Hands-On | iPad Air 2: Apples neues Tablet im Test

17. Dezember 2014 | by Torsten Könekamp

Test des iPad Air 2 - Hands on mit Apples neuem iPad Air 2

Das iPad Air 2 ist vor allem dünner und leichter – und schneller ist das schicke Tablet natürlich auch geworden: das erste iOS-Gerät mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, und als CPU wird ein ARM mit 1,5 Gigahertz und der Angabe „ein Prozessor, drei Kerne“ identifiziert.

Bislang gabs bei Apple nur Zweikernprozessoren mit maximal ein Gigabyte Arbeitsspeicher im Einsatz. Auf den ersten Blick sieht das neue iPad Air 2 dem Vorgänger sehr ähnlich: Das Tablet ist genauso hoch und breit wie das Modell der vorherigen Generation und hat den gleichen hochauflösenden Retina-Bildschirm. Apple hat es geschafft, mit dem iPad Air 2 das „dünnste Tablet der Welt“ auf den Markt zu bringen. Wir haben den schicken Alleskönner ausführlich getestet.

Test des iPad Air 2 - Hands on mit Apples neuem iPad Air 2

Design

Aber nicht nur das Tempo des Tablets zählt. Als zweite Innovation stellt Apple die verbesserte Anzeige heraus. Weil die Lücke zwischen dem Deckglas und dem darunter liegenden Display verkleinert wurde, verringern sich Reflexionen.

Der Bildschirm spiegelt deutlich weniger, die Farben wirken kräftiger, auch beim Blick von der Seite. Apple hat hier wirklich nicht zu viel versprochen. Bei der Anzeige von Fotos zeigt sich das Display in voller Pracht. Das neue iPad Air 2 ist ultradünn, nur 6,1 Millimeter schlank, der vorherige Modell war noch 7,5 Millimeter dick. Der mobile Alleskönner ist so dünn, dass zwei Geräte aufeinandergelegt nicht einmal die Dicke des ersten iPads aus dem Jahr 2010 erreichen.

Und statt 478 Gramm bringt das neue nur noch 447 Gramm auf die Waage. Und knapp 30 Gramm weniger Gewicht ist natürlich immer willkommen – vor allem, wenn man das Tablet beim täglichen Gebrauch länger in der Hand hält. An der Verarbeitung gibts sowieso nichts auszusetzen: Die Verarbeitung ist auf top, das Gerät sieht einfach sehr schick aus.

Wichtigste Änderung beim neuen Modell: der glänzende Ring um den Home-Button: Das ist der biometrische Fingerabdrucksensor Touch ID, der erstmals in dem neuen iPad-Modell zum Einsatz kommt. Legt man den eingescannten Finger auf den Ring, wird das Tablet direkt ohne Eingabe des PINs entsperrt. Darauf haben wohl die meisten Nutzer gewartet. Wie auch im iPhone 5S und 6 funktioniert der Scanner exzellent und erkennt bis zu fünf verschiedene Finger.

Display

Beim 9,7-Zoll-Bildschirm ist die Auflösung gleich geblieben – sie beträgt 2048 x 1536 Pixel -, das Display spiegelt nun aber weniger. Möglich wird das durch ein neues Verfahren: Der Bildschirm besteht nun aus einer einzigen Schicht. Dadurch werden störende Reflexionen im Glas minimiert. Außerdem hat Apple eine spezielle Antireflexionsschicht aufgebracht. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger spiegelt das Display des Air 2 deutlich weniger. Laut Apple gibt es 58 Prozent weniger Reflexionen.

Im direkten Sonnenlicht muss man nach wie vor den Helligkeitsregler hoch drehen, um etwas zu erkennen. Bei der Blickwinkelabhängigkeit erreicht das Air 2 – wie schon die Vorgänger – eine sehr gute Ablesbarkeit. Und eine leichte Verbesserung gibts beim Sound. Die zwei Lautsprecherreihen am unteren Rand sind wie beim iPhone 6 nur noch einreihig, fallen dafür aber größer aus. Der Ton klingt dadurch kräftiger, Bässe sind druckvoller.

Test des iPad Air 2 - Hands on mit Apples neuem iPad Air 2

Rechenpower und Akkulaufzeit

Die Rechenpower des iPad Air 2 ist wirklich beeindruckend: Auch grafisch anspruchsvolle Games laufen flüssig ab – dank des neuen A8X-Chips. So kann das Bild auch durch Spiele auf Konsolen-Niveau wie beim Autorennen „Asphalt 8: Airborne“ nicht zum Ruckeln gebracht werden. Insgesamt ist der Prozessor im Vergleich zum ersten iPad Air 40 Prozent schneller, die reine Grafikleistung sogar zweieinhalb Mal schneller.

