Unkritisch, unzensiert, ungefiltert: Das Google Buch 2012

19. Juli 2012 | by Bianca Appelmann

Ein Bild, so lehrt uns ein Sprichwort, sagt mehr als 1000 Worte. Aber sagen 21 000 Bilder auch genauso viel (oder vielleicht sogar mehr) als 21 000 Worte? Ob sich die britischen Designer Ben West und Felix Heyes diese eher ungewöhnliche Frage gestellt haben, sei mal dahingestellt, doch ihr Projekt, das Google Buch (nicht zu verwechseln mit Google Books) ist mindestens ebenso ungewöhnlich.

Für jeden Einzeleintrag des englischen Wörterbuchs haben sie in diesem Wälzer ein Bildchen aus Google gesetzt. Umgesetzt wurde das Projekt mithilfe zweier PHP Scripts: Das eine arbeitete eine Wörterliste ab, indem die entsprechenden Bilder der Reihe nach heruntergeladen wurden. Das zweite Script ordnete diese Bilder in Spalten an und spuckte anschließend ein PDF davon aus, so erklärt es zumindest Ben West.

Aha. Und wozu das Ganze? Nun, laut West ist das Google Buch 2012 das, was der einzelne daraus macht. Diese konzeptionelle Offenheit mache das Google Buch zu einem völlig ungefilterten, unzensierten und auch unkritischen Beleg über den Zustand der menschlichen Kultur im Jahr 2012. Hmm, das klingt dann doch spannend, auch wenn vermutlich viele wie ich jetzt denken, dass sie schon ahnen, was das wohl für Bildbelege sind, aber in Zeiten, in denen im Prinzip jede Information, die wir bekommen gefiltert (und meist auch noch „wahrheitsmodifiziert“) wurde, hört sich ds doch äußerst erfrischend an.

Noch wurde kein einziges Exemplar gedruckt, die beiden Designer ließen aber verlautbaren, dass sie das noch vor hätten. Ein Preis für diesen unkritischen Kulturkatalog steht indes noch nicht fest. Interessenten können sich aber direkt an die beiden Designer wenden: Ben West / Felix Heyes.

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