[Mobile] Digitale Warnung vor dem Radar: Ewiger Wettlauf gegen Blitzer-Apps, Facebook-Gruppen & Co.

26. Juli 2012 | by Dieter Jirmann

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Die Zahl der Geräte und Anwendungen, mit denen sich ein Autofahrer unterwegs vor Radarfallen und Blitzern warnen lassen kann, ist kaum noch überschaubar – wie sich am Beispiel der Schweiz sehr gut zeigt. Zuletzt war dort eine offene Facebook-Gruppe namens „Mobile Radarfallen Basel-Landschaft“ aufgefallen, die soziale Netzwerk benutzte, um sich gegenseitig zu informieren.

Diese Methode ist simpel: Wer zur Gruppe gehört, erhält die Radarfallen-Information als Status-Update, und sollte er Facebook als Mobil-Anwendung nutzen, kommt die Warnung praktisch live aufs Smartphone. Daneben gibt es aber auch etliche kommerzielle Anwendungen, die vor allem für Smartphones gedacht sind und mit stets aktuellen, aber in der Regel auch gebührenpflichtigen Daten für sich werben.

Mit dem Inkrafttreten der Bestimmungen von „Via Sicura“, dem Schweizer Handlungsprogramm für mehr Sicherheit im Strassenverkehr, im Laufe des nächsten Jahres werden diese Angebote untersagt; die entgeltliche und die öffentliche Warnung vor Radarfallen wird dann verboten.

Weiterhin erlaubt ist es jedoch, dass Verkehrsteilnehmer sich untereinander warnen.
Twitter und Facebook wären damit für solche Warnungen tabu – wenn die Nutzer keine Umwege finden. Das könnte bei Facebook einfacher gehen als gedacht – schliesslich gibt es hier geschlossene Gruppen, in die man nur nach Genehmigung durch den Administrator aufgenommen wird, deren Funktionen ansonsten aber denen der offenen entsprechen.

In einem Wettlauf mit den Definitionen der Gesetzgeber befinden sich auch die Hersteller von Navigationsgeräten. Sie bieten häufig die Warnung vor festinstallierten Blitzern als so genannten „POI“ (point of interest)-Hinweis an, eine Funktion, die eigentlich für Sehenswürdigkeiten gedacht war. Nachdem nahezu europaweit die Nutzung dieser Hinweise verboten ist, warnen viele Geräte nur noch davor, dass man mit überhöhter Geschwindigkeit fahre oder sich einer „Gefahrenstelle“ nähere – so wie dies auch bei unübersichtlichen Wegstrecken der Fall wäre.

Wer sich allerdings nicht auf rechtliche Grauzonen einlassen, sondern ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Rat des österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC befolgen. Der empfiehlt, die Website des Navi-Herstellers zu besuchen und sich darüber zu informieren, wie man die POI-Funktion für Radarfallen deaktivieren kann oder dies notfalls von einem Experten machen zu lassen.

Radarwarner als Smartphone-App dagegen sind in jedem Fall riskant – nicht zuletzt, wenn man sie auf eine Auslandsreise mitnimmt.

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Foto: MomentiMedia/cc

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