Auszeit: Linux-Gründer Linus Torvalds macht Pause

31. Oktober 2018 | by MaxiT

Linus Torvalds, Chef der Kernel-Entwicklung des freien Betriebssystems Linux, ist bekanntermassen nicht um deftige Worte und Wutausbrücke verlegen. Nun hat er sich schriftlich für sein Verhalten entschuldigt – und eine Auszeit angekündigt.

 

Per Mail auf der öffentlichen Entwickler-Mailingliste entschuldigt sich Torvalds «bei all jenen, die er mit seinem persönlichen Verhalten verletzt und dadurch womöglich von der Kernel-Entwicklung vertrieben habe». Er wolle eine Auszeit nehmen und dazu nutzen, die Gefühle anderer besser zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

 

Immer wieder im Ton vergriffen

 

Die Ankündigung folgt auf Diskussionen um einen Konferenz-Termin, den der Linux-Gründer verbummelt hatte. Die jährliche Veranstaltung zur Besprechung von Abläufen innerhalb der Linux-Community fiel daraufhin in Torvalds Familienurlaubszeit – und wurde von den Entwicklern schliesslich verschoben.Torvalds selbst hatte vorgeschlagen, das Treffen ohne ihn zu veranstalten.

 

Insbesondere hat Torvalds sich in der Vergangenheit immer wieder mit schroffen Bemerkungen und Tiraden per Mail Luft gemacht. Der Sprachstil und die Umgangsformen des Finnen sowie der Umgangston auf den Austauschplattformen der Entwickler sind seit längerem ein hitziges Diskussionsthema der Community.

 

3.000 freiwillige Entwickler

 

Linux ist ein Kernel, der seit Jahren ununterbrochen weiterenwickelt wird. Alle paar Wochen veröffentlicht Torvalds in der Regel eine neue Version des Betriebssystem-Kerns, auf dem unzählige Betriebssysteme aufsetzen.

 

Zuletzt haben weit über 3.000 freiwille Linux-Entwickler an der neuesten Kernel-Version mitgewirkt – und dem Quellcodeverzeichnis im September weitere 225.000 Zeilen beschert. Vor rund einem Jahr hat das Verzeichnis mit seinen Codezeilen die 25-Millionen-Marke geknackt.

 

Torvalds will sich nicht komplett zurückziehen, sondern Linux wieder betreuen und auch künftig das Projekt fortführen, an dem er «seit fast drei Dekaden» arbeite. Er könne sich auch einen E-Mail-Filter vorstellen, der sein Gefluche blockiere, so der Linux-Gründer.

Foto: Wilkimedia/CC

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