[Olympia] Crowd Monitoring per Smartphone: „City Police“-App hilft Londoner Polizei (Video)

1. August 2012 | by Dieter Jirmann

[Olympia] Crowd Monitoring per Smartphone: City Police App hilft Londoner Polizei

Die Erfassung von Positionsdaten von Handy-Nutzern ist als Technologie nicht unumstritten: Einerseits setzen etwa Stadtplaner und Polizei auf dieses Hilfsmittel, um besser zu verstehen, wie sich Verkehrsflüsse in Metropolen bewegen; andererseits haben viele User Befürchtungen, damit sichtbare Spuren zu hinterlassen und so auch Missbrauch ausgeliefert zu sein. Die App „City Police“ soll diesen Ängsten entgegentreten und demonstrieren, welchen Nutzen man aus solchen Anwendungen ziehen kann.

„City Police“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der ETH Zürich, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und der London School of Economics and Political Science, das in Zusammenarbeit mit der Londoner Polizei als Gratis-App bei iTunes angeboten wird.

Crowd Monitoring per Smartphone: City Police App hilft Londoner Polizei

Die Anwendung liefert einerseits nützliche Informationen für die Besucher der Stadt, wie etwa Karten mit Polizeistationen, Apotheken, Krankenhäusern und ähnlichem, bietet einen Sofortkontakt mit der Polizei und navigiert den Nutzer zur nächsten Polizeistation.

Andererseits kann die Polizei aber auch alle bei der App angemeldeten Smartphones ansprechen, wenn sie Informationen benötigt, wie sich Verkehrsflüsse in der Stadt entwickeln. Wird diese Funktion seitens der Polizei aktiviert, werden die Nutzer angefragt, ob sie ihre Position mitteilen möchten; stimmen sie zu, liefern die Smartphones im Minutentakt Daten an die Server des „Wearable Computing Lab“ der ETH Zürich.

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Dort werden die Informationen verarbeitet und als so genannte „Heatmap“ dargestellt – besonders stark frequentierte Gebiete werden farblich hervorgehoben. Zu Gesicht bekommt diese Karte aber nur die Londoner Polizei, wie Martin Wirz erzählt, der an der ETH an der Entwicklung beteiligt war: „Man ist da sehr vorsichtig, was die Verwendung solcher Informationen betrifft und möchte vermeiden, dass die Daten eventuell in falsche Hände geraten“.

Für Wirz ist die Heatmap-Funktion in erster Linie ein Experiment, das zum einen demonstrieren soll, dass derartige Technologien günstiger und rascher Informationen liefern können als sie etwa von Video-Überwachungskameras zu gewinnen sind; zum anderen möchte er aber auch, dass den Anwendern der Nutzen von Apps demonstriert wird, die mit Positionsdaten arbeiten, und dass bestehende Ängste zerstreut werden: „Jedes Smartphone, das die App registriert, erhält zwar eine ID-Nummer, aber die se ist zum einen anonym, und zum anderen ist durch den temporären und räumlich beschränkten Einsatz der Anwendung sicher gestellt, dass keine identifizierbaren Bewegungsprofile erstellt werden können“.

Beim Einsatz in London soll sich zunächst zeigen, wie eine solche App unter den realen Bedingungen für Grossveranstaltungen funktioniert, herkömmliche Arbeitsweisen der Polizei, so Martin Wirz, liessen sich in nächster Zeit nicht dadurch ersetzen.

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Foto oben: Heatmap ETH Zürich/Martin Wirz

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