[Security] Wirkungslose Schad-Software DNSChanger: „Kein Grund, unvorsichtig zu werden“ warnen Experten

10. Juli 2012 | by Dieter Jirmann

DSN Changer pc security.

Satz mit „x“? War wohl nix. Zumindest was den gefürchteten „DNSChanger“ betrifft. Der Stichtag, an dem die Schad-Software DNSChanger aktiv werden sollte, ist verstrichen – das von einigen erwartete Chaos ist ausgeblieben. Auch in der Schweiz, wo 400 infizierte Rechner entdeckt wurden, gab es keine Probleme. Ein Grund, sich entspannt zurückzulehnen, ist dies aber nicht, findet Serge Droz, der Team Leader Security von SWITCH.

SWITCH hatte über eine spezielle URL-Adresse jedem Internet-Nutzer in der Schweiz die Möglichkeit gegeben festzustellen, ob sein Rechner infiziert ist, und eruiert, wie viele Computer von dem gefährlichen Programm befallen waren.

Dass von den ursprünglich 3.000 identifizierten PCs schliesslich nur noch 400 übrig blieben, die befallen waren, wertet Droz zwar als Erfolg. Allerdings war die Aufklärungsarbeit mühselig: „Wir haben die jeweiligen Internet-Service-Provider informiert, die wiederum ihre Kunden angeschrieben haben. Rund 1.000 von ihnen haben sich aber zunächst überhaupt nicht gerührt“.

Dieses Verhalten kann Serge Droz sogar ein wenig nachvollziehen: „Wir treffen immer wieder auf User, die auch bei den simplen, eigentlich selbstverständlichen Vorgängen wie dem Update von Antivire-Software Schwierigkeiten haben, weil sie einfach das ganze Vokabular nicht verstehen“. Sein Rat: „Entweder sollte man das PC-Geschäft aufsuchen, in dem man sein Gerät erworben hat oder sich an seinen Provider wenden“. In beiden Fällen werde in der Regel schnell geholfen.

Wichtig war für Serge Droz bei der Bekämpfung von DNSCharger, dass die Polizei die Urheber und Nutzniesser des Programms gefasst habe: „Allerdings handelt es sich nur um eine von vielen Gruppen. DNSCharger war für unsere alltägliche Arbeit keine besondere Ausnahme – in der Schweiz werden tägliche Tausende von Rechner neu infiziert.“

Daher gebe es aus der Sicht des Sicherheitsexperten auch kein wirkliches Aufatmen: „Ganz ausrotten werden wir die Viren nicht können, aber wir können sie möglichst umfassend kontrollieren“.

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