Total global: Netflix gibt Vollgas – Start in weiteren 130 Ländern

6. Januar 2016 | by TechFieber.de

Web-Kino Netflix startet international durch

130 auf einen Streich: Webfilm-Pionier Netflix ist seit heute in weiteren 130 Ländern verfügbar. Das US-Unternehmen hat damit fast sein Ziel erfüllt, global verfügbar zu sein. Bisher war Netflix in rund 60 Ländern präsent. 

Nur in China gebe es Netflix weiterhin nicht, sagte Gründer und Chef Reed Hastings auf der CES in Las Vegas. Das Unternehmen hoffe aber, mit der Zeit auch dort zu starten. Zu den neuen Netflix-Ländern gehören Indien, Polen, Russland, Nigeria und Aserbaidschan. In Deutschland mischt Netflix mit seinen Filmen und Serien seit Oktober 2014 den Markt auf.

Die US-Firma, das mit dem Postversand von DVDs anfing, ist einer von mehreren Anbietern, die Filme und Videos aus dem Netz bereitstellen. Ein internationaler Rivale ist Amazon mit seinem Streaming-Angebot, außerdem gibt es lokale Anbieter wie Maxdome oder Watchever in Deutschland.

Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Serien und Filme, für die der Konzern die Rechte hält und sie deshalb nach Belieben in aller Welt zeigen kann. Für dieses Jahr werden Investitionen von rund fünf Milliarden Dollar für eigene Programme und den Ankauf fremder Inhalte erwartet.

Allein in diesem Jahr sollen 31 Serien sowie zwei Dutzend Filme und Dokumentationen veröffentlicht werden. Netflix engagierte dafür auch Stars wie Adam Sandler oder Angelina Jolie. Die Ausgaben werden zum Teil mit geliehenem Geld finanziert. Nach dem dritten Quartal vergangenen Jahres hatte der Streaming-Dienst 69 Millionen Kunden weltweit.

China mit seinen politischen Einschränkungen bleibt als Markt schwer zu erschließen. Die Lücke füllen lokale Anbieter aus. In Las Vegas sorgte dieses Jahr bereits der Gründer des manchmal als «Netflix Chinas» bezeichnet Online-Videodienstes Leshi Television, Jia Yueting, für Aufsehen. Er finanzierte die Entwicklung eines bei der CES vorgestellten Super-Sportwagens mit Elektro-Antrieb.

Hastings hatte zuvor angekündigt, Netflix solle bis Ende 2016 praktisch überall auf der Welt zu sehen sein. Jetzt hieß es, die Krim, Nordkorea und Syrien würden wegen Einschränkungen der US-Regierung weiterhin weiße Flecken auf der Netflix-Landkarte bleiben. Hastings sprach dennoch von der Geburtsstunde eines globalen Internet-Fernsehsenders. Netflix biete inzwischen Programme in 21 Sprachen an. Heute wurden auch zwei Chinesisch-Varianten hinzugefügt.

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