Hands-on mit dem Huawei Mate 20 Pro #TEST #VIDEO

Die Marke Huawei ist äusserst erfolgreich: Der chinesische Konzern ist mittlerweile weltweit die Nummer zwei, hinter Samsung und vor Apple. Und mit dem Mate 20 Pro demonstrierte der Konzern eindrucksvoll, dass sie nicht nur gute und günstige Geräte bauen können, sondern auch im Premiumbereich angekommen sind. Das neue Mate 20 Pro ist ohne Zweifel eines der spannendsten Geräte des Jahres.

Test Huawei Mate 20 Pro – Smartphone ist groß, schick und wasserdicht

Nimmt man das Handy in die Hand, fällt das Design sofort auf: Von vorne sieht es aus wie eine Kreuzung aus iPhone XS und Samsung Galaxy S9. Die Rückseite besteht aus links und rechts leicht abgerundetem Glas – dadurch liegt das Mate 20 Pro besonders gut in der Hand. Typisch für Glas sind allerdings Fingerabdrücke schnell überall sichtbar und das Mate ist gerade bei schwitzigen Händen extrem rutschig. Glücklicherweise hat Huawei eine durchsichtige Silikonhülle in die Box gelegt.

Erstaunlich sind beim Blick auf den eingebauten Mega-Akku die kompakten Maße: Das nach dem IP68-Standard wasserdichte Mate 20 Pro (30 Minuten in bis zu zwei Metern Tiefe) misst gerade mal 157×73,1×9,5 Millimeter bei lediglich 189 Gramm. Das iPhone XS Max wiegt fast 20 Gramm mehr und ist noch etwas größer.

Huawei Mate 20 Pro: Das Design erinnert mit seinen abgerundeten Bildschirmkanten an Samsungs Galaxy S9

Fingerabdrucksensor unter Displayglas

Auch von vorne könnte das Mate 20 Pro ein Zwillingsbruder vom S9+ sein, allerdings ist das Display mit 6,4 Zoll beim Mate um 0,2 Zoll größer und besitzt eine sogenannte Notch. In der Ausbuchtung am oberen Bildschirmrand verstecken sich neben der Frontkamera auch ein Lichtsensor und Infrarot-Empfänger für den Gesichtsscan. Ein wahrer Augenschmaus ist der lang gezogene 19,5:9-Bildschirm: Das riesige OLED-Panel sorgt dank HDR 10 für natürlich wirkende Farben und hohe Kontraste.

Beim Test Huawei Mate 20 Pro Smartphone wird deutlich, dass die Helligkeit allerdings etwas höher sein könnte (640,4 Candela pro Quadratmillimeter). Mit seiner QHD+-Auflösung von 3120 x 1440 Pixeln ist das Display knackig scharf; 545 Pixel pro Zoll auf dem Bildschirm. Interessant: Unter dem Displayglas verbirgt sich ein Fingerabdrucksensor. Ist der innerhalb einer Minute einmal angelernt, funktioniert er ähnlich gut wie die klassischen Fingersensoren.

Wer auf dem Smartphone Filme oder Serien schaut, kommt voll auf seine Kosten – die Stereo-Lautsprecher sind laut und liefern einen sehr guten Klang.

Der OLED-Bildschirm ist 6,29 Zoll groß und hat eine Auflösung von 3120 x 1440 Pixel

Stereo-Lautsprecher an Bord

Die Einkerbung (Notch) am oberen Bildrand ist ähnlich breit wie beim iPhone. Darin befinden sich neben der Frontkamera diverse Sensoren zur Gesichtsentsperrung. Die funktionieren dank Infrarot-Modul sogar im Dunkeln und lassen sich nicht mit einem simplen Foto austricksen wie bei einigen anderen Androiden. Sollte die Gesichtserkennung dennoch einmal versagen, bietet das Mate 20 Pro ein Fingerabdruckscanner im Display.

Das Mate 20 Pro eine IP68-Zertifizierung, ist also süßwasser- und staubdicht. Da das Smartphone fast komplett aus Glas besteht, sollte man es auch besonders schützen. Mit 8,6 Millimetern ist das Mate 20 Pro recht dick geraten, dafür steht die Kamera auf der Rückseite aber auch nicht heraus. Leider fehlt jetzt auch ein Kopfhöreranschluss.

Flotter Kirin-980-Prozessor – nur neue iPhones sind noch schneller

Unter der Haube werkelt der von Huawei eigens entwickelte Kirin-980-Prozessor. Das Gerät ist das derzeit schnellste Android-Smartphone auf dem Markt. Nur die neuen iPhones sind noch etwas schneller. Das hat seinen Grund: Als erster Android-Hersteller nutzt Huawei das neue 7-Nanometer-Fertigungsverfahren. Das heißt, der Chip ist noch kleiner als bei der Konkurrenz und dadurch noch weniger Energie benötigt.

