Online-Payment | Paypal-Klon der Sparkasse startet 2015

18. Dezember 2014 | by Jochen Siegle

Online-Payment | Paypal-Klon der Sparkassen startet 2015

„Wenn’s um (Online-)Geld geht Sparkasse“. Sehr lange hat es gedauert, aber nun haben auch die deutschen Kreditinstitue die Bedeutung von Online-Paymentsystemen – und die damit verbundene Dominanz der Silicon-Valley-Firma Paypal – erkannt. Jüngstes Beispiel ist die gute alte Sparkasse, die sich vorgenommen hat binnen 12 Monaten einen deutschen Paypal-Klon an den Start zu bringen.

Heute haben die Sparkassen erstmals einen konkreten Zeitplan für den Aufbau einer Alternative zum Paypal genannt. „Bis zum Weihnachtsgeschäft 2015 wollen wir das neue Bezahlverfahren am Start haben. Erste Piloten sind für August des kommenden Jahres geplant“, sagte Wilhelm Gans, Geschäftsführer des Deutschen Sparkassenverlags (DSV), der „Welt“.

Ein Name für das neue Bezahlverfahren, mit dem Kunden per Mausklick im Internet zahlen können, werde noch gesucht. Bislang läuft das Projekt unter dem Kürzel BV für „Bezahlverfahren“. Die deutschen Banken arbeiten unter dem gemeinsamen Dach der Deutschen Kreditwirtschaft schon länger an einem Konkurrenten für die Ebay-Tochter Paypal. Die Sparkassen hatten sich lange offengehalten, ob sie einen gemeinsamen Weg mit den Genossenschaftsbanken und den privaten Instituten gehen wollen oder eine eigene Lösung bevorzugen. Das ist nun offenbar geklärt.

 Online-Payment | Paypal-Klon der Sparkassen startet 2015

„Ich gehe in hohem Maße davon aus, dass sich die Sparkassen an dem neuen Bezahlverfahren beteiligen werden“, sagte Gans weiter. Die endgültige Entscheidung stehe zwar noch aus, doch die drei Bankenlager hätten sich in den vergangenen Monaten aufeinander zubewegt. Unstimmigkeiten zwischen den drei großen Bankengruppen gab es unter anderem über den Umfang und die Vermarktung des Online-Bezahldienstes der Geldinstitute. Laut Gans kam man nun überein, dass sich der neue Bezahldienst der Banken in einem ersten Schritt ganz auf den elektronischen Handel beschränken wird.

„Eine spätere Erweiterung auf mobile Bezahldienste an der Ladenkasse ist damit nicht ausgeschlossen“, sagte er weiter. Die beiden künftigen Partner wollten sich zu dem Stand des Projektes auf Nachfrage nicht äußern, weder der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken noch der Bundesverband deutscher Banken. Der Deutsche Sparkassenverlag ist in der Sparkassen-Finanzgruppe für das Thema „Payment“ zuständig.

Auch die B+S Card Service, die Kartenzahlungen abwickelt, ist dort angesiedelt. Er übernimmt zum 1. Januar 80 Prozent am Kieler Unternehmen Payone, das Zahlungen für Onlineshops abwickelt.

„Payone wird uns helfen, unserer Zahlverfahren bei den Händlern unterzubringen“, so DSV-Geschäftsführer Gans. Die Übernahme sei ein wichtiger Baustein in der Strategie der Sparkassen, ihren Kunden über alle Bezahlkanäle hinweg Lösungen anzubieten. Künftig solle Händlern das komplette Sortiment aus Kontoführung, Karten- und Onlinezahlung aus einer Hand angeboten werden.

Payone soll dabei freie Hand behalten und muss sein Angebot in Zukunft nicht auf Sparkassen-Produkte beschränken. „Händler dürfen weiterhin ein Komplettangebot für alle Lebenslagen erwarten. Auch künftig wird Payone genauso konkurrierende Bezahlangebote wie Paypal oder Sofort Überweisung vermitteln“, sagte Gans.

Foto: Paypal

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