Pokémon Go: Bundeswehr-Standorte sollen gelöscht werden

10. September 2016 | by Denise Kohmann

Irregeleitete Spielern – Bundeswehr fürchtet sich um Monsterjäger: Das Verteidigungsministerium will wegen Sicherheitsbedenken die Standorte der Bundeswehr inklusive Übungsplätze und Schießanlagen als Objekte im Smartphone-Spiel Pokémon Go löschen lassen.

„Derzeit laufen Gespräche mit dem Spielebetreiber“, sagt ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums heute in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Bundesregierung fürchtet, dass Monsterjäger sich in Gefahr bringen.

So wurde der Fall von drei irregeleiteten Spielern bekannt, die auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Bergen in der Lüneburger Heide landeten – während Soldaten dort das Schießen mit scharfer Munition übten. Es habe „akute Gefahr für Leib und Leben“ bestanden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Linken-Abgeordneten.

Bei zwei weiteren Vorkommnissen könne ein Zusammenhang mit dem Spiel nicht ausgeschlossen werden. „Einrichtungen der Bundeswehr sind keine Spielplätze“, mahnte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zudem könnten sich feindliche Agenten als Pokémon-Jäger tarnen, um „in sicherheitsgefährdender Absicht das Fotografierverbot“ zu missachten, schreibt die Regierung in der Antwort.

Zahlen zu Zwischenfällen nannte das Verteidigungsministerium nicht, da Vorfälle im Zusammenhang mit dem Handyspiel im militärischen Bereich nicht separat erfasst würden. Spieler können bei Pokémon Go virtuelle Monster in realer Umgebung jagen. In der Truppe scheint dies aber eher kein Thema zu sein.

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