Bieterwettstreit: Apple und Google zanken sich um 1100 Kodak-Patente im Wert von für 2,6 Mrd Dollar

29. Juli 2012 | by TechFieber.de

Bieterwettstreit: Apple und Google zanken sich um 1100 Kodak-Patente im Wert von für 2,6 Mrd Dollar

Nächststes Kapitel im Patentkrieg: Der Machtkampf zwischen den Tech-Riesen Apple und Google geht in die nächste Runde, weitet sich auf eine neues Terrain aus und sorgt für bizarr anmutende Allianzen: Google partnert mit Samsung, HTC und LG. Apple macht gemeinsame Sache mit Microsoft.

Die beiden Silicon-Valley-Erzrivalen leisten sich nun auch noch einen Bieterwettkampf um Foto-Patente der insolventen Foto-Legende Kodak. Google soll dabei eine Koalition des Android-Lagers mit den Handy-Bauern Samsung, HTC und LG anführen, so das „Wall Street Journal“. Apple habe sich mit Microsoft zusammengetan. Kodak schätzte den Wert des Pakets zuvor auf 2,6 Milliarden Dollar. Die Versteigerung der Patente ist für den 8. August angesetzt.

Damit würden die Fronten in dem erbittert geführten Patentkrieg der Mobilfunk-Branche sich auch durch die Kodak-Auktion ziehen. Apple wirft Anbietern von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android Patentverletzungen vor. Sie kontern mit eigenen Vorwürfen. Microsoft ist in einen Patentstreit mit dem inzwischen zu Google gehörenden Handy-Hersteller Motorola verwickelt.

Kodak hatte die klassische Fotografie entscheidend geprägt und auch viele Technologien für digitale Bilder entwickelt. Dennoch kam das Unternehmen mit dem Wechsel zur Digitalfotografie nie zurecht und musste im Januar Insolvenz anmelden. Mit dem Verkauf der Patente sollen Milliarden für einen Neuanfang erlöst werden. Das Fotografieren gehört inzwischen fest zu den Funktionen von Mobiltelefonen. Zur Insolvenz verklagte Kodak quer durch die Bank die großen Handy-Hersteller mit dem Vorwurf der Patentverletzungen.

Die 1100 Patente seien für die Auktion in zwei Gruppen aufgeteilt worden, berichtete das „Wall Street Journal“. Bei den einen geht es um Aufnahme und Bearbeitung von Bildern. Bei der anderen vor allem um das Speichern und Auswerten. Er werde nicht damit gerechnet, dass schon die Anfangsgebote in Nähe von Kodaks Preisvorstellungen liegen würden. Die US-Handelskommission ITC hatte vor einer Woche eines der zentralen Patente von Kodak, bei dem es um die Anzeige von Vorschaubildern geht, als ungültig abgewiesen. Das wurde als Dämpfer für den Wert des gesamten Pakets eingeschätzt. Andererseits könnte die Rivalität der beiden Lager den Preis hochtreiben.

So hatten sich Apple und Microsoft im vergangenen Jahr die Patente des insolventen Netzwerk-Ausrüsters Nortel für 4,5 Milliarden Dollar gesichert. Den Anfang in der Auktion hatte Google mit einem Startgebot von 900 Millionen Dollar gemacht.

Kodak hatte die Patente schon vor einem Jahr zum Verkauf gestellt. Allerdings schreckte die schlechte finanzielle Lage des Fotopioniers die Interessenten ab – sie befürchteten Komplikationen, falls Kodak kurz darauf pleiteginge. So blieben die dringend benötigten Einnahmen aus und Kodak schlitterte im Januar schließlich in die Insolvenz.

Foto: Kodak

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