IFA | CE-Trends der IFA 2015: UHD TV, Fit-& Fun-Tech, smarte Wearables, Sound in 3D

27. April 2015 | by TechFieber.de

IFA | CE-Trends der IFA 2015: Schönere Pixel, Fitness-Gadgets, Sound in 3D

Im September ist es wieder soweit: Die IFA präsentiert auch in diesem Jahr wieder in Berlin die Trends aus allen Bereichen der Consumer-Electronics-Branche. Unter anderem Ultra-HD-Bildschirme mit noch eindrucksvolleren Farben und spektakulärem Kontrast, Heimkino-Sound in drei Dimensionen, innovative Software-Plattformen für smarte Vernetzung, Sensoren für Fitness und Gesundheit, Süßigkeiten oder Modeschmuck aus dem 3D-Drucker, Musik aus drahtlosen Netzwerken.

UHD reif für den Massenmarkt – ob mit oder ohne Kurven
Fernsehgeräte mit elegant geschwungenen Bildflächen zählten schon 2014 zu den Stars der Messe. In diesem Jahr setzt sich der Trend fort – und variiert das Thema mit Bildschirmen, die ihre Silhouette sogar wechseln können.

Sie nehmen ganz nach Bedarf, mal eine komplett flache, mal eine gewölbte Oberfläche an: Ein Druck auf die
Fernbedienung bringt den Schirm mit Motorkraft in die gewünschte Form. Ob „Curved“ oder flach – UHD, die ultrahohe Auflösung mit acht Millionen Bildpunkten, zählt in den gehobenen TV-Klassen fast schon zur Standard-Ausstattung.

Sogar Bildschirme mit Diagonalen um 40 Zoll (102 Zentimeter) schmücken sich immer öfter mit dem UHD-Logo. Die UHD-Modelle des Jahrgangs 2015 sind ausgereift und zukunftssicher: Die Neuheiten der führenden Hersteller unterstützen den jüngsten, besonders effizienten Video-Kompressionsstandard HEVC (H.265), haben HDMI-Anschlüsse
für hohe UHD-Datenraten und entsprechen den Kopierschutzanforderungen künftiger UHD-Medien.

Auch das Angebot von Inhalten in UHD-Auflösung kommt noch in diesem Jahr spürbar voran. Schon stellen erste Online-Dienste UHD-Spielfilme ins Netz. Geräte- und Filmindustrie haben sich zur UHD Alliance zusammengeschlossen, um die Produktion von UHD-Inhalten voranzutreiben und um alle Kompatibilitätsanforde-rungen vom Studio bis zum Bildschirm sicherzustellen. Und die Formatfamilie der Blu-ray Disc wird auf der IFA ihren jüngsten Nachwuchs vorstellen – eine Scheibe, die Filme in UHD-Qualität speichern kann. Passende Abspielgeräte wird die IFA ebenfalls zeigen.

Zudem kann man die eigenen Urlaubsvideos in UHD-Qualität drehen. Eine rasch wachsende Anzahl hochwertiger Spiegelreflex- und kompakter Reisekameras beherrscht bereits die UHD-Aufnahme, sogar einige Action Cams filmen im superfeinen Raster. UHD-Camcorder in klassischer Bauweise sind in diesem Jahr schon so kompakt, dass sie mühelos ins Handgepäck passen. Besonders interessant: Neue, extrem wirksame optische Bildstabilisatoren helfen, das UHD-Qualitätspotential wirklich auszureizen.

UHD der nächsten Generation macht die Pixel schöner
In Expertenrunden gilt der Satz schon als geflügeltes Wort: UHD steht nicht nur für mehr, sondern auch für schönere Pixel. Zum Beispiel für eindrucksvollere Farben: Die Top-Modelle unter den neuen UHD-Fernsehgeräten stellen einen erweiterten Farbraum dar, wie die Fachleute sagen. So zeigt sich auf ihren Schirmen ein gepflegter Golfrasen in einem so satten Grün, dass der Zuschauer Lust bekommt, zum Schläger zu greifen. Und Tomaten leuchten so rot, dass dem Betrachter das Wasser im Mund zusammenläuft.

Für solche Fähigkeiten sind Nanokristalle in den roten und grünen Farbfiltern der LCD-Bildschirme verantwortlich. Auch OLED-Bildschirme, die zur IFA in etlichen neuen Modellvarianten erscheinen, geben ein erweitertes Farbspektrum wieder. Der sichtbare Effekt: Schöne, natürlichere Farben sorgen für eine noch höhere Erlebnisqualität.

