Tablet-Zeitung „The Daily“ vor dem Aus? Rupert Murdoch streicht fast jeden dritten Job

1. August 2012 | by Alex Reiger

"Tablet-Zeitung
Satz mit „x“? War wohl nix: Murdochs iPad-Magazin „The Daily“ sollte zur „Zeitung der Zukunft“ werden. Nun sieht es eher düster aus für die Zukunft der Tablet-Zeitschrift.

Die in der Medien-Branche als Revolution gefeierte und mit massiven Vorschusslorbeeren gestartete US-Tablet-Zeitung „The Daily“ streicht fast jeden dritten Arbeitsplatz. Von bisher 170 Jobs sollen 50 wegfallen, berichteten Medien unter Berufung auf eine E-Mail an die „Daily“-Mitarbeiter. Einige Rubriken sollen schrumpfen, zudem wird technisch gespart.

Medienmogul Rupert Murdoch hatte die „Daily“ im Februar 2011 als „Zeitung der Zukunft“ vorgestellt, ein digitales Medium, das extra für das Tablet-Computer produziert wird.

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Allerdings erreichte die „Daily“ nie die angepeilten Abonnentenzahlen und Werbeeinnahmen, mit denen sie ihre Kosten decken könnte. Zuletzt war bereits über ihre Einstellung spekuliert worden.

Die „Daily“ funktioniert mehr wie eine klassische Zeitung denn eine sich ständig verändernde Website: Die bisher rund 100 Seiten starke Ausgabe wird jeden Morgen auf das Tablet geladen.

Zunächst gab es die „Daily“ nur für das iPad, später konnte man sie auch auf einigen Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android lesen. Über die Grenzen der USA hinaus war sie nie verfügbar.

Murdoch hatte rund 30 Millionen Dollar in den Aufbau des Prestigeprojekts investiert. Die laufenden Kosten lagen nach Angaben zum Start bei rund einer halben Million Dollar pro Woche. Dabei buhlt die „Daily“ mit Kampfpreisen um Leser: Ein Wochen-Abo kostet 99 US-Cent und ein Jahres-Abonnement 39 Dollar. Die News Corp. hatte gehofft, so genug Kunden zu gewinnen, um die Betriebskosten zu decken. Die App zählt zwar tatsächlich zu den umsatzstärksten Programmen im US-App-Store von Apple – die Einnahmen blieben jedoch hinter den ehrgeizigen Zielen zurück.

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Jetzt soll auch über den Stellenabbau hinaus gespart werden, berichtete das Blog „All Things D“. Es gehört ebenso wie die „Daily“ zu Murdochs Medienkonzern News Corp., der gerade wegen der Schnüffel-Skandale bei seinen britischen Boulevard-Zeitungen auch finanziell unter Druck steht und aufgespalten werden soll. So werde man künftig darauf verzichten, die Inhalte auch für eine andere Ansicht aufzubereiten, wenn der Leser das Tablet lieber waagerecht statt wie ein Buch halten will. Das bedeutete bisher zusätzlichen Aufwand.

Bei der anstehenden Aufspaltung der News Corp. soll die „Daily“ der Zeitungssparte zugeschlagen werden. In den zweiten Teil sollen das lukrativere Unterhaltungsgeschäft mit TV-Sendern und dem Filmstudio 20th Century Fox einfließen.

[Update 15:38 Uhr] Nun hat auch der „Daily“-Chefredaktuer Jesse Angelo Stellung zur Entlassungswelle und Umstrukturierung genommen.

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