[Apps] Mobile Games: App-Hit „Landwirtschafts-Simulator 2012“ erobert Smartphones

15. August 2012 | by Dieter Jirmann

[Apps] Mobile Games: App-Hit Landwirtschafts-Simulator 2012 erobert Smartphones<br />
Als Spiel für PC und Mac erfreut sich der „Landwirtschafts-Simulator“ des Schweizer Spielentwicklers Giants Software schon seit geraumer Zeit grosser Beliebtheit und belegt bei der Veröffentlichung neuer Versionen Spitzenplätz in den einschlägigen Verkaufs-Charts.

Auch die Anfang des Monats veröffentlichte Variante als App für iOS-Geräte erwies sich im Handumdrehen als Erfolg und belegte den ersten Platz in den App-Stores in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Luxemburg und Irland – allerdings gibt es auch eine Reihe von kritischen Stimmen.

Die beziehen sich vor allem auf zwei Dinge: Die Grafik wird als nicht sonderlich attraktiv wahrgenommen, und wer das Spiel richtig nutzen will, muss nach dem Einstiegspreis von drei Franken für die Basisversion Geräte nachkaufen – oder gleich zehn Franken für eine Vollversion hinlegen.

Diese Kritikpunkte aber dürften etwas sein, das nicht allein den „Landwirtschafts-Simulator“ betrifft, sondern die für den neuen Trend hin zum Mobile Gaming gelten. Während bei PC- und Konsolen-Spielen die Umsätze stagnieren oder rückläufig sind, legt der Mobil-Bereich kräftig zu – wer aber das gleiche Spielerlebnis erwartet, wird notgedrungen enttäuscht.

„Die Hardware-Voraussetzungen sind bei Mobilgeräten bei weitem noch nicht so, wie sie sein sollten“, erklärt Thomas Frey von Giants Software, dem Entwickler des „Landwirtschafts-Simulators“. „Und wenn man – wie wir – auch ältere iPhones berücksichtigen will, ist man schnell in seinen Möglichkeiten bei der Grafik eingeschränkt.“

Ein Dilemma, das sich nach seiner Einschätzung nicht so bald auflösen wird: „Bis Smartphones und Tablets bei Spielen gleichziehen können, werden sicher drei bis fünf Jahre vergehen“. Und in dieser Zeit schreitet auch die Entwicklung bei Computern und Konsolen voran, so dass die Mobilerfahrung weiterhin von der am Großbildschirm abweichen wird.

Auch bei der Kritik an der Preispolitik spielt der Strukturwandel eine Rolle. „Die Version für die Nintendo 3DS wird für etwa 40 Franken angeboten“, sagt Frey, „und die Funktionen in der App-Version sind weitgehend identisch, wobei die Basisversion nur drei Franken kostet“.

Über die Strategie, so genannte In-App-Kaufmöglichkeiten anzubieten, bei denen man Geräte und Gegenstände erwerben kann, die den Spielverlauf beschleunigen, habe man vorab diskutiert und sie befürwortet, weil Einsteiger so erst einmal für einen geringen Betrag einen Gefühl für das Spiel bekommen können. „Aber natürlich sind viele Menschen an Apps gewöhnt, die gratis sind oder zu einem fast symbolischen Preis angeboten werden“.

Wahrscheinlich werde erst die nächste Mobil-Version des „Landwirtschafts-Simulators“ zeigen, ob man die richtige Strategie gewählt habe – aber vor ähnlichen Problemen dürfte die gesamte Spielebranche stehen.

[Link: iTunesFoto: Screenshot Giants Software

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