Demselben Ziel gilt die Technik „High Dynamic Range“, kurz HDR. Gemeint ist ein Kontrastumfang, der das Niveau bisher üblicher Bildschirme weit hinter sich lässt. HDR galt bisher als Fernziel, aber schon die Spitzenmodelle unter den jüngsten UHD-Fernsehern zeigen auf, wohin die Technik-Evolution geht: Sie lassen helle Bildpartien spektakulär strahlen, verfinstern düstere Szenen mit tiefstem Schwarz und zeichnen alle Abstufungen zwischen den Extremen sensibel nach. So lassen sie jede Feuerwerks-Rakete vor einem pechschwarzen Nachthimmel gleißend echt aussehen.

Der Wettbewerb der Betriebssysteme
Smart-TVs empfangen nicht nur konventionelles Fernsehen, sie können auch auf Inhalte und Dienste aus dem Internet zugreifen – zum Beispiel auf die Mediatheken der Sender, auf Internet-Videotheken, Programmempfehlungen, Online-Spiele, soziale Netzwerke oder Info- Portale. Zu diesen Angeboten führen komfortable Apps – ganz ähnlich wie auf Tablets und Smartphones. Und ebenso wie die Mobilgeräte brauchen smarte Fernseher Betriebssysteme als Mittler zwischen Hard- und Software.

Sie wirkten bisher oft im Verborgenen, doch in diesem Jahr stellen die Hersteller die Betriebssysteme ihrer Smart TVs ins Rampenlicht. Denn hinter den Bildflächen arbeiten immer öfter leistungsfähige Systeme, die sich schon in der Welt der Mobilgeräte etabliert haben und eine Vielzahl komfortabler Funktionen erschließen.

Zwei führende Anbieter setzen zum Beispiel auf Android, das viele Apps auf den Fernseher bringt, die früher nur für Smartphones und Tablets zur Verfügung standen. Android-Fernseher können auch eine leistungsfähige Online-Spracherkennung nutzen, die sogar komplexe Fragen versteht – etwa nach dem Wetter morgen in der Heimatregion: Ein paar Sekunden später erscheint die Antwort samt Grafik auf dem Bildschirm. Ähnliches gilt auch für Betriebssysteme wie Tizen, WebOS oder Firefox OS.

Der Einsatz bereits etablierter und weit verbreiteter Betriebsysteme erleichtert auch die Vernetzung der Fernseher mit Tablets, Smartphones und modernen Hausgeräten. Die jüngste Generation der Smart-TV-Geräte unterstützt ihre komfortable Software mit entsprechender Rechenleistung: Multikern-Prozessoren und leistungsstarke Grafik-
Chips sorgen für schnellen Aufbau von Internet- Seiten, flüssige Bedienung und ruckfreie Videos aus dem Web.

„Wearables“ überwachen das Fitness-Programm
Clevere Uhren und andere „Wearables“, also mit Sensoren und Displays ausgerüstete Geräte, die man körpernah am Armband trägt, prägen zur IFA 2015 einen weiteren Trend. Sie zeigen an, was sie mit oder ohne Handy-Unterstützung empfangen, sie messen Körperfunktionen wie die Herzfrequenz oder den Puls, zählen Schritte, registrieren Bewegungen und Umgebungsvariablen, um sie zur Auswertung weiterzufunken – zum Beispiel an ein Tablet, das alle empfangenen Daten für grafische Darstellungen weiter verarbeitet und individuelle Fitness-Programme erstellt.

Die IFA wird eine Fülle neuer Smart Watches und Fitness-Armbänder zeigen, darüber hinaus viele neue Smartphones, die ebenfalls eigene Fitness-Sensoren an Bord haben. Der Trend zu intelligenten „Wearables“ fördert nicht nur Sport und Spaß, er wird künftig auch telemedizinische Anwendungen stützen und somit dazu beitragen,
dass ältere Menschen länger selbständig in ihren gewohnten Umgebungen leben können. Ein neuer IFA-Bereich wird diese Themen in einem in einem attraktiven Rahmen präsentieren.

Vom Modeschmuck bis zur Süßigkeit: alles aus dem 3D-Drucker
Auf der IFA 2015 wird erneut eine Geräteart für Aufsehen sorgen, die auf dem besten Weg ist, sich im Massenmarkt zu etablieren: die 3D-Drucker. Selbst handliche Tischgeräte zaubern aus ihren Düsen Objekte aller Art: Zahnräder zum Beispiel, Konstruktionsmodelle, Spielzeug, originelle Schuhe, künstlerische Skulpturen, zierlichen Schmuck, ja sogar Kleider.

