[Music] SUISA-Manifest: Musik-Branche in der Schweiz macht mobil – Zankapfel „Mashup“-Kultur

2. Juli 2012 | by Dieter Jirmann

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Der Gesamtumsatz der SUISA, der Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik in der Schweiz, ist im Jahr 2011 zwar um zwei Prozent gestiegen, glücklich sind die Mitglieder dennoch nicht. Der Tonträgerumsatz nämlich ist weiter im Rückgang begriffen, und dafür wird der Datentausch im Internet verantwortlich gemacht. Und der wird nun in einem neuen Manifest attackiert.

In dem Papier wird gefordert, dass die Verfügungsgewalt über die Werke der SUISA-Urheber bei ihnen allein liegen müsse. Das gilt nicht nur für die kommerzielle Nutzung, sondern auch für die Bearbeitung von Musik oder ihre Nutzung in anderem Zusammenhang, zum Beispiel in Verbindung mit Videos.

Diese sogenannte Mashup-Kultur erfreut sich wachsender Beliebtheit und reklamiert eigene Kreativleistungen für sich, so wie man es etwa von der etablierten Kunstform der Collage her kennt.

Neben der künstlerischen Kontrolle werden von der SUISA in dem Manifest auch finanzielle Forderungen gestellt. Wer mit dem Speichern, Tauschen, Verbreiten oder Kopieren von Werken Umsätze erziele, habe auch die SUISA-Mitglieder daran zu beteiligen.

Dabei, wie diese Forderungen durchgesetzt werden sollen, und wie mit den Endnutzern umgegangen werden soll, bleibt die SUISA vage und fordert lediglich „geeignete Massnahmen“.

Dass hier keine kreative Lösung vorgeschlagen wird, bedauert Denis Simonet, Sprecher der Piratenpartei. Selbstverständlich sei es nur richtig, wenn die Musiker einen Anteil der Einnahmen erhalten, die durch ihre Produkte erwirtschaftet werden. Die Kriminalisierung der Fans sei aber bestimmt nicht der richtige Weg, die Herausforderungen durch das Internet zu bestreiten.

Privates Filesharing sei harmlos; das belegten verschiedene Studien, unter anderem auch ein Bericht des Bundesrats, der Ende 2011 erschienen ist. Simonet ermuntert SUISA zu neuem Denken: „Warum gehen es die Musiker, Majors und Verlage nicht endlich positiv an? Es braucht Geschäftsmodelle, die trotz bzw. gerade wegen der Existenz des Filesharings funktionieren. Nie zuvor waren die Musiker näher an ihren Fans! Und durch das Internet ist es beinahe kostenlos geworden, Musik in die Welt zu tragen. Beste Voraussetzungen für neue Vertriebswege.“

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Foto: Rapper 50 Cent / Universal Music

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