[IFA] Im Zentrum von Bild und Ton: AV-Receiver, künftig smart und noch vernetzter

1. September 2012 | by TechFieber.de

Pioneer SC-LX86

Jedes Signal, ob Audio oder Video, muss zunächst hier durch: Ein AV-Receiver ist der Mittelpunkt des Heimkino. Fernseher, DVD- und Blu-ray-Player sowie die Boxen verbindet der zentrale Alleskönner. «A» und «V» stehen für «Audio» und «Video». Als Schaltzentrale im Wohnzimmer ist er dafür verantwortlich, dass Töne und Bilder überall in bestmöglicher Qualität ankommen. Auf der IFA zeigen die Hersteller den Receiver der Zukunft. Er soll leichter zu bedienen sein und seine Inhalte zunehmend auch vom Rechner, der Netzwerkfestplatte oder aus dem Internet beziehen.

Einen wichtigen Trend haben sich die AV-Receiver von anderen Geräten wie Fernseher und Telefon abgeschaut: «Der Begriff ‚Smart‘ ist inzwischen auch für Receiver sehr wichtig», sagt Thorsten Eckart, Marketingdirektor Europa bei Yamaha. Damit meint er unter anderem neue Bedienkonzepte, bei denen Smartphone und Tablet den Receiver per App steuern. «Gerade für Einsteiger ist das oft leichter zu lernen als eine neue Fernbedienung», erklärt Eckart.

Zudem kann der Receiver über das Handydisplay besser Rückmeldungen und Feedback geben. So gelangen auch Laien zu den etwas ausgefalleneren Funktionen. Vielfach ist es inzwischen zum Beispiel üblich, dass die Receiver ihren Klang automatisch an den Raum anpassen können, in dem sie stehen – das gelingt besser, wenn der Nutzer die Anweisungen des Systems auch versteht.

Solche Ansätze hält auch Roland Krüger vom Receiver-Hersteller Denon für wichtig: «Bei dem wachsenden Funktionsumfang muss man sich als Hersteller zwangsläufig die Frage stellen, wie man den A/V-Receiver für jedermann beherrschbar machen kann.» Neben Smartphone-Apps und Installations-Assistenten geht das zum Beispiel über eine Reduzierung der analogen Eingänge – möglich ist das, weil heutzutage ohnehin das Meiste digital über HDMI läuft.

Von Yamaha gibt es auf der Messe die neue Serie Aventage zu sehen. Ein bemerkenswertes Detail ist ein fünfter Standfuß in der Mitte des Gehäuses, der für weniger störende Vibrationen und damit besseren Klang sorgen soll. Außerdem haben sie einen sogenannten Ecomodus, der Strom sparen hilft. Der Preis reicht von 849 Euro für den RX-A820 bis 2049 Euro für das Spitzenmodell RX-A3020.

Die Geräte können zum Beispiel über das Internet auf Radiosender oder Streamingdienste wie Spotify und Last.fm zugreifen. Wichtig für die Vernetzung im Heimnetzwerk ist, dass ein Receiver den Netzwerkstandard DLNA (Digital Living Network Alliance) unterstützt. Damit haben es Geräte wie Receiver und PC leichter, sich gegenseitig im Netzwerk zu finden und Dateien oder Streams miteinander zu tauschen. Tief in die Tasche greifen müssen Verbraucher für dieses Feature nicht: «DLNA gibt es bei uns schon in Modellen ab 350 Euro», sagt Jürgen Timm von Pioneer.

Zu den neuen Receivern des Herstellters gehören die 9.2-Kanal-Modelle SC-LX86, SC-LX76 und SC-LX56. Die zahlreichen Kanäle sind dafür gedacht, über die Zonensteuerung Lautsprechersysteme für mehrere Räume einzurichten. So können Nutzer ein 5.1-System im Wohnzimmer aufbauen, mit dem Receiver gleichzeitig noch Stereoboxen im Schlafzimmer oder der Küche versorgen.

Neben DLNA bieten immer mehr Hersteller auch Apples Standard Airplay an. Dieser ermöglicht den drahtlosen Austausch von Musik und anderen Inhalten zwischen iPhone, iTunes und Endgeräten. Pioneer unterstützt außerdem in mehreren Geräten HTCs eigenen Standard HTC Connect. Der ist im Gegensatz zu Airplay nicht komplett eigenständig, sondern erweitert vorhandene DLNA-Verbindungen.

Mehr Qualität ist für Roland Krüger von Denon ein gutes Stichwort: «Aktuell spielt die Unterstützung für hochauflösende Tonformate eine große Rolle». Denon stellt keine eigenen Geräte auf der IFA aus, der Trend zu Audioformaten ohne Qualitätsverlust zeigt sich aber auch anderswo, wie bei Onkyos neuem Receiver-Flaggschiff TX-NR5010.

«High-Quality-Audio ist zurzeit noch ein Thema für die ganz Audiophilen», sagt Nick Hamada, Produktmanager Europa des Unternehmens. Er rechnet aber damit, dass sich das in Zukunft ändern wird. «Die Infrastruktur dafür ist da: Die Kunden haben immer mehr Speicherplatz, auf Computern, Smartphones und in der Cloud. Und auch die Bandbreite dafür gibt es.»

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