Selbst Stühle, Couchtische oder große Bodenvasen lassen sich mit 3D-Druckern produzieren. Die meisten Drucker verarbeiten Kunststoffe. Manche könne aber auch Metallobjekte erzeugen, indem sie feine Späne mit Laserstrahlen
verschmelzen. Einige Modelle verarbeiten sogar Lebensmittel – Schokolade und Zucker etwa, um daraus dekorative Köstlichkeiten zu kreieren.

Die Vorlagen für die dreidimensionalen Print-Produkte entstehen in speziellen Konstruktionsprogrammen – oder in den Abtast-Lichtstrahlen von Scannern. Auch sie präsentieren sich auf der IFA in etlichen Varianten, vom kompakten Tischscanner für kleine Objekte bis hin zu mannshohen Installationen, die einen Menschen in wenigen Sekunden rundum erfassen und die so gewonnen Daten als digitale Vorlage an den Drucker schicken können.

Satter Sound in drei Dimensionen
Vor mehr als zwei Jahren begann der Kino-Ton den Luftraum zu erobern: Dolby hatte den klassischen Kino-Sound mit seiner Multikanal-Technik für rechts, links, Mitte und Surround um die Höhendimension erweitert. Als Dolby Atmos hielt die Technik Einzug in die Kinosäle, seit einigen Monaten ist sie auch als Ausstattungsmerkmal von Heimkino-Receivern im Wohnzimmer zu haben. Inzwischen hat Dolby Atmos Konkurrenz bekommen – etwa von DTS:X, einem System des anderen großen Anbieters von Kino-Tonsystemen, und von Auro 3D, einem in Belgien entwickelten Verfahren für 3D-Sound. Die IFA wird viele neue Heimkino-Receiver und -Verstärker zeigen, die all diese Formate unterstützen.

Wozu braucht man die Höhendimension überhaupt?

Natürlich für cineastische Effekte: Hubschrauber oder lärmende Vögel, die eine virtuelle Schleife über die Köpfe der Zuschauer hinweg fliegen, verleihen dem Kino-Erlebnis die Würze. Aber das ist nur die halbe Wahrheit über den 3D-Klang: Erst die Abbildung der Höhe macht die Illusion vom natürlichen Hören wirklich komplett. Das lässt sich leicht demonstrieren – mit einer geeigneten Mehrkanal-Aufnahme, die auch Lautsprecher unter der Hörraum-Decke ansteuert.

Sie platziert nicht nur den Glockenschlag einer entfernten Turmuhr in die richtige Höhe. Sie verleiht auch den Umgebungsgeräuschen, etwa Verkehrslärm oder Stimmengewirr, das natürliche Volumen.

Sogar erste Kopfhörer können schon 3D-Sound wiedergaben. Dazu brauchen sie allerdings geeignete elektronische Unterstützung, die den 3D-Eindruck auf virtuelle Weise erzeugt. Das Fraunhofer Institut IIS in Erlangen, das maßgeblich an der Entwicklung des MP3-Verfahrens beteiligt war, führt seine 3D-Lösung für die Kopfhörer-Wiedergabe in der Innovationshalle IFA TecWatch vor.

Musik über drahtlose Wege und der Boom der Kopfhörer
Lautsprecher, die über W-LAN oder Bluetooth Funkkontakt mit ihren Zuspielern pflegen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton. Es gibt sie in unzähligen Varianten: Manche setzen nur auf eine der beiden Funktechniken, andere unterstützen beide. Als Musikquellen für die drahtlose Übertragung kommen NAS- Festplatten,
Computer, Tablet-PCs, mobile Musikplayer und Smartphones in Frage.

Der Trend zum mobilen Musikgenuss hat auch die Nachfrage nach Kopfhörern belebt. Egal ob MP3-Player, Smartphone oder Tablet-PC – ein Kopfhörer gehört dazu. Die Vielfalt dieser Geräteart ist mittlerweile riesig: Vom einfachen „Ohrstöpsel“ bis zum High Tech-Headphone ist alles im Angebot. In-Ear-Phones lassen sich individuell an die Ohrmuschel anpassen. Besonders hochwertige Modelle arbeiten sogar mit mehreren eingebauten Schallwandlern, die auf unterschiedliche Frequenzbereiche spezialisiert sind – ähnlich wie HiFi-Lautsprecher. Extra leichte Kopfhörer lassen eine mehrstündige Nutzung ohne Druckstellen zu und die Designer machen selbst die kleinsten Produkte zum Schmuckstück.

