[Mobile] Wenig Begeisterung: Hochzeit von T-Mobile USA und MetroPCS negativ bewertet

3. Oktober 2012 | by Silvia Kling

[Mobile] Wenig Begeisterung: Hochzeit von T-Mobile USA und MetroPCS negativ bewertet

Es soll die lang erwartete Lösung für das US-Problem der Deutschen Telekom sein: Die Tochter T-Mobile USA soll mit dem örtlichen Rivalen MetroPCS fusionieren, wie die Bonner am Dienstagabend mitteilten. Zusammen könnten die Firmen die hohen Kosten für den Ausbau des schnellen Mobilfunk-Netzes leichter schultern.

Doch bei Experten stoßen diese Hochzeitspläne auf kühle Zurückhaltung. Denn für Marktbeobachter ist klar: Die Fusion dürfte ein langer steiniger Weg werden, auf dem von allen Seiten Störfeuer kommen kann.

HEUTE GRÜNES LICHT VOM TELEKOM-AUFSICHTSRAT?

„Die Deutsche Telekom führt mit der börsennotierten amerikanischen Mobilfunk-Gesellschaft MetroPCS Gespräche mit dem Ziel, die Tochtergesellschaft T-Mobile USA und die MetroPCS in einer Gesellschaft zusammen zu führen, an der die Deutsche Telekom die Mehrheit der Anteile halten würde“, erklärten die Bonner. Es ist den Angaben zufolge allerdings noch unklar, ob tatsächlich ein Geschäft zustande kommt. Die Verträge seien nicht unterschrieben, wesentliche Fragestellungen seien noch nicht abschließend geklärt, hieß es. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg will der Telekom-Aufsichtsrat auf einer Sitzung im Laufe des Tages wohl grünes Licht geben.

Die T-Aktie legte am Mittwoch im Feiertagshandel um ein Prozent zu und lag damit besser als der Gesamtmarkt. MetroPCS standen gestern beim Ertönen der Schlussglocke an der New Yorker Börse knapp 18 Prozent höher.

KONKURRENZ KÖNNTE PLÄNE DURCHKREUZEN

Grundsätzlich optimistisch äußerte sich das US-Analysehaus Bernstein Research: Es gebe gute Gründe für einen Zusammenschluss von T-Mobile USA mit dem US-Mobilfunkdienstleister MetroPCS. So ergänzten sich die Mobilfunkfrequenzen beider Unternehmen und die Telekom sei besser als die Wettbewerber aufgestellt, um die Verbreitung des neuen LTE-Mobilfunkstandards bei MetroPCS voranzutreiben. Ein fusioniertes Unternehmen würde zudem einen fast 30-prozentigen Anteil am US-Prepaid-Markt haben. Allerdings könnte die Geschichte bei weitem noch nicht zu Ende sein. Nach einer Fusion von T-Mobile USA und MetroPCS könnte sich der US-Mobillfunkkonzern Sprint <S.NYS> <SRN.FSE> in einer so schwachen Position wiederfinden, dass er der Telekom den Partner lieber mit einem feindlichen Gegenangebot wegschnappt.

Unabhängig davon sieht UBS-Analyst Andy Parnis in einer Studie auch hohe Risiken bei der Umsetzung der Fusion. Zudem könnten viele Kunden abwandern, da MetroPCS derzeit noch die CDMA-Technologie nutze, während T-Mobile auf GSM setze. Zurückhaltung auch beim Deutsche Bank-Analyst Matthew Bloxham. Eine umfassendere Lösung der Probleme der Deutschen Telekom auf dem US-Markt sei wohl nur über eine größere Transaktion möglich, etwa unter Einbeziehung von Sprint.

Die Telekom war im Dezember mit ihrem Versuch gescheitert, T-Mobile USA an den US-Branchenriesen AT&T <T.NYS> zu verkaufen. Die US-Wettbewerbshüter hatten Einspruch gegen das 39 Milliarden Dollar schwere Geschäft erhoben, weil sie Nachteile für die Kunden fürchteten. T-Mobile USA ist der viertgrößte Mobilfunker des Landes, leidet aber unter einem Kundenschwund, unter anderem weil das Unternehmen das Kulthandy Apple <APC.ETR> <AAPL.NAS> iPhone nicht im Angebot hat. Zudem ist ein teurer Netzausbau nötig, um mit den steigenden Datenmengen der Smartphones mitzuhalten.

 

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