[CES] Von „Spaßbremse“ keine Spur: Gadgets, bis das Fisheye tränt

10. Januar 2013 | by Mathias Rittgerott

[CES] Von „Spaßbremse“ keine Spur: Gadgets, bis das Fisheye tränt

„Show Stoppers“ mit „Spaßbremse“ zu übersetzen, trifft die Sache überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil. Ein ganzer Stall voll Firmen, würde man in Schwaben sagen, stellt da seine Produkte aus. Vom Wendetablet bis zur Nähmaschine, von blinkenden Legosteinen bis zum Fischauge fürs iPhone. Das Universum der CES in der Nussschale. Geschenke bekommt der Journalist geradezu aufgenötigt.

[CES] Von „Spaßbremse“ keine Spur: Gadgets, bis das Fisheye tränt

 

 

Wir räumen- und packen ein: Ein MP3-Player (billig), ein T-Shirt (Größe M), eine Maus (läuft nicht auf Apple), Kopfhörer (schlechter Sound), eine iPhone-Hülle (die sofort Kratzer abbekommt). Wir haben tüchtig für umsonst gegessen: Fleisch, Kartoffeln, Ravioli, Obst, Süßspeise. Auf Garnelen verzichtet (mit Kopf dran). Getrunken haben wir „Samuel Adams“ (Nicht zu empfehlen) und Corona (fein). Das Taxi haben wir selbst bezahlt (netter Fahrer). Trinkgeld gegeben.

Und gesehen haben wir:

Das Thinkpad „Helix“: Ein Laptop, dessen Bildschirm als Tablet dient, und dessen kleinen Bruder, eine Tablet, dass sich mit einer Tastatur abgraden lässt. Wir bekommen fürs Zuhörern ein Headset und eine Funkmaus.

Den MP3-Player „Kube“, ein winziges Plastikwürfelchen, das einen besseren Sound liefert, als erwartet, seine Langlebigkeit aber unter Beweiß stellen muss. Deshalb haben wir einen zu Testzwecken mitgenommen.

Den „Sensor Mirror“ von Simple Human, der einen Rahmen aus LED-Licht erstrahlen lässt, sobald man hineinblickt. Die hübsche Dame, die ihn vorführt, warnt, das Ding sei sehr ehrlich. Wir gucken daher nur flüchtig rein, sind entsetzt…

Die hypermoderne Nähmaschine „Dream Weaver“, die sogar nach Fotovorlage Bilder stickt. Nein Mama! Du hattest schon Geburtstag! Außerdem ist die Maschine nicht, wie deine alte, von Pfaff, sondern von Brother.

Das Elektroskateboard „Zboard“, das gewichtskontrolliert fährt. Nach vorne lehnen: es fährt los. Nach hinten lehnen: es stoppt. Nicht fürchterlich überraschend.

Das Akku-Schrauberlein „Gyro“ von Black&Decker. Das Teil ist ideal für Gewindelegastheniker. Neigt man die Hand nach rechts, dreht die Maschine rechtsherum. So lässt sich ohne peinliches Umschalten eruieren, in welche Richtung man drehen muss.

Legoähnliche Steine auf LSD beziehungsweise LED. Mit den Klötzchen „Lite Brix“ können Buben blinkende Landschaften in Blau bauen, Mädchen tun Ähnliches in Rosa. Zum Glück ist Weihachten vorbei. Auch für das Tablet-Malbuch.

Die Text-Kürzungs-App TLDR, die uns Journalisten Angst macht. Die Software soll angeblich Texte automatisch analysieren und zusammenfassen können, ohne freilich den Inhalt zu kapieren. Ein Testlauf mit einem Text aus dem Hause Techfieber geht (zu unserer Beruhigung) in die Hose. Das T-Shirt der Firma Stremor nehmen wir mit leichtem Schaudern entgegen.

Die Tastatur „Spike“ fürs iPhone. Die aufs Glas klappbare Minitastatur erzeuge ein „Blackberry-Feeling“, erklärt man uns. Wer’s braucht. Fein allerdings, dass das Tippen auch mit feinen Handschuhen klappt.

iPhone-Hüllen von GGMM. Die Hongkong-Chinesen drängen uns eine Metallschale mit blau-weißem Kringelmuster geradezu auf. Prompt fällt unser iPhone auf den weichen Teppich, und die Schatzhülle hat ihren ersten Kratzer.

Das Hirnüberwachungs-Headset „Brainwave Starter Kit“. Befiehlt man seinem Gehirn erfolgreich, sich zu entspannen, hebt ein Hubschrauberball ab. Nach dem gleichen EEG-Prinzip sollen Plüschohren zeigen, ob man gut oder schlecht gelaunt ist. Wir nutzen das Gerät nicht um zu prüfen, wie glücklich uns Geschenke machen.

Den Objektivaufsatz „olloclip“ fürs iPhone. Damit bekommt das Telefon ein Makroobjektiv, ein Weitwinkel und ein Fisheye.

Fischauge ist das richtige Stichwort. Unsere Äuglein sind müde, wir haben für heute genug gesehen und finden ein althergebrachtes Taxi.


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