TV-Spitzel und Kühlschrank-Spam: Datensicherheit im SmartHome wird wichtiger

10. Juni 2015 | by Sachiyo Tanaka

Wenn der Fernseher bespitzelt und der Kühlschrank Spam verschickt

Experten fordern stärkeres Bewusstsein für Datensicherheit im vernetzten Zuhause: Gemäß einer Studie der Fokusgruppe Connected Home des Nationalen IT-Gipfels (basierend auf Schätzungen von Deloitte) wird die Anzahl der Smart Home Haushalte bis zum Jahr 2020 die Millionengrenze überschreiten. Bei aller Euphorie um das vernetzte Zuhause bemängeln Experten fehlende Sicherheitsstandards.

Eine positive Entwicklung im SmartHome-Sektor prognostiziert auch eine Studie der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, die dem deutschen Smart-Home Markt bis 2025 einen kumulierten Umsatz von 19 Milliarden Euro attestiert.

Allen guten Aussichten zum Trotz warnen Experten vom Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) vor mangelhaften rechtlichen Rahmenbedingungen. So fehlen laut eco etwa Hersteller-übergreifende Sicherheits- und damit auch Entwicklungsstandards. „Je mehr Anbieter unkontrolliert auf den Markt drängen, desto schwieriger wird es, einen ausreichend hohen Sicherheitslevel im Smart Home nachhaltig zu erreichen“, so Oliver Dehning, Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit bei eco.

Lauschangriff in der Privatsphäre

Dazu kommt das fehlende Sicherheitsbewusstsein der Nutzer. Tatsächlich sehen laut dem Report IT-Sicherheit 2015 des Verbands über 80 Prozent der befragten Experten der IT-Branche das größte Problem für den smarten Markt in dem fast schon unbekümmerten Umgang mit Daten. Dabei zeigen unzählige Beispiele die drohenden Gefahren für die Privatsphäre.

Dazu gehört das Samsung Smart TV, das Gespräche im Wohnzimmer mitgehört und Informationen an Dritte weitergegeben haben soll. Zwar sollen, laut Berichten des Stern, bis Ende Mai nicht nur diese Sicherheitslücken durch ein Update behoben werden, sondern auch alle weiteren HbbTV-fähigen Samsung TV-Modelle ein Software-Update bekommen. Dennoch: Auf die Weitergabe der Daten an Dritte weist Samsung in den Lizenzvereinbarungen sogar hin.

Welche weiteren Gefahren es geben kann, darüber berichtet Sicherheitsanbieter Kaspersky in seinem Blog „Wie ich das Haus hackte“. Schon bei fünf smarten Haushaltsgeräten entdeckte Kaspersky über 14 Sicherheitslücken.

Allianzen schaffen, Glaubwürdigkeit erhöhen

Um Datensicherheit im Chaos garantieren zu können, sprach sich der Nationale IT-Gipfel bereits im Jahr 2014 für Allianzen zur gemeinsame Entwicklung von Smart Home-Standards und -Plattformen aus.

„Erste Schritte sind hier schon gemacht, unter anderem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das mit der Förderung des VDE-Zertifizierungsprogramms ‚Smart Home + Building‘ die deutsche Wirtschaft entscheidend unterstützt“, fügt Dehning hinzu.

+ Link: eco.de | Foto: Yamaha

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