Interview | Nikon-Marketing-Chef Sasagaki: „Konnektivität und Sharing elementar fürs Fotografieren“

26. Juli 2013 | by Jochen Siegle

Interview | Nikon-Marketing Sasagaki:

Unser digitales Leben bringt nicht nur mobiles Entertainment mit sich, sondern auch eine Fülle an Fotos. Die werden nicht nur gerne und überall geschossen, sondern am liebsten gleich im Netz gepostet – auch per Smartphone. Genau der richtige Zeitpunkt also, um mit Nikon-Marketing-Chef Nobuaki Sasagaki über Smartphone-Cams, Android-Knipsen, die innovative neue Coolpix A und andere digitale Herausforderungen für Kamera-Hersteller zu plaudern.

TechFieber.de: Herr Sasagaki, der Smartphone-Markt brummt, gleichzeitig werden Kameras in den mobilen Alleskönnern immer besser. Ist das nicht eine massive Bedrohung für „Camera-only“-Hersteller wie Nikon?

Klar ist bei einigen Kompaktkamera-Klassen der Vormarsch der Smartphones zu spüren, denn immer mehr Fotos werden mit solchen Mobilgeräten geschossen. Smartphones erfüllen absolut ihren Zweck für den einfachen Schnappschuss, bei dem die Bildqualität weniger entscheidend ist als der Wunsch, Bilder unmittelbar zu teilen. Doch wenn Bilder brillant werden sollen, liefern Digitalkameras nach wie vor die beste Qualität und sind Smartphones in vielen Belangen weit überlegen – etwa mit optischem Zoom, hoher Lichtempfindlichkeit, schnellem Ansprechverhalten oder Serienaufnahmen.

TechFieber.de: Aber droht dennoch nicht insbesondere der Markt für Einsteiger-Cams einzubrechen?

Bedürfnisse von Konsumenten verändern sich ständig – das ist mit innovativen Produkten zu berücksichtigen. So sind zum Beispiel viele unserer Spiegelreflex- und Kompaktkameras Wi-Fi-kompatibel und lassen Bilder hoher Qualität ganz einfach übertragen. Zudem waren wir letztes Jahr die ersten mit einer Android-Kamera, die viele Eigenschaften eines Smartphones mitbringt und zudem eine leistungsstarke Kamera ist.

TechFieber.de: Warum entwickeln Sie keine Cams mit 3G-Mobile-Chips? Das optionale Wifi-Modul ist ja nett, aber im Zeitalter von Social Media und Always-on-Connectivity wäre ein Mobilfunk-Chip in der Kamera doch die passende Antwort auf den Mobility-Boom …

Connectivity und Sharing sind maßgeblich, um das Fotografieren voll auszukosten. Deshalb haben wir ja wie gesagt Kameras wie die Coolpix S800c mit Android und Wi-Fi ausgestattet, die die Übertragung hochauflösender Bilder in Top-Qualität ermöglicht.

TechFieber.de: Die neue Coolpix A ist definitiv eine superspannende Kamera – die erste Nikon-Kompaktkamera mit dem sonst nur in Digital-Spiegelereflexkameras verbauten DX-Chips mit 16,2 Megapixel. Wie kam Nikon auf diese Idee?

Wir haben die Vorzüge einer DSLR in Sachen Bildqualität und Leistung mit der Portabilität einer kompakten Digitalkamera kombiniert und eine Kamera entwickelt, die man immer dabei hat und für jede erdenkliche Foto-Gelegenheit nutzen kann.

TechFieber.de: Wo sehen Sie das größte Potenzial für diese Cam?

Sie richtet sich an Spiegelreflexkamera-Nutzer, denen die Bildqualität und Performance gewöhnlicher Kompaktkameras nicht genügt, und genauso an diejenigen, die ihre Kamera immer griffbereit haben wollen, ohne bei der Bildqualität Einschränkungen machen zu müssen.

Interview | Nikon-Marketing-Chef Sasagaki:

TechFieber.de: Wie ist die Coolpix A im Markt positioniert?

Die Coolpix A verfügt über die selbe Benutzeroberfläche wie Nikon DSLRs und kann ohne Schwierigkeiten als Back-up zu einer digitalen SLR eingesetzt werden. Sie ist aktuell das High-End-Modell der Coolpix-Serie – je nach Einsatzzweck kann allerdings auch ein anderes Modell der Reihe sinnvoll sein, etwa für Superteleaufnahmen oder Unterwasser-Fotografie.

TechFieber.de: Die Coolpix A ist nicht mehr als rund 2,5 mal dicker als ein iPhone oder äquivalentes Android-Handy, könnte ihr DX-Chip nicht auch bald in Smartphones verbaut werden? Oder wie wären Smartphones mit Nikon-Mount für Wechselobjektive …?

Sasagaki: (Lächelt) Es sei nur soviel verraten, dass wir die Marktsituation und Trends ganz genau beobachten.

Interview | Nikon-Marketing-Chef Sasagaki:

TechFieber.de: Eine Frage noch zur neuen Nikon Digi-Spiegelreflex D7100: Deren kleine Schwester, die Nikon D5200, ist äußerst populär, insbesondere auch wegen des Schwenk-Displays. Warum hat man auf dieses Feature bei der neuen D7100, die ja ebenfalls als „Prosumer“-DSLR für ambitionierte Amateure positioniert ist, verzichtet?

Sasagaki: Der D7100 DSLR liegt ein anderes Konzept zugrunde als der D5200. Bei der Entwicklung der D7100 setzten wir auf die Kombination von High-End-Bildqualität und -Bedienungskomfort mit ausgezeichneter Portabiltät in einem soliden und robust gebauten Kameragehäuse. In Sachen Funktionalität bringt sie zahlreiche Eigenschaften von Profi-DSLRs mit. Mit einem Schwenk-Display hätte sie eines ihrer Kern-Features nicht ausspielen können: Leistungsstärke in derart kompakter, leichter Form.

TechFieber.de: Herr Sasagaki, wir bedanken uns für das Gespräch.

– Nikon Coolpix A hands-on

– Nikon D7100 hands-on

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , ,

Antwort schreiben