[Apps] RISR: Mit digitaler Hilfe Körpersprache lernen (Video)

19. September 2012 | by Dieter Jirmann

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Körpersprache gilt als Kommunikationsform, die hohe Bedeutung hat, aber nur selten bewusst eingesetzt und gelesen werden kann. Dabei lassen sich bei gezieltem Einsatz der Körperhaltung nach Meinung von Experten in komplizierten Situationen oft deutliche Vorteile erkämpfen – sei es im beruflichen oder im privaten Bereich.

Diese Techniken könnte man auch mit elektronischen Hilfsmitteln erlernen, meinen Forscher der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die einzelnen Bestandteile, die dafür erforderlich wären, sind alle bereits vorhanden, und so wurde und so wurde ausgehend von der Forschung der Hochschule für Life Sciences bei der benachbarten Hochschule für Gestaltung und Kunst das Konzept RISR entwickelt.


RISR besteht aus vier Komponenten. Ein Sensorennetz, das der Nutzer überstreift, zeichnet dessen Bewegungen auf; gleichzeitig erfasst eine ebenfalls in das Netz integrierte Infrarotkamera die Körperhaltung der anderen Person oder Personen, mit denen kommuniziert wird.

Die so gewonnenen Daten werden in der so genannten RISR Engine ausgewertet, und auf Basis von Informationen, die über eine Smartphone-App eingegeben werden, wird die optimale Körperhaltung berechnet. Wie die aussieht, wird dem RISR-Träger wiederum über die Sensoren vermittelt, die auch in der Lage sind, Vibrationen abzugeben, die den Nutzer in die richtige Position steuern sollen.

In speziellen Schulungen würden die Nutzer lernen, wie man mit dem System umgeht, erfahren, wie man die eigenen Körperreaktionen erkennt, und angeleitet, eingefahrene Verhaltensweisen zu ändern.

„Alles, was zur Realisierung von RISR nötig ist, ist bereits bekannt; vor allem im medizinischen Bereich wird etwa im Bereich der Rehabilitation mit Sensoren und Vibratoren zur Korrektur der Körperhaltung gearbeitet“, erläutert Projektsprecher Ludwig Zeller.

„Wir wollten mit RISR nun einen Schritt weitergehen und schauen, ob ein Produkt Chancen hätte, das diese Techniken auf soziale Interaktionen anwendet“. Das Video, das für die Projekt-Website produziert wird und das zeigt, wie RISR tatsächlich funktionieren könnte, habe unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: „Die grosse Mehrzahl der Kommentare war positiv – offenbar würden viele Menschen ein solches System gerne nutzen, um ihre Unsicherheit abzubauen.“ Andererseits habe es aber auch Stimmen gegeben, die ein Verlust an Spontaneität befürchteten.

Ob und wie es mit RISR weitergeht, ist derzeit noch offen: „Der nächste Schritt wäre der Bau eines Prototypen“, meint Zeller, „aber das wäre wieder ein neues Projekt, über das entschieden werden muss. Uns ging es erst einmal darum, überhaupt die Idee eines solchen Systems und seiner Möglichkeiten durchzuspielen – Patentanmeldungen oder Firmengründungen waren da nicht von Bedeutung“.

[http://www.risr.me]

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