[RealGeekStuff] Foto-Guerilliero im Brückenkampf

14. Oktober 2012 | by Mathias Rittgerott

Foto-Guerilliero im Brückenkampf

Oscar Monzon ist Fotograf und hat es nicht leicht. Viele seiner Mitmenschen wollen nicht fotografiert werden. Also zwingt er sie. Nachts schleicht er sich in Madrid auf Brücken. Er schaut hinunter auf Ampeln. Sobald die auf Rot umspringen, zückt er Kamera und Blitz und, zack, macht Schnappschüsse der Autofahrer.

Die finden das zumeist gar nicht toll. „Die erste Reaktion ist Angst, dann Wut“, die Erkenntnis kam dem Spanier rasch. Verdroschen wurde er bei seinen Fotoattacken noch nicht, aber ein ihm entgegen gereckter Stinkefinger verdeutlicht die Reaktion seiner Opfer ganz gut.

Der Jäger wird Zeuge ungeahnter Details: Der prügelt sich ein Paar, da begutachtet eine Frau einen Vibrator, wobei offenbar ein Mann neben ihr sitzt.

Warum stört Monzon Leute beim Warten? Der 31-Jährige hat beobachtet, dass mit Smartphones so viele Fotos gemacht werden wie nie zuvor, viele Zeitgenossen sich aber vehement dagegen wehren, fotografiert zu werden. Also knipst er in einem der privatesten Räume der Neuzeit, im Auto, einer Schnittstelle zwischen innerer Intimität und äußerer Öffentlichkeit, würde ein Kulturtheoretiker sagen. „Sweet car“, nennt Monzon seine Arbeit, angelehnt an „Home, sweet home“.

Ausgerechnet mit seiner Schocktherapie will der Mann Bürger und Bild versöhnen. Wäre er Maler im park, würde niemand abwehrend reagieren und schimpfen: Mal mich nicht.

Mag die Sache mit den Schnappschüssen eine Schnapsidee sein, Monzon scheint ganz gut darin, seine Ideen zu promoten. Wie sonst hätte er für ein Projekt ein Stipendium des spanischen Kulturministeriums bekommen? Dabei geht es um die „Tore von Paris“.

Übrigens: Hier ist ein Foto von Monzon _____

Foto-Guerilliero im Brückenkampf

[link] [via] Fotos: Oscar Monzon

 

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Comment (1)

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