[CeBit] Angela Merkel eröffnet Cebit: „Wo sind die neugierigsten Menschen?“

4. März 2013 | by TechFieber.de

Übers Teilen von Wissen, Ressourcen, Gegenständen und Erfahrungen übers Netz werden wir in den nächsten Tagen noch ’ne ganze Menge erfahren. Denn das ist der Schwerpunkt der CeBIT, die Angela Merkel zusammen mit dem Premier des diesjährigen Partnerlandes Polen, Donald Tusk, in Hannover gerade eröffnet hat. Hoch offiziell also kann es jetzt losgehen.

Merkel warb in ihrer Rede vor rund 2500 Gästen im Kongresszentrum der Landeshauptstadt dafür, den rasanten Wandel in der IT-Welt mit dem richtigen politischen Rahmen zu unterstützen, um global den Anschluss nicht zu verpassen. So reichten Maschinenbau und Autoindustrie allein nicht aus, um hierzulande das Wachstum der Zukunft zu sichern.

Vielversprechende Ideen müssten besser gefördert werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir eine wirkliche Gründungskultur entwickeln. Das sage ich nicht nur für Deutschland, sondern das sage ich für die gesamte Europäische Union“, meinte Merkel.

Es sei zuletzt viel für die Rettung des Euro getan worden, nun müsse die Konjunktur wieder anspringen. „Wir haben noch nicht ganz die Antwort, wo soll das Wachstum denn genau herkommen. Die IT-Branche ist mit Sicherheit eine Möglichkeit“, berichtete die Kanzlerin und sprach sich für gleiche Gründungsbedingungen von kleinen Start-Ups in der Branche aus.

Es gehe darum, ein Klima zu fördern, in dem die Ansiedlung von Firmen nicht mit der Bürokratie stehe und falle, sondern mit der Frage: „Wo sind die neugierigsten Menschen und wo sind die best-ausgebildetsten Leute?“ Nur so gelinge es, am gesamten Wachstum der Welt teilzuhaben.

Für Aufsehen sorgte der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders. Er präsentierte den Mars-Roboter „Bridget“ (Brigitte), an dem die EADS-Tochter Astrium mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA arbeitet. Enders kritisierte, die Innovationen aus der Industrie hielten zu oft nicht mehr Schritt mit denen der IT-Branche. Es wachse eine Kluft, mit der Industriezweige wie etwa die Raumfahrt leicht zurückfielen. „Wenn Bridget im Jahr 2018 zum Mars aufbricht, wird sich die Computerleistung im Vergleich zu heute verdreifacht haben“, sagte Enders. „Ihr Rechner wird dann dreißig Jahre alt sein.“

Als Gegenmittel warb Enders unter anderem für einen intensiveren Austausch der Branchen. Wenn heute die Behörden begännen, ein neues Flugzeug auf seine Sicherheit zu prüfen, müsse die Software von diesem Tag an auf ihrem bisherigen Stand eingefroren werden. „Wir müssen das Tempo der Innovationen erhöhen, ohne bei der Sicherheit Kompromisse zu machen“, skizzierte Enders einen denkbaren Ausweg.

Schwerpunkt der Hightech-Messe ist diesmal das Teilen von Wissen, Ressourcen, Gegenständen und Erfahrungen mit Hilfe des Internets. Mit knapp 4100 Ausstellern ging die Zahl der teilnehmenden Unternehmen in diesem Jahr zwar um mehr als 100 zurück, im Vergleich zur früheren Einbrüchen blieb die Zahl aber relativ stabil. Für das Publikum öffnet die CeBIT von diesem Dienstag bis zum Samstag ihre Tore auf Hannovers Messegelände.

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