SAP-Anwender stehen auf weniger Komplexes

26. September 2012 | by Alex Reiger

 SAP-Anwender wollen weniger Komplexes Mehr ist nicht immer nur besser: Die gewachsene Produktvielfalt bei SAP sorgt keineswegs nur für Jubel und Zustimmung bei ihren Anwendern. „Die Kunden wünschen sich mehr Funktionen im Kernsystem statt immer neue Module“, sagte Karl Liebstückel, der Vorstandsvorsitzende der SAP-Anwenderorganisation DSAG, dem „Handelsblatt“ (Mittwoch).

Zurückhaltend reagieren die meisten deutschen Anwender laut DSAG auf die schnelle Datenbanktechnik Hana. Zwar gebe es dafür hierzulande erste Kunden. „Aber man muss genau hinschauen, wo der Geschwindigkeitszuwachs wirklich etwas bringt, indem er etwa ganz neue Geschäftsmodelle möglich macht“, warnte Liebstückel vor zu hohen Erwartungen.

SAP ist mit der sogenannten ERP-Software groß geworden, mit der etwa die Finanzbuchhaltung oder das Personalwesen gesteuert werden können. Doch seit einiger Zeit kommen immer neue Programme hinzu, etwa mobile Anwendungen auf Tablet-Computern. Die aber müssten nahtlos und ohne Aufwand zu integrieren sein, sagte Liebstückel.

Die 1997 gegründete DSAG versteht sich als Sprachrohr der SAP-Kunden. Und die wollen nun offenbar vor allem eines: weniger Komplexität. Zudem kämpft die DSAG seit Jahren für mehr Flexibilität bei der Wartung der SAP-Programme. Unternehmen würden, wenn sie aus wirtschaftlichen Gründen weniger Lizenzen benötigen als erworben, dafür auch gerne die mitgekaufte Wartung aussetzen. „Bislang beißen wir hier aber auf Granit bei der SAP“, sagte Liebstückel.

Einfacher und vor allem schneller muss laut Liebstückel auch die Einführung von SAP-Programmen werden. Dabei hat SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe gestern auf der Jahrestagung der DSAG in Bremen die Vision eines Software-Baukastens vorgestellt und dabei das Bild von Legosteinen benutzt. „In der Realität werden aber Steine von Lego und Fischertechnik zusammengebaut“, sagte Liebstückel.

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