Technisch gehören neben exzellenter Klangreproduktion so genannte Noise Cancellation-Funktionen zur Unterdrückung der Umfeld-Geräusche zum Stand der Entwicklung, sowohl bei In-Ear-Phones, als auch bei großen HiFi-Kopfhörern, die das Ohr umschließen. Unter den großen Modellen zeichnet sich zudem ein interessanter Trend ab: Galten sie früher fast ausschließlich als Zubehör zur HiFi-Anlage im Wohnzimmer, so erobern sie heute auch die Straße. Die Hersteller haben sich darauf eingestellt: Fast alle neuen HiFi-Hörer sind mit ihren elektrischen Werten so ausgelegt, dass sie auch an mobilen Musikplayern oder Smartphones mit kräftigem Sound aufspielen.

Weitere neue Features sind Raumklang und Einmessfunktionen. So gibt es Kopfhörer, die den Sound „von vorne“ anstatt „seitlich“ ausrichten. Dies ist besonders beim Genuss von Livekonzerten attraktiv. Einmessfunktionen passen auf Wunsch das Klangbild den Ohren des Nutzers individuell an. Auch anspruchsvolle Bedienkonzepte
sind neuerdings ein Kopfhörer-Thema: Es gibt schon erste Modelle, die auf Gesten reagieren, also zum Beispiel auf einen Wink hin zum nächsten Musikstück springen oder die Lautstärke verändern.

Zu den Highlights der IFA 2015 werden Kopfhörer zählen, die den Ton aus neueren iPhones und iPads nicht mehr über die klassische Kopfhörer-Buchse, sondern direkt über den digitalen Lightning-Anschluss beziehen. Sie haben also eigene Digital-Analogwandler und Verstärker in ihren Hörkapseln, die den Herstellern subtiles Feintuning
erlauben. Auch die Wiedergabe von Digitalmusik in sehr hohen Auflösungen oberhalb der CD-Qualität ist auf diese Weise möglich.

Ohnehin wird feinste Tonqualität auf der IFA 2015 eine wichtige Rolle spielen: Immer mehr Geräte unterstützen hochauflösende Tonformate. Spezielle Online- Vertriebe halten heute ein breites Musik-Angebot zum Download bereit, die ein Vielfaches der CD-Auflösung bieten – für absolut kompromisslosen Hörgenuss.

Vom Streaming bis zur Klimakontrolle – alles läuft über das Heimnetzwerk
Die Vernetzung von CE-Geräten untereinander und ihre Verbindung mit Haushaltsgeräten,
der Heizungsanlage oder der Beleuchtung ist ein weiterer Trend, der immer
mehr an Bedeutung gewinnt.

PCs, Notebooks oder Netzwerk-Festplatten speichern heute große Archive digitaler Medien – Bilder, Musik und Videos. Das Heimnetz stellt sie mobilen und stationären Endgeräten zur Verfügung – Smartphones und Tablet-PCs ebenso wie vernetzten Fernsehgeräten.

Standards wie UPnP und DLNA erleichtern den Medienverkehr: Die beteiligten Geräte erkennen einander automatisch und können so die digitalen Inhalte über das Heimnetz austauschen. Immer mehr Kameras und Camcorder funken
ihre Aufnahmen direkt über W-LAN ins Heimnetz – entweder, um sie ins Internet zu stellen, oder um sie an ein Fernsehgerät zu übertragen, das die soeben geschossenen Bilder auf dem Bildschirm zeigt.

Der Trend zur vernetzten Mediennutzung hat auch die HiFi-Welt nachhaltig verändert: Die meisten Musikkomponenten und Surround-Anlagen lassen sich heute drahtlos oder drahtgebunden mit dem Heimnetz verbinden, um zentrale Mediensammlungen für die Wiedergabe abzurufen – „Streaming“ ist das Stichwort für diese Technik. Audio-Geräte mit Verbindungen zum Heimnetz können zumeist auch Internet-Radio empfangen. So hat sich das Web zu einem der wichtigsten digitalen Verbreitungswege für den Hörfunk entwickelt.

Unterwegs kann der Nutzer auf sein Heimnetzwerk zugreifen, zum Beispiel, um dort gespeicherte Daten abzurufen oder einen TV-Mitschnitt zu programmieren. Die Verbindung von CE- und Haushaltsgeräten erschließt noch viele weitere Nutzungsszenarien: So unterstützt die Vernetzung wirtschaftlichen Energieverbrauch und die Sicherheit in den privaten vier Wänden. All dies wird die IFA 2015 ihren Besuchern mit vielen Produkten, Lösungen und Demonstrationen zeigen.

+Links: IFA 2015

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , ,

Antwort schreiben