[IFA] SMS-Ersatz Joyn tritt gegen WhatsApp, Skype und FaceTime an

2. September 2012 | by Alex Reiger

SMS-Ersatz Joyn tritt gegen WhatsApp, Skype und FaceTime an

SMS? Darf sich wohlverdient zurückziehen – und Platz machen für ein neues Format. Das heißt Joyn und wurde von den Netzbetreibern gemeinsam entwickelt. Telekom-Manager Kobus Smit glaubt an den Erfolg des SMS-Nachfolgers – trotz der großen Popularität von Chat-Programmen wie WhatsApp, Skype oder FaceTime . Der Dienst werde bald auf fast allen Geräten vorinstalliert, wie Smit auf der IFA erklärte. Joyn werde so zum «gemeinsamen Nenner neuer Kommunikationsdienste», so Smit überzeugt. Für andere Dienste werde es eng: «Es wird einen massive Marktbereinigung geben.»

Die Netzbetreiber vermarkten Joyn als SMS-Nachfolger. Der neue Standard ist multimedial: Nutzer können kurze Nachrichten per Chat austauschen, Dateien übertragen und Videotelefonate führen. «Joyn ist mehr als WhatsApp», sagte Smits. Die Daten werden übers Internet übertragen, Nutzer brauchen also einen Datentarif.

Der internationale Verband der Mobilfunkanbieter (GSMA) hatte den neuen Standard im Februar vorgestellt – nicht zuletzt als Reaktion darauf, dass Chat-Dienste der SMS zunehmend Konkurrenz machen. WhatsApp etwa gab jetzt bekannt, dass täglich sechs Milliarden Nachrichten über den Dienst verschickt werden.

Die Netzbetreiber wollen Joyn zum einen auf möglichst vielen Geräten vorinstallieren lassen. Neun der zehn größten Hersteller hätten dies für ihre neuen Geräte bereits zugesagt, sagte Smit. Der iPhone-Hersteller Apple, der für seinen System iOS das Programm FaceTime anbietet, gehört allerdings nicht dazu. Zusätzlich soll es Joyn-Apps geben, die Nutzer selbst herunterladen können. So soll der Dienst auch aufs iPhone kommen. «Die wichtigste Frage ist: Wenn kann ich erreichen? Es geht um die Reichweite», sagte Smit.

SMS-Ersatz Joyn tritt gegen WhatsApp, Skype und FaceTime an

Die Hürde, Joyn auch einzusetzen, sei sehr niedrig, betonte Smit. Denn die Option erscheine bereits bei der Suche nach einem Kontakt im Adressbuch; zudem erhalte man Nachrichten anderer. «Wir sind nicht allein darauf angewiesen, dass die Nutzer anderen von Joyn erzählen.»

Die mehrfache Verzögerung des Joyn-Startes führte Smit zum einen darauf zurück, dass der Dienst bei allen Netzbetreibern und auf allen Geräten laufen soll – das erfordere umfangreiche Tests. Zudem werde der Dienst über die Geräte-Software, die Firmware, eingerichtet. Diese könne nicht so einfach aktualisiert werden wie eine App – «deswegen muss es von vornherein richtig gut funktionieren.»

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Kommentare (2)

  1. Michael says:

    Ich bin mal gespannt ob sich joyn wirklich durchsetzen kann. Habe vor kurzem erst gelesen, dass über WhatsApp täglich 6 Milliarden Nachrichten verschickt werden. Da muss joyn erst einmal rankommen. Vorteil könnte natürlich wirklich sein, dass es künftig von Haus aus in den Smartphones integriert sein wird.

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