USA: Ohne Fitness-Tracker keine Lebensversicherungen

5. Februar 2019 | by Jochen Siegle

Fitness-Tracker keine Lebensversicherungen

Die US-Versicherungsgesellschaft John Hancock aus Boston bietet Lebensversicherungen künftig nur noch an, wenn Kunden am Gesundheitsprogramm «Vitality» teilnehmen, über das sich Fitness und Ernährungsgewohnheiten tracken lassen. Bereits seit 2015 können Versicherte so ihre Fitness-Daten mit John Hancock teilen und erhalten im Gegenzug Anreize wie eine Apple Watch zum Schnäppchenpreis.

Jetzt will das Unternehmen die Teilnahme an Vitality für alle neuen Kunden zur Pflicht machen, um eigenen Angaben zufolge eine gesunde Lebensweise zu fördern.

Apple Watch und Amazon Prime als Anreiz

Wer via Vitality per App oder Website zeigen kann, dass er sich fit hält und gesunde Nahrungsmittel kauft, erhält Rabatte bei grossen Handelsketten. Gegen eine Gebühr von zwei Dollar pro Monat können Versicherte das Programm auch aufstocken und erhalten dann bei entsprechendem Lebensstil zusätzlich auch einen Nachlass von bis zu 15 Prozent des jährlichen Versicherungsbeitrags.

Ausserdem haben sie die Möglichkeit, sich günstig mit Fitness-Gadgets einzudecken – etwa einer Apple Watch für 25 Dollar oder einen Tracker von Fitbit. Wer drei Jahre besonders gesundheitsbewusst lebt, erhält eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft für ein Jahr.

Belohnung für ein gesundes Leben

John Hancock bezeichnet Vitality als eine «Plattform zur Verhaltensänderung», die Kunden belohnt, die sich um ein längeres, gesünderes Leben bemühen». Schliesslich seien Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Alkoholkonsum und Rauchen die Ursache für mehr als 60 Prozent der Todesfälle und 80 Prozent der Krankheitskosten.

Das Unternehmen sieht sich mit seinem Pflichtprogramm für ein gesünderes Leben als Vorreiter, der als erster Lebensversicherer das «verhaltensabhängige Wohlbefinden» fördere. Datenschützer allerdings schlagen schon länger Alarm und weisen auf Risiken und Nebenwirkungen hin, die das Teilen von gesundheitsbezogenen Daten hat. Insbesondere drohe neben Einbussen der Privatsphäre auch die Gefahr, dass ein Versicherter in Zukunft vielleicht gar beweisen müsste, dass er selbst keine Schuld an einer Erkrankung habe.

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