Minimalist-Wohnmobil „Camper Kard“: Friedlich ruht das müde Haupt im Einkaufswagen

2. Juli 2012 | by Mathias Rittgerott

camper kart kevin cyr

„Müde bin ich, geh´ zur Ruhe, schließ´ den Einkaufswagen zu.“ Hinein geklettert, Reißverschluss zu, gute Nacht. Das Ding sieht schon etwas schräg aus und heißt „Camper Kard“. Ein Zelt quer auf einem Einkaufswagen aufgeschlagen. Bett, Lampe, Stauraum, alles drin, sogar ein Beil. Der Traum eines jeden Obdachlosen? Immerhin passt das Zelt zusammengeklappt in eine Holzkiste, die für Diebe unattraktiv ist. Außerdem ist die Pelle atmungsaktiv und umweltfreundlich.

Erfinder des Vehikels ist Kevin Cyr. Und der ist weder Sozialarbeiter noch eingefleischter Camper, sondern Künstler und Amerikaner. Am liebsten mal er Lieferwagen, die bemalt sind. Gern mit Graffiti.

„In einer Welt, in der Leute leicht von Statussymbolen gefangen genommen werden, entdecke ich Schönheit in verfallenden Autos und ungepflegten Landschaften“, sagt er. Für das Projekt „Camper Kard“ befasst er sich mit Wohnformen, Recycling und Mobilität.

Das Unterwegssein scheint Cyr im Blut zu haben. Für sein „Camper Bike“, ein früheres Projekt, hat er einen Caravan-Aufbau auf ein Dreirad geschraubt. Ein Fernseher gehört zur Ausstattung, und ein Beil. Wie gemacht ist das Gefährt für Asienreisende und Rikscha-Fahrer. Und natürlich Kunstliebhaber.

Der Einkaufswagen-Umbau fasziniert jedenfalls viele Fans. Mehr, als Cyr erwartet hat. Bei Kickstarter hat er 2130 Dollar eingesammelt, 107 Prozent der Summe, die er erbettelt hatte.

Was der „Camper Kard“ indes kostet, verrät Cyr nicht, da muss man wohl einen Galeristen Fragen. In Deutschland wird man auf jeden Fall zusätzlich zum Kaufpreis einen Euro investieren müssen, um einen Einkaufswagen von der Kette zu bekommen.

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