Hands-On | Nikon D5600 im Test: Mittelklasse-DSLR mit Profi-Features und Web-Anbindung

31. Mai 2017 | by Silvia Kling

Nikon D5600 im Test

Und es hat „knips“ gemacht: Schon beachtlich, was eigentlich für Hobbyisten konzipierte DSLRs mittlerweile auch für ambitionierte Fotografen und Profis bieten.

Bestes Beispiel hierfür ist etwa die neue Nikon D5600. Mit der kompakten Mittelklasse-DSLR hat der japanische Hersteller ein interessantes Nachfolgemodell der D5500 auf den Markt gebracht, die gegenüber dem Vorgänger mit verschiedenen kleinen, aber feinen Änderungen aufwarten kann.

„Snapbridge“-Technologie für Social-Media-Fotos

Die neue Nikon D5600 reiht sich oberhalb der D3400 ein ein und kommt ebenfalls mit der „Snapbridge“-Technologie, die auf Bluetooth und WLAN basiert. Damit können Fotos und Videos direkt an Smartphones oder Tablets übertragen werden.

Praktisch ist das etwa für unterwegs, wenn man mit der digitalen Spiegelreflex aufgenommene Urlaubsbilder sofort nach dem Schnappschuss von der DSLR im Social Web teilen möchte.

 

Die „Snapbridge“-Technologie hat der Hersteller aus Nippon im letzten Jahr erstmals in der D3400 vorgestellt, u.a. ist die Übertragungstechnik nun auch in der D7500 integriert, dem kleinen Schwestermodell für das DX-Flaggschiff Nikon D500.

„Snapbridge“ ist definitiv eine der größten Neuerungen der D5600, die Verbindung bei unseren Tests mit einem aktuellen Android-Smartphone von Huawei funktionierte sehr gut. Die App ist ok, nicht sonderlich ausgeklügelt, aber gut zu bedienen. Fotos mit zwei Megapixeln Auflösung werden im Hintergrund auf das Handy übertragen, können aber auch als „Batch“ synchronisiert werden.

Solide Ausstattung mit 39-Punkt Autofokus

Die sonstige Ausstattung der D5600 ist wie in dieser Preis- und Leistungsklasse üblich solide bis gut. So kommt der jüngste DSLR-Zugang im Nikon-Portfolio mit einem 24 Megapixel APS-C-Sensor und einem sehr flotten 39-Punkt Autofokus (hier muss gesagt werden, dass der Autofokus im Live-View-Modus nicht sonderlich schnell ist).

Auch die Bildqualität bis ISO 1.600 ist hervorragend, selbst Bilder mit ISO 6400 sind beachtlich. Die 16 Motiv-Programme sind auch für Einsteiger oder Fans von „Vollautomatik“-Modi völlig ausreichend.


Wir haben die D5600 bei verschiedensten Projekten eingesetzt, u.a. als Dokumentations-Kamera beim Dreh im Fußball-Stadion bei Bundesliga-Matches des VfL Wolfsburg, bei Berichterstattung von Messen, beim Location-Check für eine Video-Produktion in den Schweizer Alpen, in der Handball-Junioren-Liga bei schwierigen Lichtverhältnissen oder bei der City-Tour mit dem Retro-Klapprad (siehe Bildergalerien unten – Video-Feature dazu folgt).

Sehr cool: Dreh- und schwenkbarer Screen mit Touchpad-Funktion

Mit vernünftigen (Profi)-Optiken wie einer 85mm Festbrennweite entstehen klasse Portraits. Die Kombi mit einem 70-200mm f2.8 Tele-Zoom setzt besonders viel kreatives Potenzial frei – siehe Bildergalerie unten. Aber auch die Ergebnisse der mitgelieferten Kit-Optik können sich sehen lassen.

Sehr praktisch ist auch der dreh- und schwenkbare Screen mit Touchpad-Funktion, der im Vergleich zu Wettbewerber-Kameras recht groß und kontrastreich geraten ist. Ebenso gut gelöst: Über den integrierten Näherungssensors oberhalb des Suchers schaltet sich die Bildschirmanzeige automatisch ab.

Hobby-DSLR auch für Enthusiasten

Der Body der nur 660 Gramm leichten Nikon D5600 (mit der Kit-Optik AF-P 18-55 VR) ist trotz Plastikgehäuse recht robust und liegt ergonomisch ganz gut in der Hand. Auch das Daumenrad rechts oben lässt sich gut bedienen – schade nur, dass auf ein zweites Einstell-Bedienrad verzichtet wurde, das man von anderen (größeren) Nikon-DSLR-Modellen kennt.

Vermisst werden auch physische Tasten für die ISO-Einstellungen oder den Weißabgleich („White Balance“). Wer zum Beispiel die ISO-Automatik nutzen will, muss dieses Feature umständlich im Menü aktivieren. Auch der optische Sucher hätte etwas grösser konstruiert werden können.

Fazit: Spitzen-Kamera für kleinen Geldbeutel

Unterm Strich ist die D5600 eine Spitzenkamera für den kleinen Geldbeutel, die nicht nur für Einsteiger sehr gut geeignet ist, sondern auch ambitionierten Hobby-Foto-Fans und Semi-Profis viel Spass bereiten dürfte.

Selbst Raw-Aufnahmen lässt das Einsteiger-Modell zu – und gibt damit den Fotografen alle Optionen, Bilder frei nach Gusto am Rechner nachbearbeiten zu können.

 

Auch über die Video-Aufnahme-Funktion darf man nicht meckern: Die D5600 nimmt Bewegtbild in Full-HD mit bis zu 60 fps (Bildern pro Sekunde) auf – das ist Klasse für die derzeit ja so angesagten Super-Zeitlupen. Das integrierte Stereo-Mikro macht ebenfalls einen sehr soliden Job für eine Cam in dieser Preisklasse.

Die Nikon D5600 kostet in Online-Shops inkl. Kit-Objektiv aktuell um die 690 Euro. Die Kit-Linse ist ein AF-P 18-55 VR Objektiv und entspricht einem 27-83 mm Objektiv im klassischen 35mm-Fotografie-Bereich (bei Faktor 1,5).

 

Links: Nikon.de

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