[Science] Schluss mit Überfischung: SafetyNet gewinnt James Dyson Award 2012 (Video)

8. November 2012 | by TechFieber.de

SafetyNet wird mit dem James Dyson Award 2012 ausgezeichnet

Um das immer gravierendere Problem der Überfischung anzugehen, hat Dan Watson, ein Absolvent des Royal College of Art, Fluchtringe für Fische, die nachträglich in die Schleppnetze der Fischer eingebaut werden können, entwickelt und damit den diesjährigen James Dyson Award gewonnen.

Nachdem Dan sich eingehend mit dem Problem der Überfischung beschäftigt hatte, wollte er eine Lösung dafür finden. Fast die Hälfte der gefangen Fische wird wieder zurück ins Meer geworfen, weil sie nicht für den Verkauf geeignet sind. Viele Fische überleben dies jedoch nicht. SafetyNet bietet den jungen, unverkäuflichen Fischen einen beleuchteten Fluchtweg, um sie vor dem „Festsitzen“ in den Netzen zu schützen.

Die Ringe machen sich das natürliche Fluchtverhalten von Fischen zu Nutze. Kleine und mittelgroße Fische schwimmen unter Stress aufwärts, während große Fische abwärts schwimmen. Darum ist das Netz so konzipiert, dass nur die erwachsenen, nicht bedrohten Arten gefangen werden.

James Dyson dazu: „Diese praktische Idee löst ein ernstes Umweltproblem. SafetyNet ist ein Paradebeispiel dafür, wie junge Absolventen wie Dan globale Probleme, die von den etablierten Industrien ignoriert werden, auf neue und originelle Art bewältigen können.“

Nach seinem Abschluss hat Dan das Unternehmen SafetyNet Technologies gegründet und versucht, seine Erfindung auf dem Markt zu etablieren. Er erklärt: „Die Ringe sind wartungsarm konzipiert. Sie leuchten und fungieren dadurch als Notausgangsschild für Fische. Das durch die Ringe hindurchströmende Wasser zeigt den kleinen Fischen den Weg in die Freiheit, während große Fische im Netz verbleiben.“

Dan möchte seinen Gewinn von 10.000 Pfund (ca. 12.500 Euro) nutzen, um weitere Prototypen für SafetyNet zu entwickeln und Versuche mit staatlicher Unterstützung durchzuführen.

Zweitplatzierte

Das BETH-Projekt (USA):
Problem: In Afrika, Asien und Lateinamerika leben über 30 Millionen Menschen, die eine Prothese benötigen. Prothesen sind teuer und aus steifen, metallischen Materialien hergestellt, die sehr unangenehm sitzen können, wenn sie nicht korrekt angepasst wurden.
Lösung: Das BETH-Projekt fertigt künstliche Gliedmaßen, die schmerzfrei zu tragen sind, sich selbstständig an den Körper anpassen und außerdem noch erschwinglich sind. Die neue Gliedmaße gibt dem Amputierten die Chance, ein fast normales Leben ohne Behinderung zu führen.

Revival Vest (Neuseeland):
Problem: Das Apnoetauchen ist eine extrem gefährliche Sportart. Schon viele Apnoetaucher sind gestorben, weil sie unter Wasser das Bewusstsein verloren haben.
Lösung: Die Revival Vest („Rettungsweste“) verwendet die „Smart Fabric“-Technologie, die ursprünglich dazu gedacht war, die Atmung und körperliche Veränderungen während eines Tauchgangs zu überwachen. Sowie das System eine Abweichung bemerkt, pumpt sich die Revival Vest auf und bringt den Nutzer sicher zur Wasseroberfläche.

Der James Dyson Award
Der Gewinner des Internationalen James Dyson Award erhält: 10.000 Pfund (ca. 12.500 Euro) für eine Einzelperson oder ein Team, sowie 10.000 Pfund (ca. 12.500 Euro) für die Fakultät der Universität des Gewinners. Die Zweitplatzierten erhalten jeweils 2000 Pfund (ca. 2.500 Euro).

Als bestes Projekt aus Deutschland erreichte Adrienne Finzsch, Designstudentin an der Hochschule Darmstadt, mit dem Hilfsgut-Abwurfsystem „Emergency Airdrop“ das Finale des James Dyson Award 2012. Emergency Airdrop ist ein Hilfsgut-Abwurf-System um notleidende Menschen in Katastrophengebieten uneingeschränkt zu erreichen. Es ermöglicht einen kostengünstigen Hilfseinsatz durch effizienten Transport von Gütern.

Der Preis war ausgeschrieben für alle Studenten der Studiengänge Produktdesign, Industriedesign und Konstruktionstechnik (oder für Absolventen, die vor weniger als vier Jahren ihren Abschluss erworben haben), die in Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, den Niederlanden, Neuseeland, Österreich, Russland, Singapur, Spanien, der Schweiz, den USA oder dem Vereinigten Königreich studieren oder studiert haben.

Der James Dyson Award wird von der James-Dyson-Stiftung vergeben; einer eingetragenen gemeinnützigen Organisation, die die Ausbildung auf den Gebieten Design, Technik und Ingenieurswesen sowie die medizinische Forschung und kommunale Projekte fördert. Die James Dyson Foundation arbeitet mit Schulen und Universitäten in Großbritannien und auf internationaler Ebene zusammen.

Im Jahre 2011 hat Edward Linacre, der Erfinder von Airdrop, den internationalen Preis gewonnen. Airdrop ist ein Bewässerungssystem, das auf der Verhaltensweise von Wüstenkäfern basiert und in dürregefährdeten Gebieten eingesetzt werden kann. Edward arbeitet derzeit an der Kommerzialisierung von Airdrop und hat international Aufmerksamkeit für seine Erfindung erhalten.

·Dyson ist immer auf der Suche nach Ingenieuren mit Erfahrung in den Bereichen Akustik, Strömungsmechanik, EMC und Motortechnik für sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Großbritannien. Viele der früheren Preisträger und Zweitplatzierten haben eine Festanstellung bei Dyson erhalten.

Weitere Informationen zur James-Dyson-Stiftung sowie die aktuellsten Neuigkeiten finden Sie unter www.facebook.com/JamesDysonFoundation oder www.twitter.com/JDF_Tweets

·Die Bewerbungen für den James Dyson Award 2013 können zu Beginn des Jahres 2013 eingereicht werden. Weitere Informationen unter www.jamesdysonaward.org

SafetyNet wird mit dem James Dyson Award 2012 ausgezeichnet

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