Lenovo Yoga Book: Innovatives Notebook/Tablet im #Test #HandsOn

15. Februar 2017 | by Torsten Könekamp

Lenovo Yoga Book Test

Clevere Idee: Lenovo kreierte ein Mix aus Notebook und Tablet mit Zeichen-Tastatur für die Generation Smartphone. Auf jeden Fall ist das Yoga Book von Lenovo eine der spannendsten Technik-Neuheiten der letzten Zeit. Wir haben es ausführlich getestet.

Während der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) gehörte es zu den Highlights. Nun ist das Yoga Book von Lenovo im Handel, und auch wenn man es im Alltag länger nutzt, fragt man des öfteren, was dieses Gerät eigentlich in erster Linie ist: ein Tablet mit Zusatzfunktionen oder ein besonders kompaktes Notebook?

Denn das Yoga Book kommt ganz ohne klassische Tastatur aus. Stattdessen hat das Gerät eine große Touch-Fläche, die auch als Tastaturersatz genutzt werden kann, vor allem aber Stifteingaben durch Papier ermöglicht. Wer also viel zeichnet oder oft handschriftliche Notizen verfasst, kann diese ganz einfach digitalisieren.

Der Clou ist die Tastatur, die nur aus virtuellen Tasten besteht. Die weiß umrandeten Tasten vibrieren bei jeder leichten Berührung

Design und Form

Was zunächst fasziniert, ist die Form. Mit Maßen von 25,7 × 17 Zentimeter und einer Höhe von 9,6 Millimeter nimmt es nicht einmal die Fläche eines DIN-A4-Blattes ein und ist nur unwesentlich größer als ein iPad. Das Gehäuse aus einer Magnesium- und Aluminiumlegierung ist sehr gut verarbeitet und das silberne Gliederscharnier, das auch bei vielen anderen Yoga-Geräten zum Einsatz kommt, funktioniert einwandfrei und sieht auch gut aus.
Das flexible Scharnier, mit dem Unterbau und Bildschirm verbunden sind, ermöglicht verschiedene Arten, das Gerät zu nutzen – zum Beispiel als Laptop, Tablet oder Mini-Fernseher.

Das Yoga Book ist nur 690 Gramm schwer, und besteht aus zwei Hälften, die sich nicht trennen lassen. Die obere ist das Display mit 1920 × 1200 Pixel, also der Auflösung eines typischen 13-Zoll-Notebooks.
Die untere ist eine glatte Fläche mit zwei Betriebsmodi. Als Zeichenfläche legt man hier einfach ein Blatt Papier auf und malt mit dem Stift. Jede Stiftbewegung auf der Zeichenfläche landet sogleich auf dem Display der anderen Seite. Das Papier muss kein Spezialpapier sein, aber es funktioniert nur dieser eine batterielose Stift, der bis zu 2048 Druckstufen unterscheiden kann. Die Mine lässt sich gegen eine mit Tinte ersetzen, dann sieht man alles, was man geschrieben oder gemalt hat, auf dem Papier.

Im Lieferumfang ist ein Stylus enthalten, ein digitaler Stift

Wer Microsoft One Note verwendet, erhält also umgehend seine Mitschriften digitalisiert. Allerdings ist eine Handschrifterkennung nicht vorhanden. Lenovo liefert dafür ein magnetisches Klemmbrett samt Papierblock mit, auf dem man mit gewöhnlichem Kugelschreiber schreiben kann.
Im zweiten Modus dient die Fläche als Touchscreen-Tastatur. Die Tasten sind nicht physikalisch vorhanden. Wie beim Smartphone wird eine Tastatur mitsamt Touchpad angezeigt. Die weiß umrandeten Tasten quittieren jede leichte Berührung mit Vibration. Man kann seine Finger nicht auf dem Keyboard ablegen, das wird sogleich als Kakophonie Dutzender Tastenanschläge interpretiert. Das Schreiben mit dem Halo genannten Keyboard ist der größte Schwachpunkt dieses Geräts – wenn man mit zehn Fingern schreibt. Wer mit zwei Fingern tippt, bemerkt die ungewöhnliche Technik vielleicht nicht, aber präzises Arbeiten, auch mit Maus und Cursor, ist nur schwer möglich.
Aber ein Windows-10-Rechner, der so unglaublich klein ist, dass man ihn gern mitnimmt. So ersetzt das Yoga Book ein iPad oder Android-Tablet, und man hat unterwegs einen „richtigen“ PC, den man mit Software vollpacken kann. Kleines Manko: Das nur mit 64 Gigabyte erhältliche SSD-Laufwerk ist allerdings etwas knapp bemessen. Für unseren Versuch reichte die Kapazität aber vollkommen aus, ebenso die vier Gigabyte Arbeitsspeicher.
Auch bei den Schnittstellen hätte man sich etwas mehr Auswahl gewünscht. Die einzige Micro-USB-Buchse wird meist durch das Netzteil belegt, Bildschirme müssen per Micro-HDMI angeschlossen werden. An der rechten Seite gibt’s ein Kopfhöreranschluss.

