videoabrufe sei viel zu hoch ausgewiesen habe. Durch eine fehlerhafte Berechnung sei um 60 bis 80 Prozent überschätzt worden, wie lange Facebook-Nutzer Werbevideos anschauen. So der Vorwurf.

Andzahl der Facebook Videoabrufe sind zu hoch

Facebook Video mit aufgeblähten Zahlen

Das Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley hatte sich entschuldigt. Facebook erklärt, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer falsch ermittelt worden sei. Sobald man die Diskrepanz entdeckt habe, sei der Fehler beseitigt worden, so Facebook in einem Blogpost.

Nach der Durchsicht von 80.000-seitigen internen Facebook-Dokumenten, die im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens eingesehen werden konnten, gehen die Kläger amerikanischen Medienberichten zufolge nun davon aus, dass der Konzern bereits im Januar 2015 von den fehlerhaften Zahlen zu den Videoabrufen wusste, den Fehler aber nicht korrigierte. Ausserdem seien die Zahlen sogar um 150 bis 900 Prozent zu aufgebläht gewesen.

Hat Facebook Video Boom überschätzt?

Nun hat sich auch das Nieman Journalism Lab der Harvard-Universität daran gemacht, zu untersuchen, inwiefern die erhöhten Zahlen zu den Videoabrufen auf der weltgrössten Social-Media-Plattform Auswirkungen auf Entscheidungen in Redaktionen und Medienhäusern gehabt haben könnten – etwa hinsichtlich einer Abkehr von Text-Medien zugunsten von Videoproduktionen und damit verbundenen Entlassungen von Redakteuren.

Nieman Lab zufolge bestreitet Facebook, bereits vor Sommer 2016 von dem Statistikfehler bei den Videoabrufen gewusst zu haben.

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