Apps starten auf dem iPad Air 2 quasi ohne Ladezeiten, nervige Verzögerungen gibt es nicht. Wer mit seinem iPad Videos schneidet, Bilder bearbeitet oder 3D-Modelle berechnet, wird tatsächlich einen Mehrwert feststellen können.

Beeindruckend ist etwa, dass das iPad Air 2 mit der Software „Replay“ quasi in Echtzeit Effekte in hochauflösendes Bildmaterial editieren kann. Trotz der dünneren Bauweise und der höheren Rechenpower hält der Akku immerhin zehneinhalb Stunden durch. Die von Apple versprochenen zehn Stunden werden also erreicht.

Kamera

Das erste iPad aus dem Jahr 2010 hatte keine Kamera, weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite. Damals dachte man, wer fotografieren will, greift zum Smartphone. Doch dann musste man erkennen, die Menschen lieben es, mit ihrem iPad zu fotografieren. Das große Display eignet sich nicht nur zum Anschauen von Fotos, sondern ist für viele User auch der perfekte Sucher.

Die neuen Foto-Fähigkeiten des Air 2 betreffen zum einen die Kamera mit einer nunmehr auf 8 Megapixel erhöhten Auflösung und zum anderen die Effekte aus der iPhone-Welt wie Zeitraffer- und Zeitlupen-Funktion sowie Serienaufnahmen. Das iPad Air 2 verfügt über eine HD-taugliche Frontkamera und eine Acht-Megapixel-Rückkamera. Bei Tageslicht knipst das große iPad für ein Tablet erstaunlich scharfe, gute Fotos. Bei schlechten Lichtbedingungen gibt’s allerdings Bildrauschen und einen Blitz sucht man immer noch vergebens.

Nicht nur der Kamerasensor wurde verbessert, sondern auch die Software. Das iPad Air 2 unterstützt nun auch die vom iPhone 5S bekannten Slow-Motion-Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde. Auch die in iOS 8 eingeführte Zeitraffer-Funktion ist an Bord. Mit der Frontkamera kann man nun Burst-Aufnahmen machen: Dabei knipst das iPad mehrere Bilder pro Sekunde, das beste Foto wird dann anschließend ausgewählt.

Fazit

Das iPad Air 2 ist ein absolutes Highlight, zweifellos das beste iPad, das Apple je gebaut hat. Neben dem mächtigen A8X-Prozessor ist der TouchID-Sensor ist das wohl bemerkenswerteste Feature des neuen iPads. Und: Das iPad Air 2 kommt mit seiner extrem schlanken Bauweise und dem geringen Gewicht dem idealen Tablet verdammt nahe.

Mit 6,1 Millimetern dürfte Apple bald an der Grenze des Machbaren angekommen sein. Und ganz ehrlich: Braucht man noch dünnere Tablets? Wichtiger für die meisten Nutzer sind vermutlich Kriterien wie eine längere Akkulaufzeit oder ein wasserdichtes Gehäuse.

Das iPad Air 2 kostet in der Einstiegs-Variante mit WLAN und 16 Gigabyte Speicherplatz 489 Euro. Das Premium-Modell mit 128 GB und LTE kostet 809 Euro. Wer die Wahl hat, sollte zum 64-Gigabyte-Modell greifen: Für 100 Euro mehr bekommt man viermal so viel Speicher wie im Basismodell – zumal ein microSD-Slot zum Erweitern des Speichers fehlt.

Technische Daten des iPad Air 2

Hersteller Apple
Modell iPad Air 2
Maße (mm) 240 x 170 x 6,1
Gewicht (g) 437
Bildschirmgröße 9,7 Zoll
Bildschirmauflösung 2048 x 1536
Prozessor 1,5 GHz Triplecore
Arbeitsspeicher 2 GB
Massenspeicher 16/64/128 GB
Speichererweiterung Nein
Kamera (hinten/vorne) 8 Mpx/ 1,2 Mpx
Mobilfunktechnik LTE (opt.)
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0
Betriebssystem iOS 8.1
Besonderheiten Fingerabdrucksensor
Preis mit W-Lan 489/589/689
Preis mit LTE 609/709/809

+ Link: store.apple.com/de/ipad-air-2

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