Dieses Notebook sieht auf den ersten Blick aus wie ein normaler Laptop

Android oder Windows

Das Tablet gibt es wahlweise mit Googles Betriebssystem Android OS 6.0.1 Marshmallow oder Windows 10. Als CPU kommt ein Intel Atom x5-Z8550 zum Einsatz. Dazu gibts 4 Gigabyte RAM und 64 Gigabyte Flash, wovon dem Nutzer ungefähr 50 GB zur Verfügung stehen. Über microSDXC-Karte lässt sich der Speicher um bis zu 2 Terabyte erweitern. Ein 8500-mAh-Akku sorgt für reichlich Power – bis zu 15 Stunden kann man das Tablet nutzen.

Im Innern werkelt ein Atom X5 mit 1,44 Gigahertz, dessen vier Kerne mit 2,4 GHz takten. Der Prozessor gehört zwar nicht zu den schnellsten, aber für die meisten Office-Anwendungen reicht der Atom X5 gut aus, nur Bilder und Videos sollten nicht bearbeitet werden, da spätestens dann die Leistung kaum reicht.
Insgesamt bekommt man mit dieser flachen Flunder ein vollständiges Windows mit allen Programmen und Diensten auf kleinstem Raum.

Power satt

Zusammengeklappt gelingt die Bedienung mit dem Stift oder allein mit dem Finger gut. Stundenlanges Halten in der Hand ist zwar ob des Gewichts nicht angesagt, aber sobald man eine Ablagemöglichkeit hat, eignet sich das Lenovo auch als Lesegerät für digitale Inhalte.
Das Display ist überzeugend, und weitere Nutzerdaten lassen sich auf einer Micro-SD-Karte unterbringen. Außerdem kann man das Yoga Book wie ein Zelt auf den Kopf stellen, es als mobilen Mini-Ferseher fürs Schlafzimmer nutzen oder mit Micro-HDMI sogar größere Bildschirme bespielen. Die Akkulaufzeit ist sehr überzeugend. Mehr als zehn Stunden sind problemlos zu schaffen. So lang kann man surfen, Notizen verfassen, Texte tippen, Musik streamen oder Videos schauen. Besser geht’s wirklich nicht.

Mit Windows kostet das Yoga Book in der Standardkonfiguration knapp 599 Euro. Im Preis enthalten sind der Stift und die Halterung für einen Papierblock. Ein eingebautes Mobilfunkmodem mit LTE kostet 100 Euro Aufpreis. In einer zweiten Variante ist das Yoga Book mit Android 6 erhältlich, der Basispreis liegt dann bei 499 Euro, auch hier lässt sich ein LTE-Modem für weitere 100 Euro wählen. Alles in allem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugend. Sowohl als Tablet wie auch als Windows-Rechner macht das Gerät nicht nur eine gute Figur.

Mit Maßen von 25,7 × 17 Zentimeter und einer Höhe von 9,6 Millimeter nimmt es nicht einmal die Fläche eines DIN-A4-Blattes ein

Fazit

Lenovos schickes Yoga Book ist wirklich eine innovativ und vielseitiges Notebook, das per LTE sogar mobil ins Netz geht und eine lange Akkulaufzeit bietet. Der Clou des Yoga ist das große Touchpad: Das ersetzt die klassische Tastatur, indem es die Tasten zum Antippen einblendet.

Da diese leuchten, kann der Nutzer auch im Dunkeln Texte schreiben. Die Möglichkeit, handschriftliche Notizen und Zeichnungen anzufertigen, hebt es aus der Masse ähnlicher Geräte wunderbar heraus. Design und Verarbeitung sind hochwertig. Für diesen günstigen Preis kann man das Gerät wirklich empfehlen.

Daten des Lenovo Yoga Book im Überblick:

  • 10,1 Zoll großes IPS-Panel mit FullHD-Auflösung
  • Intel Atom x5 Prozessor
  • 4 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher, per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweiterbar
    als Betriebssystem Windows 10 oder Android 6.0 Marshmallow mit Wacom Stylus
  • Touch-Tastatur
  • bis zu 15 Stunden Akkulaufzeit
  • 9,6 mm dünn
  • Gewicht: 690 Gramm

  

 

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