Im Test zeigt das Mate 20 Pro satte Power: Trotz intensiver Nutzung hielt der Akku (4.200-Milliamperestunden) locker 17 Stunden durch – deutlich mehr als das iPhone XS Max oder das Galaxy S9+. Klasse ist auch die Schnellladefunktion, dank der sich das Gerät mit bis zu 40 Watt innerhalb von gut einer Stunde voll auflädt. Gut: Das Mate lässt sich kabellos laden – und es lädt sogar das iPhone und alle anderen Qi-fähigen Geräte drahtlos auf, wenn man es auf die Rückseite legt.

An der Oberseite findet man ein Mikrofon und einen Infrarotsender. So lässt sich das Smartphone als Fernbedienung benutzen

Power-Kamera mit drei Linsen

Wie gehabt setzt Huawei auch bei seinen neuen Geräten auf Kameratechnik von Leica. Die eigenständige Schwarzweiß-Optik wird zugunsten einer Ultraweitwinkel-Linse aufgegeben. Dadurch passt deutlich mehr Inhalt aufs Bild. Die drei Kameraaugen an der Rückseite bilden zusammen mit dem LED-Blitz ein markantes Viereck, das leicht aus dem Gehäuse herausragt.

Nun sind ein Weitwinkel mit 40 Megapixel und der Blende f/1,8 ein Teleobjektiv mit 8 Megapixel und der Blende f/2,4 sowie das Ultraweitwinkel mit 20 Megapixel und Blende f/2,2 an Bord. Der optische Brennweitenbereich reicht von 16 Millimeter bis 83 Millimeter, dazu kommt der Hybrid- sowie der Digitalzoom. Zudem werden Makroaufnahmen ab 2,5 Zentimeter unterstützt.

Durch die Power des Prozessors sind auch neue Effekte bei Videos möglich: So kann man etwa in Echtzeit einen Schwarz-Weiß-Filter über den Hintergrund legen, während die Person im Vordergrund farbig bleibt. Das funktioniert zwar noch nicht immer perfekt, zeigt aber, was mit den nächsten Chip-Generationen alles möglich ist. Die Frontkamera knipst mit 24 Megapixeln und produziert detailreiche Selfies, auf Wunsch auch mit Hintergrundunschärfe.

Diee quadratische Kameraanordnung ist ungewöhnlich. Einem 40-Megapixel-Weitwinkelobjektiv, stehen ein 8-Megapixel-Teleobjektiv und ein Ultra-Weitwinkelobjektiv mit 20 Megapixel-Auflösung zur Seite

 

Android 9 Pie Software und neues Speicherkarten-Format

Als Betriebssystem ist Android 9 Pie installiert, das Huawei mit einer eigenen Benutzeroberfläche angepasst hat. Gut ist auch die Gestensteuerung, die eher an Apples iOS 12 denn an Googles Android erinnert. Wischt man mit dem Finger nach oben, gelangt man etwa auf den Home-Bildschirm.

Anders als bei der P-Reihe lässt sich der interne Speicher von 128 Gigabyte beim Mate erweitern. Dafür ist allerdings eine neue Art von Speicherkarte nötig, die genauso groß ist wie eine Nano-SIM: die NM-Card von Huawei mit 64, 128 oder 256 Gigabyte an zusätzlichem Speicher. Ob die chinesische Eigenentwicklung sich durchsetzt, ist nicht sicher, da sich in den letzten Jahren mit der microSD seit Jahren ein einheitlicher Standard durchgesetzt hat.

Je nach Lichteinfall schimmert und reflektiert die dreidimensionale Beschichtung der Rückseite unterschiedlich

Künstliche Intelligenz

Der eigentliche Clou der Kamera ist jedoch weiterhin die künstliche Intelligenz (KI). Die hat Huawei abermals überarbeitet und bietet nun eine noch bessere Erkennung von Motiven mit mehr Szenarien und mehr Einstellungen. Erkennt das Mate 20 Pro z.B. einen Hund, schaltet es sofort in den passenden Modus mit optimalen Bildeinstellungen. Der neue KI-Chip zerlegt das Bild im Bruchteil einer Sekunde in bis zu zehn Einzelteile und optimiert jedes Puzzlestück automatisch.

Fazit des Tests und Hands-on mit dem HUAWEI Mate 20 Pro

Tolle Kamera, schickes Design, eine lange Akkulaufzeit, dazu innovative Funktionen wie das Laden von anderen Smartphones: Das Huawei Mate 20 Pro gehört zu den besten Android-Smartphone des letzten Jahres. Vor allem Hobby-Fotografen von dem Smartphone begeistert sein. Mit 990 Euro ist das Mate 20 Pro jedoch alles andere als ein Schnäppchen.

So teuer war jedenfalls noch kein Huawei-Smartphone, immerhin ist es noch günstiger als das entsprechende iPhone.

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