Hands-On | Google Smartphone Pixel XL im Test #VIDEO

4. Januar 2017 | by Torsten Könekamp

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Hands-On mit dem Pixel XL: Google geht unter die Hardware-Hersteller. Die Pixel-Smartphones des Suchgiganten sind derzeit die einzigen Geräte, auf denen bereits das Android 7.1 läuft. Die Smartphones gibt’s in zwei Größen: Das Pixel hat 5 Zoll, das Pixel XL 5,5 Zoll. Wir haben das größere Modell ausführlich getestet.

Es ist eine Trendwende, denn Google bestimmt bei seinen neuen Pixel-Smartphones alles allein – vom Design bis zur Ausstattung. Und: Der Suchgigant hat jetzt nicht nur ein eigenes Betriebssystem, sondern auch das eigene Smartphone dazu.

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Damit gibt es erstmals ein Handy „made by google“, wie die Marketingabteilung des Unternehmens hervorhebt. Vorher wurden etablierte Hersteller wie HTC, LG oder Huawei mit der Fertigung Nexus-Geräte beauftragt, die bislang als Google-Handys bezeichnet wurden. Das erfolgreiche Konzept, Hard- und Software aus einen Unternehmen zu nutzen, galt bisher nur für Apples Bestseller.

Design

Vom Design her erinnern die beiden Smartphone von Google zwar stark an das iPhone, aber von Apple haben sich in der Vergangenheit ja auch andere Hersteller inspirieren lassen. Die Entwicklung von Hardware und Software wird jetzt zentral von einem Google-Team gesteuert. Der Plan: Mit dem Google Pixel und dem größeren Pixel XL will der Suchmaschinen-Riese Apple und Samsung angreifen.

Auch wenn das Pixel dem iPhone ähnelt, ganz so hübsch und so wertig wie Apples Meisterstück kommt es allerdings nicht daher. Die Rückseite beim Pixel ist zweigeteilt, sie besteht aus Glas und mattem Aluminium.

Ob das Design gefällt, ist natürlich eher Geschmacksache. So stört ein wenig das glänzende Material, das das obere Drittel der Rückseite überzieht. Es sieht wie Kunststoff aus, ist allerdings gefärbtes Gorilla Glas. Das hat auch einen technischen Hintergrund, denn es verbessert den Signalempfang der Antenne. Besonders auffällig ist die Rückseite bei der silbernen Farbe des Pixel, weil der Kunststoff sich in weiß deutlich vom silbernen Metall abhebt.

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Technik

Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Unter der Haube werkelt ein Snapdragon 821 von Qualcomm – einer der schnellsten Prozessoren. Das Amoled-Display überzeugt mit knackigen Farben, auch wenn es nicht ganz so hell erstrahlt wie das des Sony Xperia XP. USB Typ C ist an Bord, der Arbeitsspeicher mit 4 Gigabyte ist üppig, der interne mit 32 GB gerade so hinreichend.

Die Akkuleistung von 2770 beim kleinen und 3450 Milliampere-Stunden beim großen Pixel entsprach im Test den Erwartungen. Während das 5-Zoll-Gerät bereits nach einem Tag voller Auslastung aufgeladen werden muss, hält das Phablet in der Regel fast zwei Tage durch. Ins Wasser sollte man mit den Geräten aber nicht gehen. Was jedoch kein anderes Smartphone hat, ist der neue Assistent von Google. Der Nutzer fragt, die Maschine antwortet und lernt. Wer Google Now kennt und nutzt, wird daher den Assistenten mögen.

Das Pixel XL ist mit 5,5 Zoll ein gutes Stück größer als der kleinere Bruder (5,0 Zoll), die Auflösung liegt bei 2560 x 1440 Pixeln. Der Akku des Google Smartphone Pixel ist beim großen Modell ebenfalls deutlich dicker ausgefallen. Beide Modelle werden über USB-C geladen und lassen sich dank Quick Charge extrem schnell betanken. Ein Kopfhöreranschluss ist im Gegensatz zum iPhone 7 vorhanden, allerdings muss man die Kopfhörer extra kaufen.

Neue Software

Mit Android 7.0 Nougat hat Google die sogenannten App-Shortcuts eingeführt. Dabei handelt es sich um Zusatzfunktionen, die man schnell und direkt über die App-Icons aufrufen kann. Die Aktivierung der App-Shortcuts ist einfach: Wenn man z.B. bei der Twitter-App etwas länger auf ein Icon drückt, erscheinen Shortcuts zum Verfassen eines Tweets, einer Direktnachricht und dem Start der Suche.

Unter anderem unterstützen der Google-Play-Store, Gmail, Google Maps, Allo, der Google Kalender und Google Fotos diese Funktion. Das Angebot an Apps ist zwar noch recht überschaubar, aber jeder Entwickler kann die Funktion in seine App integrieren.

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Das Pixel von Google gibt’s in zwei Größen und drei Farben

Top-Kamera bei Google Smartphone Pixel

Die Kamera-App ist sehr durchdacht gestaltet. Selbstauslöser, HDR, Rasteranzeige, Blitz und Weißabgleich lassen sich mit einem Fingertipp aufrufen. Sehr praktisch ist die Belichtungskorrektur, weil sie immer zum Scrollen an der rechten Seite zur Verfügung steht.

Eine Verzögerung beim Auslösen gibt es nicht und auch der Autofokus reagiert sofort – er zieht die Schärfe nach, sobald sich Objekt oder Handy bewegen. Und auch Video-Clips gefallen beim Pixel, da einen gut funktionierenden elektronischen Bildstabilisator hat.

Für Fotos und Videos: eine 4K-fähige Hauptkamera mit 12,3 Megapixeln und einer Blende von f/2.0. Vorn ist eine 8-Megapixel-Kamera (Blende f/2,4) verbaut, die auch HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde filmt. Manko für lange 4K-Aufnahmen: Bei der Speichergröße müssen sich Käufer zwischen einer 32-Gigabyte- und einer 128-Gigabyte-Variante entscheiden, einen Speicherkartenslot gibt es nicht.

Die Kamera-Software nutzt das hohe Tempo der Hardware aus, um im Smartburst-Modus eine Serie von Schnappschüssen zu erstellen und das Beste davon automatisch auszuwählen.
Über den Look der Bilder entscheidet allerdings die eingesetzte Software, die die Daten des Sensors verarbeitet. Über den Bildern liegt – ähnlich wie bei Apple und Samsung – manchmal ein leichter Gelbstich, die Farbsättigung ist hoch, die Bilder kommen daher sehr knackig rüber.

Preis

Auch beim Preis orientiert sich Google anscheinend beim Konkurrenten Apple. Das Gerät mit 5 Zoll großem Bildschirm kostet mit 32 Gigabyte 759 Euro, für das Phablet mit 5,5-Zoll-Display muss man 899 Euro berappen. Und wer das Pixel XL mit 128 GB internem Speicher kaufen will, überschreitet sogar die 1000-Euro-Grenze.

Links: https://madeby.google.com/phone |  Google Pixel Smartphone 

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