Flutter: Hörhilfe-Hemd informiert über Tonsignale und deren Richtung

Taubheit oder ein sehr stark eingeschränktes Hörvermögen ist eine echte Beeinträchtigung der Lebensqualität. Noch dazu ist bei dieser Art der Behinderung dem Betroffenen äußerlich nichts anzumerken, was das Verständnis für die Probleme von Gehörlosen zum Teil auch einschränkt, da man sich die Auswirkungen solcher Schwerhörigkeit einfach nicht vorstellen kann.

Als einseitig tauber Mensch – seit mehr als 20 Jahren versagt mein linkes Ohr den Dienst – habe ich zumindest eine leise Ahnung von den vielfältigen Gefahren für Gehörlose, die sich nicht nur auf den Straßenverkehr beschränken. Ein Dreierteam von Wissenschaftlern der Colorado University in Boulder hat nun ein Kleidungsstück entworfen, das Gehörlose nicht nur generell dazu befähigt, Warnsignale, Sirenen und Alarme überhaupt wahrzunehmen, sondern auch die Richtung, aus der das Signal kommt, feststellt. Das ist sehr, sehr hilfreich, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Selbst wenn ein Ohr noch voll funktioniert, leidet das Vermögen des Richtungshörens enorm.

Das Kleidungsstück der drei Forscher aus Colorado ist ein schönes Beispiel dafür, wie Textilien mit robotischen Merkmalen kombiniert werden können, um auf diese Art Betroffenen eine echte Hilfestellung zu geben. Flutter heißt das Hörhilfe-Hemd, das mit Hilfe kleiner Schallfänger den Schall nicht nur aufnimmt sondern eben auch richtungsmäßig ortet. Das Shirt an sich gibt dann die Richtung der Schallquelle über die Vibration in der entsprechenden Richtung an den Träger weiter. Die Forschungsarbeiten an Flutter sind noch in vollem Gange, die Ergebnisse bislang sind vielversprechend. Ein Effekt solcher Hörhilfen im Vergleich zu herkömmlichen Hörgeräten könnte unter anderem sein, dass auf diese Weise Elektronikschrott vermieden wird, der durch ausrangierte Hörgeräte entsteht.

[Link] [Photo: Correll Lab CU Computer Science]

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  1. Nikolaus Correll 30. August 2012

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