[IFA] Ultrabooks, WLAN-Booster, SAT>IP, Astra: Innovationen zur IFA 2012

28. Juli 2012 | by Gerhard Bachleitner

Anfang September ist wieder IFA-Zeit, Berlin lockt Technikbegeisterte zur traditionsträchtigen CE-Show auf das Messegelände der Hauptstadt. Einige der Innovationen konnten wir beim Preview-Event in München bereits in Augenschein nehmen und uns erklären lassen.

Der Satellitenbetreiber SES-Astra stellt ein neues Anschlußkonzept für die Multimedia-Verteilung im Haus vor. Technisch gesprochen ist es eine Protokoll- oder Normwandlung, und genau dies drückt auch das Logo aus: SAT>IP. Es gab natürlich auch bisher schon Konzepte für die Verteilung von Multimedia in der Wohnung, Systeme, die auf speziellen Funkfrequenzen und mit eigenen Endgeräten die Unterhaltungselektronik vernetzte, mit Scart-, Cinch- oder HDMI-Schnittstellen.
Inzwischen sieht man bei Astra die Durchdringung des häuslichen Geräteparks mit LAN- oder WLAN-Schnittstellen so weit fortgeschritten, daß man sich mit dem Hochfrequenzsignal, das aus dem Sat-Receiver kommt, etwas deplaziert fühlt. Das neue Adapterkonzept soll also den DVB-Transportstrom so anpassen, daß er für die aus der IT stammenden und dem Internetprotokoll gehorchenden Endgeräte nutzbar wird. Es ist, neudeutsch formuliert, ein Sat-to-IP-Gateway.



Astra schlägt hier ein offenes, der europäischen Standardisierung zu unterbreitendes Protokoll vor, das die Brücke zwischen zwei digitalen Welt schlägt, aber erst am Anfang seiner Möglichkeiten steht. Erste Geräte sind u.a. von Schwaiger und Inverto angekündigt und könnten zur IFA für etwa 250 Euro zu haben sein. Enthalten sind dann vier Empfangsteile, mit denen also vier unterschiedliche Programme auf die Endgeräte ausgespielt werden können. Mittelfristig kann man sich bei Astra die Integration des Konverters in das LNB vorstellen, so wie heute schon Multischalter in LNBs mit mehreren Ausgängen integriert sind. Die Stromversorgung müßte dann auch über das LAN-Kabel erfolgen. Ebenfalls noch in der Planung ist die Verarbeitung von DVB-T-Signalen, die ja einen sehr ähnlichen Aufbau haben.

Damit ließe sich dann das terrestrische Fernsehen übers heimische WLAN in der Wohnung verteilen und auf geeigneten Endgeräten beispielsweise auch aufzeichnen.
Weiterdenken ist allerdings auch in anderer Hinsicht empfehlenswert: was macht das heimische WLAN, wenn tatsächlich vier Videoströme, vielleicht noch in HD, gleichzeitig übertragen werden sollen? Und wenn man aus Kapazitätsgründen Kabel verwenden muß, hätte man noch einen Kostenvorteil gegenüber dem günstigen Koaxialkabel? Funktioniert die Entschlüsselung wirklich auch auf jedem anderen Endgerät, wenn der Kopierschutz durchgereicht wird?

WLAN noch schneller
Zufällig wurde die Lösung für eines dieser Probleme auf der selben Veranstaltung präsentiert: Netgear stellte Router mit dem neuesten Funkstandard IEEE 802.11a/n/ac vor. Es war auch keine Überraschung, daß gerade die Verteilung mehrerer Videoströme als Hauptanwendungsgebiet für ein WLAN mit 1,3 Gbit/s angepriesen wurde. Erreicht wird die Leistungssteigerung durch größeren Aufwand: mehr Antennen, eine doppelt so hohe Frequenz – die wiederum eine kürzere Reichweite und/oder stärkere Dämpfung an Wänden mit sich bringt – und ein komplexeres Modulationsverfahren.

Der Router R 6300 (UVP 229 Euro) realisiert bis zu 450 Mbit/s mit 802.11n auf 2,4 GHz und bis zu 1.300 Mbit/s mit 802.11ac auf 5 GHz. Mit dem R 6200 kommt man bei 802.11n und 2,4 GHz auf bis zu 300 Mbit/s, bei 802.11ac und 5 GHz auf bis zu 900 Mbit/s.

Hingucker
Mit einem auffällig gestalteten Mini-PC, Akoya Special Form Factor, macht Medion auf sich aufmerksam. Das Gerät in Form eines X könnte ein Kunstobjekt sein, braucht auch nicht unbedingt Tastatur und Maus, sondern soll im Wohnzimmer im Wesentlichen als flüsterleiser Zuspieler für den großen Fernsehbildschirm dienen. Mit aggressiv-klobigem Design – das einen Schwarzen Ritter mit heruntergelassenem Visier imitiert – geht der kraftstrotzende Spiele-PC Erazer auf die Zielgruppe zu.
Von der Philips-Tochter Sagemcom gibt es eine neue Serie von Kleinstprojektoren Pico-Pix. Hier wird natürlich mit LEDs gearbeitet, deren Lichtleistung noch immer bescheiden ist. Verdunkelung vorausgesetzt kann man aber mühelos und rasch (bewegte) Bilder an die Wand werfen. Das kleinste Gerät PPX 2330 paßt auf den Handteller – also das perfekte Gadget zum Überallhin-Mitnehmen.

Allerdings muß man mit 30 ANSI-Lumen und knapp VGA-Auflösung zufrieden sein. Die Akkulaufzeit – der Prospekt spricht wahnwitzig von „Lebensdauer“) – beträgt 1,5 h. Zwei weitere Geräte bieten etwas höhere Auflösung und 55 bzw. 80 Lumen.

Weitere LED-Projektoren waren vom chinesischen Hersteller Vivitek zu sehen, in aufwendigerer DLP-Technik, kleiner HD-Auflösung, mit 500 Lumen und zu Preisen von 500-650 Euro. Benq ermöglicht einen sehr preisgünstigen Einstieg in die HD-Projektion mit dem mit klassischer Lampe ausgestatteten W 703D. Für 700 Euro erhält man hier 2200 Lumen und kann von extern, über HDMI, auch ein 3-D-Signal abspielen.

Intel wird auf der IFA mit Partnern seine schicken Ultrabooks ausstellen. Die bisher zögerliche Nachfrage bestätigt den bisherigen Eindruck, daß das Verhältnis zwischen Nutzwert und Preis nicht gelungen ist. Als naheliegende Ergänzung – oder ist es die Flucht nach vorne? – tritt demnächst das Smartphone Intel inside auf. Intel möchte dem Nutzer in sein wichtigstes Endgerät folgen. Natürlich wird die Firma deswegen nicht zum Telefonhersteller. Man konzipiert ein Referenzgerät, das dann von interessierten ostasiatischen Herstellern gefertigt wird. Als Firmware ist zunächst Android vorgesehen. Bei den Tablett-PCs wird das bevorstehende Windows 8 eingesetzt.

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- Via TechFever Network http://www.techfever.net / PressRoom 2.0 [Press Release 02/11/2008 ] Weiterlesen

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