[BikeFieber] Was Ägyptern nicht gelang: Obelisk aus Rädern

9. Juli 2012 | by Mathias Rittgerott

Cyclisk by Mark Grieve in Santa Rosa

Sicherlich waren die Ägypter technologisch auf höchstem Stand. Schrift, Rad, Pyramiden – alles da. Das Fahrrad allerdings kannten sie nicht. Also haben sie zwar Obelisken aufgerichtet, durchweg aus Stein, keine allerdings aus Fahrrädern. Den Einwohnern des US-Städtchens Santa Rosa ist genau das jetzt gelungen: ein Turm aus Rädern.

20 Meter ragt das Monument in den Himmel Kaliforniens, rund 5 Tonnen schwer ist es. 340 Zweiräder und ein Dreirad haben die Künstler Mark Grieve und Ilana Spector verbaut. Grieve ist studierter Lokalkünstler,  Spector Juristin und Chefin einer Firma für Solarautos. (Ob beide gern radeln, ist nicht bekannt.)

Fahrrad, Solar, Schrott zu Kunst – hört sich grün an. Ist es auch, weil der Ort sein Image als fahrradfreundliche Kommune stärken will. Das Geld für den Turm stammt, man staunt, von Autokonzern Nissan. Der hat Geld für das 37.000-Dollar-Werk springen lassen. Wohl nur, weil es am Ort sowohl einen Autohändler als auch ein Ein-Prozent-für-die-Kunst-Gesetz gibt. In einem Wettbewerb haben sie die Künstler mit ihrem Turmbau durchgesetzt, der Entwurf wurde in einer Shoppingmall ausgestellt, die Einwohner nickten den Radeltower ab.

Künstlerin Spector hält den Turm aus Schrott für eine „win-win-Aktion“, schließlich wird Stahl- und Aluschrott zur Aufhübschnung der Stadt umgeschmiedet. Doch sie sieht mehr. Das Durcheinander von Felgen und Rahmen sei eine „visuelle Metapher des menschlichen Erfahrungsschatzes“, von „Individualismus und Gemeinschaftssinn“, von „Vergangenheit und Zukunft“ – und vom ganzen Rest.

[link][link][via] Photo: Ilana Spector

 

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