Angst vor der Facebook-Falle: Chinesischer E-Commerce-Riese Alibaba will Börsengang nicht maximal ausreizen

7. Mai 2013 | by Alex Reiger

 Angst vor der Facebook-Falle: Chinesischer E-Commerce-Riese Alibaba will Börsengang nicht maximal ausreizen Die chinesische Handelsplattform Alibaba will bei ihrem heiß erwarteten Börsengang offenbar nicht in die Facebook-Falle tappen. Anders als das US-amerikanische Internet-Unternehmen wollen die Eigentümer von Alibaba bei der Platzierung von Anteilen den Preis nicht maximal ausreizen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete.

Damit dürfte Alibaba bei einem Börsengang mit deutlich weniger als 100 Milliarden Dollar (76 Mrd Euro) bewertet werden.

Facebook hatte vor einem Jahr den Börsengang mit einer überzogenen Bewertung von 104 Milliarden Dollar verpatzt – der Kurs der Aktie liegt aktuell rund ein Viertel unter dem Ausgabeniveau.

Der Zeitpunkt für den Alibaba-Börsengang ist noch offen, wird aber mit Spannung erwartet. Experten gehen davon aus, dass die Anteilseigner um den Firmengründer Jack Ma in diesem oder nächsten Jahr Aktien platzieren wollen. Offiziell gibt es keinen Zeitplan für den Börsengang. Ma hatte 2012 gesagt, dass dies in den kommenden fünf Jahren angestrebt wird. Dem Bloomberg-Bericht zufolge könnten die Einnahmen unter anderem dazu verwendet werden, Yahoo <YHO.FSE> <YHOO.NAS> ganz aus dem Unternehmen herauszukaufen. Der US-Konzern hält derzeit 23 Prozent an Alibaba. Kreisen zufolge sammelt Alibaba derzeit auch bei Banken Geld ein, um weitere Anteile von Yahoo zurückzukaufen.

Das 1999 von Ma gegründete Unternehmen ist einer der am schnellsten wachsenden Internetkonzerne in China. Für das laufende Jahr wird beim Umsatz ein Plus von knapp 60 Prozent erwartet. Ausgehend von den hohen Wachstumsraten, den zuletzt gesehenen Preisen bei Privatplatzierungen und Börsenkursen von Konkurrenten wie Amazon <AMZN.NAS> <AMZ.FSE> oder Ebay <EBAY.NAS> <EBA.FSE> haben einige Analysten den Alibaba-Wert schon auf 100 Milliarden Dollar und mehr hochgerechnet. Realistischer dürfte dem Bloomberg-Bericht zufolge aber ein Bewertung zwischen 60 und 70 Milliarden Dollar sein. Es sei zudem noch offen, wie viele Aktien die Alteigentümer platzieren wollen, hieß es.

 

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