Naturinspiriert: Vierbeiniger Roboter aus Zürich soll frei im Raum rennen und klettern

18. September 2012 | by TechFieber.de

Also, das mit den Robotern, in welcher Form auch immer, war und ist ein beliebtes Sci-Fi-Thema. Aber ganz klar schreitet auch die reale Entwicklung immer weiter voran. Die modernen Robos stellen etwa immer mal wieder neue Geschwindigkeitsrekorde auf – wie sie ein US-Unternehmen gerade demonstriert hat. Allerdings kommt es meist gar nicht auf spektakuläre Vorzeigeergebnisse an, sondern der Fortschritt liegt oft im Detail.

StarlETH, ein Roboter des Autonomous System Lab der ETH Zürich, demonstriert beispielsweise, welche Vorteile der Einsatz von Federn in Gelenken gegenüber der herkömmlichen Hydraulik bedeutet.

Das mag wie eine theoretische Fragestellung klingen, hat aber sehr praktische Aspekte, wie Marco Hutter aus dem StarlETH-Team erläutert: „Unser Roboter ist in dieser Hinsicht naturinspiriert und orientiert sich daran, wie menschliche Gelenke funktionieren“. Das bedeutet konkret auch, dass StarlETH einen Sturz aus 50 Zentimetern Höhe unbeschadet überstehen kann und sich „natürlicher“ durch das Gelände bewegt als viele seiner Kollegen – gleichzeitig ist er gegenüber hydraulischen Modellen deutlich energieeffizienter.

Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Energieeffizienz sind die Ziele des Entwicklerteams. Allerdings muss das nach Meinung von Hutter auch in der Kombination stimmen – im Gegensatz zu einem geschwindigkeitsgetrimmten Roboter wie Cheetah, der momentan noch im Prinzip nur in eine Richtung läuft, soll StarlETH frei im Raum rennen und klettern können.

Längerfristiges Ziel für die praktische Anwendung ist ein Vierbeiner, der autonom und mit einem Sensorkopf ausgerüstet in Gelände arbeitet, das aus der Luft oder mit herkömmlichen Fahrzeugen nicht erreichbar ist: „Da StarlETH auch Gewicht tragen kann, könnte ein weiterentwickeltes Modell zum Beispiel in Notfallgebieten zum Einsatz kommen“, meint Hutter.

Daneben ist aber auch eine Nutzung der Forschungsresultate in der Medizin denkbar: Da bei StarlETH Prinzipien des natürlichen Gelenkmechanismus‘ verwendet werden, könnten Resultate des Projektes zum Beispiel für die Entwicklung von Prothesen genutzt werden.

Dass für StarlETH immer wieder auch der Begriff vom „Roboterhund“ verwendet wird, sieht Hutter übrigens gelassen: „Natürlich erinnern Form und Fortbewegungsweise an einen Hund. Aber unser Roboter hat alleine vom Material her zwischen 50.000 und 60.000 Franken gekostet und wiegt 23 Kilogramm – das ist eine ganz andere Welt als die von einem Spielzeug wie Aibo.“

[Link] [Photo: Autonomous System Lab der ETH Zürich]

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