[CES] Kamera-Trends: Ab ins Eis, du winzig, quadratischer Retrolook – wohin geht die Fotografie?

9. Januar 2013 | by Mathias Rittgerott

[CES] Kamera-Trends: Ab ins Eis, du winzig, quadratischer Retrolook - wohin geht die Fotografie?

Cold as Ice – in Las Vegas? Olympus, da habt ihr etwas falsch verstanden. Ausgerechnet in der Wüstenstadt eine Kamera zu zeigen, die man getrost über Nacht einfrieren kann! In Detroit würde die Show gelingen, da herrscht Frost. Hier auf der CES muss eine Kühltasche herhalten, um zu die hartgesottene „Tough“ auf Eis zu legen. Bibber! Ob es der Kamera besser geht, die in einen Krug Bier eingelegt ist?

[CES] Kamera-Trends: Ab ins Eis, du winzig, quadratischer Retrolook - wohin geht die Fotografie?

Canon geht anständiger mit Mensch und Material um, hebt nicht darauf ab, wie man Kameras und Fotografen quälen kann. Die Firma zeigt, dass Quadrate fotografieren (so der Akku nicht gerade leer ist). Jedenfalls kann der Lichtbildner die „PowerShot N“ drehen und wenden, den Bildschirm klappen und – daran muss man sich gewöhnen – an einem feinmotorisch anspruchsvollen, kleinen Ring ab Objektiv zoomen. Das verspricht ein großes Hallo: „Mit was knipst du denn da!“ Die Kamera merkt übrigens, was man fotografiert, und bietet für Spielkälber fünf Filter zum Verfremden an.

[CES] Kamera-Trends: Ab ins Eis, du winzig, quadratischer Retrolook - wohin geht die Fotografie?

Am Nikon-Stand darf man nicht zu tief Luft holen, sonst atmet man die  „Coolpix S800c“ prompt ein. Die Kleine ist für Kinder unter drei Jahre nicht geeignet. Außerdem würden die den Touchscreen mit Fingerabdrücken übersähen, dabei dient der doch als Auslöser. Smartphongemäßes Zoomen per Fingerspreizung klappt übrigens nicht.

Pentax setzt auf Größe. Mit einer richtig fetten Tüte, hinter der die Sucherkamera kaum zu finden ist. Allerdings ist die Kombination lediglich ein Eyecatcher und weder Hobby- noch Profifotograf anzuraten. Eigentlich will die Firma über die „MX1“ im Retrolook reden. Ältere unter uns suchen bei dem Gerät nach der Kurbel, um den Film zurück zu spulen.

Polaroid, ja, die gibt es noch, geht den Android-Weg mit ihrer „iM1836“, wobei wir uns fragen, was im Jahr 1836 so alles passiert ist. Die Kamera, die mit ihrem dicken Wechselobjektiv ulkig aussieht, verfügt ganz am Puls der Zeit über einen Touchscreen zum Rumfingern.

Doch nochmals zurück zu Nikon: Am Stand ist man ganz stolz auf eine Fernsteuerung. Früher hätte man Fernauslöser gesagt. Der Clou sei, dass per Knopfdruck 64 Kameras gleichzeitig ausgelöst werden können. Bei Großevents würde das viele Fotografen überflüssig machen und in die Arbeitslosigkeit stürzen. Nikon würde zugleich keine Kamera weniger verkaufen. Aber das Szenario dürfte die Firma nicht im Kalkül haben.

 Fotos: M. Rittgerott

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